Experte Habermehl warnt: "Dort herrschen -45°C" Diese Kältezunge rutscht jetzt Richtung Deutschland

Eine massive Kältezunge schiebt sich aus Russland nach Westen. Die Karten zeigen extreme Kontraste. Doch erreicht die eisige Luft Deutschland wirklich oder entscheidet sich alles an der Luftmassengrenze?
Auffällig auf der aktuellen Wetterkarte ist die mächtige Kältezunge, die sich von Russland weit nach Westen ausdehnt. Dabei handelt es sich um einen langgezogenen Vorstoß kontinentaler Kaltluft, der durch eine östliche Strömung nach Europa gelenkt wird.
Solche Strukturen entstehen meist bei stabilen Hochdruckgebieten über Russland oder Skandinavien. Diese Hochs wirken wie ein Förderband für eisige Luftmassen. Entscheidend ist jedoch, wie weit dieser Kaltluftarm tatsächlich nach Westen vorankommt und ob er auf seinem Weg von milder Atlantikluft gestoppt wird.
Deutschland an der scharfen Luftmassengrenze
Deutschland liegt bei dieser Wetterlage exakt zwischen zwei gegensätzlichen Luftmassen. Während der Osten bereits deutlich unter dem Einfluss der russischen Kälte steht, hält sich im Westen noch vergleichsweise milde Luft. Diese Konstellation sorgt für starke Temperaturunterschiede auf engem Raum.

Schon geringe Verschiebungen der Großwetterlage können entscheiden, ob frostige Kontinentalluft weiter nach Westen vorstößt oder ob sich der Atlantik behauptet. Genau diese Unsicherheit macht die kommenden Tage meteorologisch besonders spannend und erhöht gleichzeitig das Risiko für Glatteis und winterliche Überraschungen.
Der Freitag: Erste Signale der Kälte
Am Freitag präsentiert sich der Westen und Südwesten häufig stark bewölkt, im Nordwesten ist am Morgen etwas Regen möglich, lokal mit Glatteisgefahr. Sonst wechseln sich Wolken, Hochnebel und sonnige Abschnitte ab, vor allem im Osten. Am Abend erreichen den Südwesten neue, leichte Niederschläge.
Die Höchstwerte liegen in der Osthälfte zwischen -5 und -2 Grad, im Südwesten zwischen 1 und 8 Grad, am mildesten bleibt es am Niederrhein. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Ost, an den Küsten zeitweise kräftig.
Samstag: Die Kältezunge tastet sich weiter vor
Am Samstag hält sich im Norden und Osten verbreitet hochnebelartige Bewölkung. Abseits davon zeigt sich das Wetter freundlicher, südlich der Donau zunehmend sonnig. Von Westen her ziehen jedoch dichte Wolken mit Regen oder Schnee auf. Vor allem Richtung Nordwesten ist auch gefrierender Regen nicht ausgeschlossen. Die Temperaturen erreichen -3 bis 2 Grad, im Südwesten bis 8 Grad. Der Ost- bis Nordostwind frischt zeitweise auf und unterstreicht den winterlichen Charakter dieser angespannten Übergangslage.
Sonntag und Montag: Winterlich, aber nicht flächendeckend
Am Sonntag dominieren hochnebelartige Wolken oder dichte Bewölkung, nur im Westen lockert es stellenweise auf. An der Ostsee sind einzelne Schneeschauer möglich, am Abend fällt im Südosten etwas Schnee. Die Höchstwerte liegen zwischen -2 und 5 Grad. Am Montag bleibt es überwiegend bedeckt, besonders in der Südosthälfte fällt zeitweise Schnee. Im Nordwesten bleibt es meist trocken. Die Temperaturen bewegen sich zwischen -2 und +2 Grad, im Osten bei -5 bis -1 Grad.
Ausblick: Entscheidung über Winter oder Tauwetter
Am Dienstag bleibt es zunächst stark bewölkt und meist trocken, bevor abends von Westen Niederschläge aufziehen. Diese können je nach Region als Schnee oder gefrierender Regen fallen. Die Höchstwerte liegen zwischen -4 und +3 Grad, in der Nacht zum Mittwoch sinken sie auf +2 bis -6 Grad. Ob sich die Kältezunge aus Russland weiter nach Westen ausbreitet oder allmählich zurückgedrängt wird, entscheidet sich genau in dieser Phase – und damit auch, ob der Winter in Deutschland noch einmal richtig zupackt.