Feuersturm-Terror in Europa: „Kommt das auch zu uns?" – was jetzt auf Deutschland zurollt

Gigantische Feuerwolken spucken Blitze über Frankreich, Zehntausende fliehen. Jetzt kommt die Gluthitze auch zu uns – und die bange Frage geht um: Droht Deutschland diese Woche der gefürchtete Feuersturm?

Es sind Bilder, die sich ins Gedächtnis brennen: Über dem Südwesten Frankreichs türmt sich eine kilometerhohe Feuerwolke auf, spuckt echte Blitze und zündet ringsum immer neue Brände. Zehntausende Menschen mussten Hals über Kopf fliehen, ganze Landstriche stehen in Flammen.

Sei einer der Ersten, der die neuesten Wetter-Updates erhält, indem Du unserem neuen WhatsApp-Kanal beitrittst. Folge uns und schalte die Benachrichtigungen ein.

Und während im Süden Europas die Hölle lodert, rollt die nächste Gluthitze ausgerechnet auf Deutschland zu. Kein Wunder, dass sich gerade Millionen Menschen dieselbe bange Frage stellen: Kommt dieser Feuersturm jetzt auch zu uns?

Was ein „Feuersturm" überhaupt ist

Zuerst zur Aufklärung, denn der Begriff klingt nach Weltuntergang – ist aber erklärbar. Fachleute sprechen von einem Pyrocumulonimbus. Vereinfacht gesagt: Ein Feuer wird so gewaltig und so heiß, dass es sich sein eigenes Wetter erschafft.

Die glühende Luft schießt wie in einem Kamin senkrecht nach oben, reißt Rauch und Feuchtigkeit mit und formt in mehreren Kilometern Höhe eine riesige Gewitterwolke. Diese Wolke erzeugt dann eigene Sturmböen und schleudert Blitze, die rundherum neue Feuer entfachen – ein Teufelskreis aus Hitze, Wind und Glut.

Warum das keineswegs neu ist

Viele glauben, so etwas gebe es erst seit Kurzem. Ein Irrtum. Solche Feuerwolken toben seit Jahren regelmäßig in Australien, im Westen der USA, in Kanada und in den endlosen Wäldern Sibiriens.

Waldbrände in Frankreich und Spanien: Werden sie in dieser Woche auch bei uns in Deutschland häufiger auftreten?
Waldbrände in Frankreich und Spanien: Werden sie in dieser Woche auch bei uns in Deutschland häufiger auftreten?

Und auch Europa kennt das Grauen längst: Schon 2017 raste in Portugal ein Feuersturm über eine Landstraße und riss Dutzende Menschen in den Tod. Neu ist höchstens, dass die Wucht dieser Brände immer weiter nach Norden vorrückt – und damit näher an uns heran.

Frankreich und Spanien im Ausnahmezustand

Aktuell kämpfen beide Länder gegen einige der schlimmsten Brände ihrer Geschichte. Rund um Bordeaux meldeten die Einsatzkräfte eine gewaltige Feuerwolke, wie sie Frankreich so noch nie erlebt hat.

In Spanien fressen sich die Flammen bei Madrid und Valencia durch das Land, eines der Feuer zählt zu den größten, die Spanien je gesehen hat. Zusammengerechnet mussten in beiden Ländern über 325.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Die Feuerwehren stoßen längst an ihre Grenzen.

Diese Woche wird Deutschland zum Pulverfass

Jetzt der Blick auf uns – und der hat es in sich. Ab Dienstag dreht der Hitze-Motor auf, der Höhepunkt kommt am Donnerstag und Freitag mit 34 bis 38 Grad, im Süden lokal bis 40 Grad. Die kursierenden 44-Grad-Meldungen? Reine heiße Luft, da spinnt ein einzelnes Modell.

Viel gefährlicher ist der staubtrockene Boden: Vielerorts fiel in diesem Monat kaum ein Tropfen Regen. Ab Mittwoch springt die Waldbrandgefahr in der Südhälfte auf Alarmstufe, regional sogar auf die höchste Warnstufe. Ein einziger Funke genügt.

Also – kommt der Feuersturm jetzt auch zu uns?

Die ehrliche Antwort lautet: Nein, nicht diese Woche. Für eine Feuerwolke wie in Frankreich fehlen uns die riesigen, zusammenhängenden Wälder und die extreme Brandwucht. Unsere Feuerwehren sind schnell zur Stelle, die meisten Brände bleiben beherrschbar.

Aber die Richtung stimmt nicht mehr – und das ist die eigentliche Warnung. Heißere, trockenere Sommer schieben die Gefahr Stück für Stück zu uns herauf. Deshalb gilt jetzt: kein offenes Feuer, keine Kippe aus dem Autofenster, den heißen Wagen niemals über trockenem Gras parken. Ein Funke reicht – dann brennt's auch bei uns.