Hitze-Welle im Norden: Kurzes Durchatmen am Wochenende vor dem Startschuss

Im Vergleich zum Süden Deutschlands blieben Hamburg, Bremen und Niedersachsen in den letzten Tagen noch einigermaßen verschont von der Hitze. Das könnte sich nach dem Wochenende nun ändern!

Ein köpfekühlendes und herzerfrischendes "Moin-Moin" in den Norden! In den letzten Tagen ist es dem ein oder anderen Norddeutschen vielleicht schon zu warm geworden. Am Wochenende wird es voraussichtlich etwas gemäßigter durch das herannahende Gewitter. Zumindest am Samstag sind "nur" 23 °C in Hamburg. Doch leider kommt die Hitze nun auch richtig in den Norden.

Hamburg, Bremen, Niedersachsen: Hitzetage starten am Montag und bleiben

Nachdem Sie das Wochenende gut zur Regeneration genutzt haben, kann es am Montag wieder frisch an die Arbeit gehen - oder? Falls ja, gäbe es Politiker die stolz auf sie wären, so ganz frisch wird der Wochenstart allerdings nicht. Wir gehen rein in die neue Woche mit 30 °C in Hamburg und Bremen, während in Hannover sogar 33 °C erwartet werden.

Möglicher Grund für die Hitze sind - wie im Video zu sehen - weiterhin anhaltende Jet-Stream-Winde aus dem Süden. Aktuell zieht das Windband über die Landmassen von Spanien, Portugal und Frankreich, was oft einen Hitzetransport in den Norden bedeutet.

Hitze bleibt im Norden: Die 850 hPa-Temperaturen halten sich stabil über die Woche

Ein Blick auf die Temperaturen in der oberen Atmosphäre bei 850 hPa (ca. 1.5 km über dem Meeresspiegel) verrät in etwas, wie sich die Temperatur an der Oberfläche entwickeln wird.

Die 850-hPa Temperaturen werden nicht von der Bodenstrahlung beeinflusst. Sie folgen daher keinem Tag-Nacht-Rhythmus und eignen sich daher besser, um Temperatursignale zu verfolgen.

Dort sehen wir im Verlaufe der Woche keine großartigen Änderungen. Die Hitze steht also über dem Norden und bleibt bis zum Ende der Modell-Laufzeit beständig. In Hannover kommt es per Definition sogar zu einer Hitzewelle ähnlich wie in Freiburg die letzten Tage

In Deutschland sind wir derzeit strukturell noch in der Anpassung an solche Hitzewellen. Daher bleibt an dieser Stelle nur ein Verweis auf die vom Umweltbundesamt ausgesprochenen Tipps zum Umgang mit den hohen Temperaturen.

Hohe Temperaturen laden die Atmosphäre auf: Gewitter am Dienstag

Von großen Unwettern bleibt der Norden scheinbar verschont. Allerdings kommt es am Dienstag vereinzelt zu Gewittern sowie leichten Regenfällen. So ganz sicher ist sich das Modell aber noch nicht. Die Wahrscheinlichkeit liegt derzeit bei nur 50 %. Sie können also eine Münze werfen und danach entscheiden, was Sie anziehen wollen.

Das milde Gewitter sorgt dementsprechend auch nicht für eine richtige Abkühlung. Wie wird es also weitergehen mit der Hitze?

Ein Hoffen auf Entspannung ab Donnerstag

Wir könnten einen Blick in die Glaskugel werfen und uns die Frage stellen, wie lange diese Hitze nun wohl noch bleibt. Im Bereich der Meteorologie sollte man dazu aber eher den Wetterfrosch befragen. Zufällig habe ich meinen ganz persönlichen Wetterfrosch dabei; Dieter Donner.

Der Jet-Stream bläst ab Donnerstag scheinbar nicht mehr komplett über Spanien und Portugal. Stattdessen weicht er auf den Atlantik aus und verliert zumindest über Deutschland seine Wellenform. Es könnte also weniger Hitze aus dem Süden nach Deutschland kommen.
Der Jet-Stream bläst ab Donnerstag scheinbar nicht mehr komplett über Spanien und Portugal. Stattdessen weicht er auf den Atlantik aus und verliert zumindest über Deutschland seine Wellenform. Es könnte also weniger Hitze aus dem Süden nach Deutschland kommen.

Dieter Donner schätzt die Lage ab Donnerstag folgendermaßen ein: die aktuelle Hitze ist unter anderem das Resultat eines starken Südwest-Winds, der warme Luft aus dem Süden nach Deutschland transportiert. Der Zustrom aufgeheizter Luft könnte jedoch bald abschwächen. Der Grund: Im Laufe der Woche schiebt sich der Hot-Spot des Jets weg von den Landmassen und richtet sich mehr Richtung Osten aus.

Ich und Dieter Donner wünschen Ihnen ein gediegenes Wochenende