Fast-Blutmond am Freitag! Seltene Mondfinsternis über Deutschland – „Wer zu lange schläft, hat Pech"
Am Freitag verdunkelt sich der Vollmond über Deutschland fast komplett – ein Schauspiel, das erst 2028 wiederkommt. Doch nur wer früh aufsteht und nach Westen blickt, erlebt es wirklich.

Der Wecker klingelt, draußen ist es stockdunkel – und wer jetzt ans Fenster tritt, erlebt am Freitagmorgen ein Schauspiel, das es so schnell nicht wieder gibt. Über Deutschland schiebt sich der Schatten der Erde vor den Vollmond, bis fast die komplette Mondscheibe verschwindet.
Fast. Denn genau dieses kleine Wörtchen macht die Mondfinsternis am 28. August zu etwas ganz Besonderem – und sorgt schon jetzt für hitzige Diskussionen unter Hobby-Astronomen und Frühaufstehern.
Fast ein Blutmond – und trotzdem keiner
Bis zu 96 Prozent der Mondscheibe tauchen beim Maximum in den Kernschatten der Erde ein. Das ist verdammt viel – und reicht am Ende doch nicht ganz. Ein hauchdünner, hell beleuchteter Rand bleibt stehen und überstrahlt das rötliche Licht daneben.
Das Ergebnis: ein tief verdunkelter, kupferfarben schimmernder Mond, aber eben kein echter Blutmond mit dem satten, glühenden Rot, das viele von Fotos kennen. Wer mit der ganz großen Show rechnet, sollte die Erwartung ein kleines bisschen herunterschrauben.
Genau um diese Uhrzeit müssen Sie raus
Los geht es unauffällig: Schon gegen 3.24 Uhr rutscht der Mond in den Halbschatten, zu sehen ist da aber kaum etwas. Richtig spannend wird es ab 4.34 Uhr, wenn sich der Kernschatten sichtbar in die Mondscheibe frisst.

Das Maximum fällt auf 6.13 Uhr – und jetzt kommt der Haken, den viele Kalender verschweigen: Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond bei uns schon knapp über dem Horizont und geht mitten im schönsten Moment unter. Wer ausschläft, guckt in die Röhre.
Der Westen hat die besseren Karten
Und es gibt klare Gewinner und Verlierer – rein geografisch. Im Westen Deutschlands geht der Mond später unter als im Osten, hier bleibt also spürbar mehr von der Finsternis übrig. In Köln etwa verschwindet der Erdtrabant erst gegen 6.47 Uhr hinter dem Horizont.
Wichtig ist deshalb vor allem eins: freie Sicht Richtung Westen und Südwesten. Bäume, Häuser, ein Hügel – alles, was tief am Horizont im Weg steht, kann Ihnen das Spektakel komplett vermasseln. Ein erhöhter Standort ist da Gold wert.
Die entscheidende Frage: Spielt das Wetter mit?
Und damit sind wir beim Punkt, der über alles entscheidet. Der schönste Fast-Blutmond nützt nichts, wenn eine dicke Wolkendecke dazwischenfunkt. Die gute Nachricht: Ein kräftiges Hoch macht sich in diesen Tagen breit und schraubt die Chancen auf einen klaren Himmel deutlich nach oben.
Die schlechte: Gerade in den frühen Morgenstunden bilden sich schnell mal Nebel und Dunst in den Niederungen – und ausgerechnet tief am Horizont, wo der Mond steht, reicht schon eine harmlose Dunstbank, um die Sicht zu trüben. Ein Blick aus dem Fenster lohnt sich also unbedingt.
Zwei Jahre warten – oder jetzt den Wecker stellen
Fest steht: Wer dieses Himmelsschauspiel verpasst, muss sich in Geduld üben. Die nächste echte totale Mondfinsternis über Deutschland lässt bis zum 31. Dezember 2028 auf sich warten – und bis dahin ist es ein weiter Weg.
Ein Fernglas macht die Kante des Erdschattens besonders eindrucksvoll, nötig ist es aber nicht: Das bloße Auge genügt völlig, eine Schutzbrille brauchen Sie – anders als bei einer Sonnenfinsternis – überhaupt nicht.
Also: Wecker auf kurz vor halb fünf, warme Jacke an, Blick nach Westen – und einfach genießen. Kleines Problem: Das Wetter könnte am Freitagmorgen überhaupt nicht mitspielen! Es deuten sich viele Wolken an und sogar Regen!