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Herbstprognose 2022: Kommt ein früher Wintereinbruch?

Mittwoch endet der meteorologische Sommer 2022, Donnerstag startet dann schon der Herbst. Was bringen uns die Monate September, Oktober und November in Deutschland? Gibt es endlich viel Regen? Müssen wir uns auf einen frühen Wintereinbruch und damit frühen Start der Heizsaison einstellen? Mehr dazu im heutigen Artikel.

Der Sommer 2022 dürfte der zweit- oder drittwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 werden. Wer hätte das im Mai gedacht? Keins der führenden Langfristwettermodelle hat einen so warmen Sommer vorhersagt. Alle waren sich einige, dass es ein recht warmer Sommer werden könnte, aber dass Rekorde erreicht werden, wurde so nicht prognostiziert. Das ist mit langfristigen Wettertrends allerdings auch kaum möglich. Zudem war der Sommer viel zu trocken. Er liegt auf Platz zwei der trockensten Sommer seit 1881 und nun brauchen wir im Herbst vor allen Dingen eins, nämlich viel, viel Regen. Ist der in Sicht?

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Im Gegensatz zum US-Wettermodell rechnet das europäische Wettermodell mit einem deutlich zu warmen September 2022.

In Anbetracht der extrem gestiegenen Energiepreise wäre natürlich ein warmer Herbst wünschenswert. Der Beginn der Heizsaison darf sich gerne so lange wie möglich nach hinten hinauszögern. Ein früher Wintereinbruch mit Schnee und Kälte bis in tiefere Lagen könnte in den aktuellen Zeiten richtig teuer werden.

Überraschende Septemberprognose der NOAA

Das ECMWF, das Modell vom europäischen Wetterdienst, rechnet mit einem eher trockenen September und an dieser Stelle hält das US-Wettermodell der NOAA dagegen. Das rechnet seit Tagen zunehmend mit einem eher nassen September. Besonders der Norden und der Osten könnten mehr Niederschlag abbekommen als normalerweise in einem September zu erwarten wäre. Das ist eine spannende Entwicklung, denn genau das bräuchten wir nach dieser extremen Trockenheit. Leider will das europäische Wettermodell bisher davon noch gar nichts wissen.

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NOAA rechnet im September mit teils deutlich mehr Niederschlag als üblich. Es könnte in einigen Regionen ein zu nasser Monat werden.

Beide Modelel sind sich aber einig, dass der September eher leicht zu warm ausfallen könnte. Ein kalter September wird nur als "gering wahrscheinlich" angesehen. Das wäre schonmal gut, um die Heizsaison nach hinten raus zu verzögern. Für den Oktober sieht es bei den Temperaturen recht ähnlich aus. Auch dieser Monat könnte um 1 bis 2 Grad wärmer als das Klimamittel ausfallen. Jedes Grad über dem Klimamittel ist natürlich gut, um Energie fürs Heizen einzusparen.

Früher Wintereinbruch wahrscheinlich?

Langfristige Wettermodelle schätzen ab, ob ein Monat wärmer/kälter oder nasser/trockener werden könnte als normal. Für den November rechnet NOAA mit einem durchschnittlich temperierten Monat. Dann wären auch die ersten Wintereinbrüche durchaus denkbar, selbst bis in tiefe Lagen. Allerdings sind weder im Oktober noch im November ergiebige Niederschläge zu erwarten. Die große Trockenheit kann also wahrscheinlich nicht eingedämmt werden.

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Es könnte wieder einen Mildwinter geben. Die Prognose vom US-Wetterdienst NOAA ist da recht eindeutig. Der Winter 2022/23 soll in Deutschland 1 bis 2 Grad wärmer als üblich ausfallen.

Für den Winter 2022/23 gibt es übrigens erste deutliche Anzeichen für eine überwiegend milde Witterung. Nach den ganz frischen Berechnungen der NOAA soll der Winter bis zu 2 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 ausfallen. Das sind doch mal gute Nachrichten für alle, die aufgrund der steigenden Energiekosten in großer Sorge sind. Die Wahrscheinlichkeit für einen eisigen und schneereichen Winter sind dagegen extremst gering!