Erster Schnee 2026: Polarluft rückt an – hier fallen bald die ersten Flocken

Nach den milden Oktobertagen dreht das Wetter: Kalte Luft aus dem hohen Norden erreicht Deutschland. Wann und wo der erste Schnee fällt und ob Weihnachten weiß werden kann.

Viele Menschen in Deutschland reiben sich gerade die Augen. Eben noch mildes Herbstwetter, jetzt zeigen die Wetterkarten für die kommende Woche einen kräftigen Temperatursturz. Der Grund ist eine Umstellung der Großwetterlage: Über dem Nordatlantik baut sich ein Hochdruckgebiet auf, gleichzeitig zieht ein Tief über Skandinavien nach Osten.

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Zwischen beiden dreht die Strömung auf Nord, und genau dann gibt es für die Polarluft freie Bahn bis nach Mitteleuropa. Die Höchstwerte können nach jetzigem Stand vielerorts in den einstelligen Bereich fallen, nachts droht verbreitet Frost. In den Hochlagen der Mittelgebirge ist dann auch der erste Schnee drin.

Wann der erste Schnee in Deutschland normalerweise fällt

Ein Wintereinbruch Mitte bis Ende Oktober klingt dramatisch, ist aber keine Sensation. Wer sich die Klimawerte der vergangenen Jahrzehnte anschaut, sieht schnell: Der erste Schnee kommt in Deutschland nicht an einem festen Termin, sondern wandert von oben nach unten. Erst trifft es die Gipfel, dann die mittleren Lagen und ganz zum Schluss das Flachland.

Entscheidend ist dabei weniger der Kalender als die Höhenlage. Pro 100 Höhenmeter wird es im Schnitt gut ein halbes Grad kälter. Deshalb kann es auf dem Feldberg schon kräftig schneien, während in Freiburg noch Regen fällt.

Wo es zuerst weiß wird

In den Alpen und auf der Zugspitze fällt der erste Schnee meist schon im September oder Anfang Oktober. Die Hochlagen der Mittelgebirge über 1.000 Meter, also etwa Schwarzwald, Bayerischer Wald, Erzgebirge oder Harz, sind typischerweise Mitte bis Ende Oktober dran.

Wann können wir in Deutschland den ersten Schnee erwarten?
Wann können wir in Deutschland den ersten Schnee erwarten?

In mittleren Lagen zwischen 500 und 800 Metern, wie in Eifel, Hunsrück, Rhön oder Sauerland, ist mit den ersten Flocken eher Anfang bis Mitte November zu rechnen. Im Flachland im Süden und Osten liegt der Termin meist Mitte bis Ende November. Am längsten warten müssen Rheinland, Rhein-Main, Niederrhein und die Küsten, dort ist es oft erst Ende November bis Mitte Dezember so weit, manchmal sogar erst im Januar.

So hoch sind die Chancen auf Schnee

Für die Hochlagen der Mittelgebirge liegt die Wahrscheinlichkeit, dass bis Ende Oktober zumindest einmal Schnee fällt, bei grob 60 bis 70 Prozent. In mittleren Lagen sind es um die 30 Prozent. Im Flachland ist Schnee im Oktober dagegen die Ausnahme, die Chance liegt bei etwa 10 bis 15 Prozent.

Bis Ende November sieht das ganz anders aus. Dann haben in den meisten Jahren zumindest ein paar Schneeflocken fast überall im Land gefallen, im Flachland liegt die Quote bei rund 60 bis 70 Prozent. Wichtig dabei: Flocken in der Luft heißen noch lange nicht, dass auch eine geschlossene Schneedecke liegen bleibt.

Kommt der Schnee wegen des Klimawandels immer später?

Ja, im Mittel ist das so. Deutschland ist heute gut zweieinhalb Grad wärmer als Ende des 19. Jahrhunderts. Vor allem im Flachland gibt es deutlich weniger Schneetage als noch in den 1960er- und 1970er-Jahren, der erste Schnee kommt im Schnitt später und die Schneedecke verschwindet früher.

Es wird in den nächsten Tagen immer frischer. Am Tag werden kaum mehr als 10 oder 12 Grad erreicht, das gilt ab kommenden Sonntag.
Es wird in den nächsten Tagen immer frischer. Am Tag werden kaum mehr als 10 oder 12 Grad erreicht, das gilt ab kommenden Sonntag.

Das bedeutet aber nicht, dass frühe Wintereinbrüche ausgestorben sind. Die Wetterlage entscheidet im Einzelfall. Strömt Polarluft direkt aus dem Norden heran, kann es auch in einem warmen Klima schon im Oktober bis in tiefe Lagen schneien. Nur kommt das eben seltener vor als früher.

Ist Schnee an Weihnachten eigentlich normal?

Viele verbinden Weihnachten automatisch mit Schnee. Dabei beginnt der kalendarische Winter erst am 21. Dezember, also nur wenige Tage vor dem Fest. Meteorologen rechnen den Winter zwar schon ab dem 1. Dezember, doch auch das ändert wenig: Die kältesten Wochen des Jahres liegen meist erst im Januar und Februar.

Hinzu kommt das berühmte Weihnachtstauwetter. In ungefähr zwei von drei Jahren setzt sich um die Feiertage herum milde Westwetterlage durch. In den großen Städten im Flachland liegt die Chance auf weiße Weihnachten deshalb oft nur bei 10 bis 20 Prozent, in den höheren Mittelgebirgen dagegen deutlich darüber. Schnee unterm Weihnachtsbaum ist im Flachland also eher Glücksfall als Normalfall.