Experte warnt: Bis zu 35 cm Schnee an Ostern – droht wieder ein Winter-Comeback?

Schnee zu Ostern wirkt ungewöhnlich. Doch meteorologische Daten zeigen: In Deutschland gab es bereits Jahre, in denen rund um die Feiertage überraschend viel Schnee fiel.
Ostern gilt für viele Menschen als Symbol des Frühlings. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und in vielen Regionen beginnen Blumen und Bäume zu blühen. Doch aus meteorologischer Sicht liegt das Fest in einer besonders spannenden Phase des Jahres. Denn Ostern kann zwischen Ende März und Ende April stattfinden – also genau in der Zeit, in der sich Winter und Frühling noch abwechseln.
Das führt immer wieder zu überraschenden Wetterlagen. Während manche Jahre bereits frühsommerliche Temperaturen bringen, kann in anderen Jahren noch einmal kalte Winterluft nach Deutschland strömen. Dann verwandeln sich Regenfälle plötzlich in Schnee – und die Landschaft kann für kurze Zeit wieder wie mitten im Winter aussehen.
Experte erinnert an außergewöhnliche Schneemengen
Meteorologen betonen, dass Schnee zu Ostern zwar selten ist, aber keineswegs ausgeschlossen. Besonders dann, wenn kalte Luft aus Skandinavien oder Osteuropa nach Mitteleuropa gelangt, können die Temperaturen kurzfristig deutlich sinken.

Trifft diese Kaltluft auf ein Tiefdruckgebiet mit ausreichend Feuchtigkeit, entstehen häufig kräftige Niederschläge. Liegen die Temperaturen niedrig genug, fällt dieser Niederschlag nicht als Regen, sondern als Schnee. Unter bestimmten Bedingungen können sogar überraschend große Mengen zusammenkommen.
Bis zu 35 cm Schnee rund um Ostern
Ein besonders bemerkenswertes Beispiel gab es im Jahr 2018. Damals brachte ein kräftiges Tiefdruckgebiet im Nordosten Deutschlands intensiven Schneefall rund um die Osterfeiertage.
In Teilen von Mecklenburg-Vorpommern wurden Schneehöhen von bis zu etwa 35 Zentimetern gemessen. Gleichzeitig sorgte starker Wind für ausgedehnte Schneeverwehungen, wodurch sich die Schneedecke regional noch deutlich höher auftürmte. Straßen waren teilweise schwer passierbar, und vielerorts wirkte die Landschaft eher wie im Hochwinter.
Auch früher gab es winterliche Osterüberraschungen
Der Schneefall von 2018 war allerdings kein völlig einmaliges Ereignis. Bereits im Jahr 1970 kam es in Nordostdeutschland rund um die Osterzeit zu ähnlich starken Schneefällen. Auch damals lagen regional bis zu etwa 30 bis 35 Zentimeter Schnee.
Darüber hinaus gab es mehrere Jahre mit kleineren, aber dennoch bemerkenswerten Schneefällen. In 1983, 1996 und 2013 sorgten Kaltlufteinbrüche dafür, dass in vielen Regionen Deutschlands 5 bis 15 Zentimeter Neuschnee gemessen wurden. In höheren Lagen der Mittelgebirge konnten sogar über 20 Zentimeter zusammenkommen.
Warum der Winter im Frühling noch einmal zurückkommen kann
Der Grund für solche Ereignisse liegt in der dynamischen Wetterlage des Frühjahrs. Während die Sonne bereits deutlich stärker scheint, sind kalte Luftmassen in der Atmosphäre weiterhin vorhanden und können nach Süden vordringen.
Kommt es zu einer entsprechenden Großwetterlage mit Nord- oder Ostströmung, gelangt kalte Luft bis nach Deutschland. Wenn dann ein Tiefdruckgebiet mit Niederschlägen hinzukommt, fällt dieser Niederschlag bei niedrigen Temperaturen schnell als Schnee statt Regen.
Weiße Ostern bleiben dennoch selten
Trotz einzelner spektakulärer Beispiele bleiben schneereiche Ostern im Flachland eine Ausnahme. In den meisten Jahren liegen die Temperaturen bereits deutlich über dem Gefrierpunkt, sodass Niederschläge hauptsächlich als Regen fallen.
Die historischen Beispiele zeigen jedoch eindrucksvoll, wie unberechenbar das Wetter im Frühling sein kann. Auch wenn warme Feiertage deutlich wahrscheinlicher sind, beweisen Ereignisse mit bis zu 35 Zentimetern Schnee, dass selbst zu Ostern noch einmal ein kurzer Wintergruß möglich ist. ❄️