Meteorologe: "Jetzt hat die große Wärme auch die Alpen erreicht" - Wird der Winterurlaub zu Weihnachten zum Fiasko?
Es fing so gut an mit dem Winter in den Alpen, denn der erste Wintereinbruch brachte Ende November die erste Kälte mit einer ordentlichen Portion Neuschnee. Jetzt hat die große Wärmedüse aber auch die Alpen erreicht und viele schauen schon besorgt in Richtung Weihnachtsferien.

Pünktlich vor dem Beginn der Skisaison fiel Ende November der erste große Schnee und verwandelte die Alpen in ein wahres "Winterwonderland". Dazu passten dann auch die winterlichen Temperaturen, in Oberstdorf zum Beispiel wurde es am 23.11.25 mit minus 18,5 Grad schon eisig kalt.
Die kalten Temperaturen sorgten auch dafür, dass in den Skigebieten die Schneekanonen auf Hochtouren liefen und jede Menge Kunstschnee produziert werden konnte. Ein Traumstart in die Wintersaison, die in vielen Skigebieten Anfang Dezember startete.
Regen bis über 2000 Meter
Noch ist es aber ruhig in den meisten Skigebieten, der große Andrang stellt sich erst mit dem Beginn der Weihnachtsferien ein und da wünschen sich viele Winterurlauber in den Bergen natürlich tiefverschneite Landschaften statt grüner Wiesen und Kunstschneepisten. Lange konnte sich die Kaltluft in den Alpen noch zäh halten, während sich in weiten Teilen Deutschlands die milde Luft schon länger durchgesetzt hatte.
Eine markante Warmfront in der Nacht zu Montag hat dann aber auch in den Alpen den großen Wärmeschub gebracht und ließ die Schneefallgrenze rasch auf über 2000 Meter steigen. In dieser Woche wird es sogar noch wärmer und die Temperaturen erreichen teilweise vorfrühlingshafte Werte von 15 Grad und mehr. Selbst in 2000 Metern werden die Temperaturen bis auf +10°C steigen können, Werte die eigentlich im Mai für diese Höhe typisch sind.
Die Schneedecke konnte sich trotz 17 mm Niederschlag noch ganz gut behaupten, bei Werten knapp über 0°C fiel anfangs sogar noch Schnee. Mittlerweile auch "nur" +1,1°C hier im geschützen Tal, die gleiche Temperatur hats auch oben auf dem Patscherkofel auf 2251m#Seefeld #Tauwetter pic.twitter.com/ETTP2NQHnb
— Markus Köss (@wetterkoess) December 8, 2025
Dem Schnee wird es insbesondere in tiefen und mittleren Lagen mächtig an den Kragen gehen und viele schauen schon bangend Richtung Weihnachtsferien angesichts der sehr milden Aussichten. Ein neuerlicher Wintereinbruch ist nämlich bis auf Weiteres nicht in Sicht. Ein wenig Hoffnung macht, dass in den Bergen jetzt schnell wieder Hochdruckwetter einkehrt und es zumindest nachts auch wieder Frost geben kann. Zudem ist Weihnachten noch gut zwei Wochen entfernt, da kann es schon noch zu einer Wetterumstellung kommen.
Schon am Dienstag gibt es in den Alpen nach örtlichem Frühnebel in manchen Tälern viel Sonnenschein bei sehr milden 8 bis 14 Grad, mit leichtem Föhn auch um 15°C, in 2000 Meter um +9 Grad. In der Nacht zu Mittwoch ist es überwiegend klar mit leichtem Frost in den Tälern.
Die Anomalie der Temperatur in ca. 1500 m zeigt bis vor Weihnachten milde Höhenluft über Mitteleuropa. Ein nennenswerter Kaltlufteinbruch zeichnet sich aktuell nicht ab.
— Kachelmannwetter (@Kachelmannwettr) December 8, 2025
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Am Mittwoch tagsüber scheint die Sonne von früh bis spät bei einem strahlend blauem Himmel. Der Wind ist schwach und es bleibt extrem mild für Dezember, denn die Werte steigen auf 8 bis 15 Grad an, auf den Bergen gibt es eine perfekte Fernsicht bei bis zu 10 Grad in 2000 Metern und selbst auf 3000 Meter Höhe kann es knapp über 0°C werden. Das Tauwetter hält sich in der sehr trockenen Luft aber in Grenzen!
Sonne "open end", aber weiter mild
Von Donnerstag bis zum Sonntag ist weiterhin keine größere Wetteränderung in Sicht. Es bleibt beim sehr milden Hochdruckwetter mit viel Sonne und Höchsttemperaturen von meist 5 bis 12 Grad, bei leichtem Föhn auch noch etwas höher. In den Hochlagen kühlt es ein wenig ab und die Werte liegen in 2000 Meter bei 0 bis +5°C. Nachts kann es in den Alpentälern verbreitet leichten Frost geben.
In den tieferen und mittleren Lagen wird der Schnee, soweit noch vorhanden, mehr oder weniger abtauen. In den Hochlagen und in geschützten höheren Tallagen wird es zu keinem massivem Tauwetter kommen. So stirbt die Hoffnung zuletzt, dass sich doch noch kurz vor Weinachten an dieser eingefahrenen Wetterlage etwas ändern wird.