Erst Frühlingsluft, dann Schnee bis weit runter in Südbayern - "Luftmassengrenze bringt endlich viel Niederschlag"
Eine Wetterumstellung bringt dem Süden Deutschlands nach langer Zeit nochmal große Niederschlagsmengen. Dabei sorgt das Gerangel zwischen Frühlingsluft und einer markanten Kaltfront endlich mal für Spannung beim Wetter.

Das (zumindest für Meteorologen) langweilige und meist trübe Novemberwetter findet in dieser Woche sein Ende. Die Wetterlage stellt sich um und entlang einer Luftmassengrenze sind endlich mal größere Niederschlagsmengen für Südbayern in Sicht. Das Niederschlagsdefizit ist in vielen Regionen nämlich immer noch groß und die Flusspegel dementsprechend niedrig.
Dabei sorgt eine Warmfront zunächst noch einmal für einen Hauch von Frühling, bevor Richtung Wochenende eine markante Kaltfront den ersten Wintereinbruch der Saison bringen könnte. Für uns Meteorologen bedeutet das endlich mal wieder Spannung und Action beim Wetter.
Kalt bei Nebel, mild mit Sonne
Trotzdem nochmal kurz ein Blick zurück: Wie groß die Temperaturunterschiede bei Hochdruckwetter im Herbst sein können, zeigte einmal mehr der vergangene Freitag (05.11.26) im Freistaat: Im dichten und trüben Novembergrau stiegen die Höchsttemperaturen teilweise nur wenig über den Gefrierpunkt.

In Garmisch-Partenkirchen (3,1°C) und Augsburg (3,2°C) erreichten die Werte ohne Sonne nur 3 Grad, in München-Stadt knapp 4 Grad (3,8°C). Deutlich milder wurde es dagegen im Bayerischen Wald: In Zwiesel (615m) gab es mit viel Sonnenschein schon fast frühlingshaft milde 14 Grad (13,5°C).
Viel Regen im Allgäu
Am Montag zieht sich nun aber das bisher wetterbestimmende Hoch nach Osteuropa zurück und ein Tief vor den Toren Westeuropas gewinnt zunehmend an Einfluss auf unser Wetter. Dabei wird zunächst eine Warmfront für deutlich ansteigende Temperaturen sorgen.
In weiten Teilen Südbayerns wird der Wochenbeginn noch hochnebelartig bewölkt sein, Richtung Bayerwald ist auch noch etwas Sonne möglich. Von den Alpen zieht es sich aber immer mehr zu und im Tagesverlauf beginnt es im Allgäu und im Alpenvorland zu regnen. Die Höchstwerte liegen zwischen 3 Grad an der Donau und 11 Grad an den Alpen.
In der Nacht zu Dienstag breitet sich der Dauerregen auf ganz Südbayern aus bei Tiefstwerten von 7 bis 3 Grad. Am Dienstag tagsüber bleibt die Warmfront im Bereich einer Luftmassengrenze über dem Süden Deutschlands liegen. Dabei kommt es besonders am Alpenrand und im Allgäu zu teils ergiebigem Dauerregen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet gebietsweise Regenmengen zwischen 30 und 40 Liter pro Quadratmeter (mm), in Staulagen sogar um 50 mm. Die Schneefallgrenze ist in der sehr milden Luftmasse allerdings sehr hoch und liegt um 2500 Meter. Richtung Donau fällt deutlich weniger Regen. Die Höchstwerte liegen zwischen 7 Grad an der Donau und 13 Grad im Allgäu und selbst auf 2000 Meter hat es +3 Grad.
Erst Föhn, dann Wettersturz mit Schnee
Am Mittwoch und Donnerstag beruhigt sich das Wetter und an den Alpen wird es mit Föhn zeitweise sonnig. Dazu wird es in der Warmluft für die Jahreszeit sehr mild. Mit Sonne sind am föhnigen Alpenrand durchaus Temperaturen von über 15 Grad möglich, sonst liegen die Höchstwerte bei 7 bis 13 Grad.
Am Freitag könnte es in Südbayern spannend werden! Eine Kaltfront trifft hier auf feuchte Mittelmeerluft & dadurch werden die Niederschläge verstärkt & könnten abends in vielen Regionen in Schnee übergehen! Prognose noch unsicher! #Schnee /CG https://t.co/BcA5XYT4yA
— Kachelmannwetter (@Kachelmannwettr) November 8, 2026
Zum Freitag beendet dann eine markante Kaltfront aber das Frühlingsintermezzo mit Pauken und Trompeten. Das genaue Timing ist so weit im Voraus noch mit größeren Unsicherheiten behaftet. Die meisten Modelle sehen die Front aber bis zum Abend von Nordwesten zu den Alpen rauschen. Mit einem Temperatursturz würde die Schneefallgrenze von Norden auf 400-700 Meter sinken können. In Alpenvorland wäre damit ein erster Wintereinbruch durchaus möglich.