Erster Schnee im November: Hier wird es zuerst weiß – Wetterexperte nennt die Regionen

Der November steht vor der Tür – und mit ihm die ersten Flocken. Doch wo wird es zuerst weiß, wo müssen Schneefans noch wochenlang warten? Die große Übersicht für Deutschland.

Wann kommt im November der erste Schnee nach Deutschland?
Wann kommt im November der erste Schnee nach Deutschland?

Die Uhren sind umgestellt, die Abende werden lang und dunkel, und jetzt beginnt die Zeit, in der viele beim Blick aus dem Fenster auf die ersten Schneeflocken hoffen. Der November ist in Deutschland traditionell der Monat, in dem der Winter zum ersten Mal anklopft. Mal ganz zaghaft mit ein paar nassen Flocken im Regen, mal richtig, mit einer weißen Decke über Nacht.

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Eines aber vorweg: Der erste Schnee kommt nicht überall gleichzeitig. Zwischen dem Fichtelberg im Erzgebirge und dem Niederrhein liegen beim Wintereinbruch oft Wochen, manchmal sogar Monate. Wer wissen will, wann es bei ihm so weit ist, muss vor allem auf zwei Dinge schauen: die Höhenlage und die Lage im Land.

Auf den Gipfeln ist der Winter längst da

Ganz oben hat der Winter seine Visitenkarte meist schon abgegeben, bevor der November überhaupt beginnt. Auf der Zugspitze kann es praktisch in jedem Monat des Jahres schneien. Auch auf dem Feldberg im Schwarzwald, dem Brocken im Harz und dem Fichtelberg fallen die ersten Flocken im langjährigen Mittel bereits im Oktober.

Für die Gipfellagen ist der November deshalb eher der Monat, in dem sich der Winter festbeißt. Oberhalb von etwa 1000 Metern ist eine geschlossene Schneedecke ab Mitte November keine Seltenheit mehr. In vielen Skigebieten laufen dann schon die ersten Vorbereitungen für die Saison.

Mittelgebirge: Hier ist der November Schneemonat

Richtig spannend wird es eine Etage tiefer. In den Mittelgebirgen oberhalb von rund 500 bis 600 Metern ist der November der klassische Monat für den ersten Schnee. Dazu zählen vor allem der Harz, das Erzgebirge, der Thüringer Wald, das Fichtelgebirge, der Bayerische Wald und die Rhön.

Auch im Hochsauerland rund um Winterberg, in den Hochlagen des Schwarzwaldes sowie auf den Höhen von Eifel, Westerwald und Hunsrück wird es im Durchschnitt im Laufe des Novembers erstmals weiß. Oft reicht dafür schon ein einziger Vorstoß kalter Luft aus dem Norden, und am nächsten Morgen sind Wälder und Wiesen überzuckert.

Der Süden und Osten ziehen nach

Im Alpenvorland, im Allgäu und in weiten Teilen Oberbayerns liegt der Termin für die erste Schneedecke im Mittel meist gegen Ende November. Rund um München sind erste Flocken in der zweiten Monatshälfte durchaus normal, liegen bleiben sie aber nicht immer.

Es ist nun höchste Zeit für Winterreifen. Die Temperaturen sinken immer weiter, der erste Schnee wird bald auch in tiefen Lagen erwartet.
Es ist nun höchste Zeit für Winterreifen. Die Temperaturen sinken immer weiter, der erste Schnee wird bald auch in tiefen Lagen erwartet.

Im Osten spielt die Nähe zum Kontinent eine wichtige Rolle. In der Lausitz, in Teilen Sachsens und in Brandenburg kommt kalte Luft aus Osteuropa schneller an. Hier fällt der erste Schnee häufig zwischen Ende November und Anfang Dezember, in Berlin liegt der Durchschnittstermin für die erste Schneedecke in etwa an der Monatswende.

Rhein, Main und Küste warten am längsten

Ganz anders sieht es im Westen und an der See aus. Im Oberrheingraben, im Rhein-Main-Gebiet, in der Kölner Bucht, am Niederrhein und im Ruhrgebiet sorgt die milde Atlantikluft dafür, dass Schnee lange auf sich warten lässt. Auch die Täler von Mosel und Nahe gehören zu den Regionen, in denen der Winter traditionell spät ankommt.

Hier fällt der erste nennenswerte Schnee im Mittel oft erst im Dezember, nicht selten sogar erst im Januar. An der Nordseeküste und auf den Inseln hält das noch relativ warme Meer die Temperaturen zusätzlich hoch. In manchen Wintern bleibt es dort bei ein paar Graupelschauern, eine richtige Schneedecke gibt es dann gar nicht.

Was das für diesen November bedeutet

Durchschnittswerte sind allerdings keine Garantie. Im Klimawandel hat sich der erste Schnee in den tiefen Lagen tendenziell nach hinten verschoben, und die Zahl der Schneetage ist dort deutlich gesunken. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung: Eine einzige Nordwestlage mit Polarluft reicht, um Schneeschauer bis in Lagen von 300 oder 400 Metern zu bringen, auch mitten im Flachland.

Von O bis O, also Oktober bis Ostern: Jetzt ist die richtige Zeit für Winterreifen. Unter etwa 7 Grad werden Sommerreifen hart und verlieren an Grip. Die weichere Gummimischung und das Lamellenprofil der Winterreifen sorgen dagegen bei Kälte, Nässe, Schneematsch und Glätte für deutlich kürzere Bremswege und mehr Sicherheit.

Einen genauen Termin für den ersten Schnee kann seriös niemand Wochen im Voraus nennen, wirklich belastbar ist das erst wenige Tage vorher. Wer im November viel mit dem Auto unterwegs ist, sollte deshalb nicht auf den Kalender schauen, sondern vorsorgen. Die Winterreifen gehören jetzt aufs Auto, denn gerade der erste Schnee erwischt viele Autofahrer kalt.