Hochdruckwetter "open end" für Bayern und Rückfall in alte Muster - Meteorologe Köss: "Unten pfui und oben hui"

Der Januar begann in Bayern für Winterliebhaber vielversprechend mit knackiger Kälte und dem langersehnten Neuschnee bis in die Niederungen. Das Winterintermezzo ist bereits wieder milderen Temperaturen gewichen. Mit einem Hochdruckgebiet kehrt jetzt das alte Muster zurück und Niederschläge sind bis auf Weiteres Fehlanzeige.

Typische Inversion: Im Tal hält sich der Nebel, darüber gibt es viel Sonnenschein (Foto Markus Köss, Zugspitze im Jan. 2023)
Typische Inversion: Im Tal hält sich der Nebel, darüber gibt es viel Sonnenschein (Foto Markus Köss, Zugspitze im Jan. 2023)

Der Winter in Bayern war bisher mehrheitlich ereignislos und zudem viel zu trocken. Schuld daran war ein eingefahrenes Muster in der Großwetterlage mit einem riesigen Atlantikblock, der die sonst so typische Westwetterlage mit viel Niederschlag und sehr wechselhaftem Wetter verhinderte. Stattdessen dominierte im November und Dezember häufig stabiles Hochdruckwetter.

Wie in schon etlichen Artikeln beschrieben, bedeutet Hochdruck im Herbst und Winter aber häufig nicht "eitel Sonnenschein". Stattdessen kann sich oft eine Inversionslage entwickeln und während die Niederungen im trüben und kalten Dauergrau verbleiben, herrscht in den Bergen "eitel Sonnenschein" bei milden Temperaturen vor.

Viel zu trockener Winter

Eine Ausnahme bildeten die ersten beiden Januarwochen, die demonstrierten, wie sich ein "richtiger" Winter anfühlen kann. Bei Dauerfrost bis in die Niederungen und teils eisigen Nächten unter -10°C fiel dann zum Ende der Kälteperiode endlich auch der Schnee. Bis zu einem halben Meter Neuschnee gab es dann am vergangenen Wochenende im Allgäu, aber auch in den höheren Lagen des Bayerischen Waldes.

Gerade die Alpen waren im bisherigen Winter zwar extrem mit Sonnenschein verwöhnt, haben aber trotz der jüngsten Schneefälle bisher viel zu wenig Niederschlag bekommen. Teilweise fielen hier bisher 60 bis 70 Prozent weniger Niederschlag als nach dem Klimamittel (1991-2020) üblich. Noch schlimmer sieht es auf der Alpensüdseite aus, die unter einem extrem trockenen Winter und Schneearmut bis in die Hochlagen leidet.

Doch zurück nach Bayern, wo mit einer deutlichen Milderung in den letzten Tagen der Schnee in den Niederungen wieder weitgehend weggetaut ist. Eine Ausnahme bildet das (süd-)östliche Bayern, wo sich die Kaltluft noch zäh halten konnte. Hier liegen noch verbreitet 5-10 cm Schnee, im Bayerischen Wald liegen in den höheren Lagen noch 30 bis 60 cm der weißen Pracht.

Neuschnee oder überhaupt Niederschlag ist jetzt aber keiner mehr in Sicht! Ganz im Gegenteil stellt sich das altbekannte Muster der Inversionswetterlage ein. Dabei strömt aus Osten bodennah kalte und oft feuchte Luft nach Bayern, in der Höhe ist die Luft dagegen trockener und deutlich milder und an den Alpen kann es föhnig werden.

Mehr Sonne zu Wochenbeginn auch in den Niederungen

Am Wochenende ist es daher in den Niederungen überwiegend trüb durch Nebel und Hochnebel mit Höchstwerten nur um den Gefrierpunkt. Sonnig und deutlich milder ist es im höheren Bayerischen Wald, an und in den Alpen. Mit Föhnunterstützung sind an den Alpen auch Höchstwerte von +8°C möglich. Nachts gibt es verbreitet Frost von 0°C in Mainfranken bis zu -10°C in einigen Tälern der Alpen oder des Bayerwaldes.

Ab Montag steigen dann auch in den Niederungen die Chancen auf mehr Sonnenschein, denn die Luft wird insgesamt trockener werden. Die Inversion bleibt aber bestehen, in den Niederungen bleibt es kalt mit Höchstwerten um 0°C, auf den Bergen und an den Alpen wird es deutlich milder bei bis zu +10°C. Die Nächte bringen verbreitet Frost zwischen -4°C und -10°C. Auf den Bergen gibt es im gesamten Zeitraum perfektes Wintersportwetter, der Schnee schmilzt aufgrund der sehr trockenen Luft (abgesehen von Föhntälern) nur wenig!