Erst krachts, dann kommt die Gluthitze: Deutschland steuert auf gefährliche Gewitter- und Hitzetage zu
Wüstentage, Tropennächte und Gewitter die unwetterartig ausfallen- das sind die Wetteraussichten für die nächsten Tage. Nach den zum Teil stark unterkühlten Junitemperaturen schlagen wir im Wetterbuch das nächste Extem-Wetter-Kapitel auf.

Schon vor der Hitzewelle ziehen kräftige Gewitter über Deutschland, denn in der Atmosphäre geht es schon zur zur Sache:
Am Dienstag entwickelten sich regional kräftige Gewitter. Der Grund dafür lag nicht in extremer Hitze, sondern in einer meteorologischen Besonderheit: der Windscherung.
In der Meteorologie spricht man von Windscherung, wenn sich Windgeschwindigkeit oder Windrichtung innerhalb kurzer Distanzen in der Atmosphäre verändern.
Für Gewitter ist dabei vor allem die vertikale Windscherung entscheidend, also die Veränderung des Windes mit zunehmender Höhe.
Sie beeinflusst maßgeblich, wie sich ein Gewitter entwickelt. Fehlt die Scherung, bleiben viele Gewitter kurzlebig und brechen nach kurzer Zeit wieder zusammen. Nimmt sie dagegen zu, werden Auf- und Abwind räumlich voneinander getrennt. Dadurch kann das Gewitter länger bestehen bleiben, neue Energie aufnehmen und sich zu größeren Strukturen organisieren.
Die Folge sind oftmals kräftigere Gewitter mit höherem Risiko für Starkregen, Hagel und Sturmböen. Bei besonders günstigen Bedingungen können sogar langlebige Multizellen oder Superzellen entstehen, die zu den gefährlichsten Gewitterformen zählen.
Genau dieser Effekt spielte bereits bei den Gewittern vom Dienstag eine Rolle. Die Luft war zwar noch nicht außergewöhnlich heiß, verfügte aber über genügend Windscherung, um einzelne Gewitterzellen besser zu organisieren.
In den folgenden Tagen kommt nun eine weitere Komponente hinzu: Die Atmosphäre wird zunehmend heißer, feuchter und energiereicher.
Die Windscherung liefert dagegen nicht den Treibstoff, sondern beeinflusst die Struktur der Gewitter. Sie entscheidet darüber, ob sich nur kurzlebige Wärmegewitter bilden oder organisierte Gewittersysteme entstehen, die länger bestehen und deutlich heftiger ausfallen können.
Mittwoch schnellt das Thermometer schon nach oben- aber nur regional Gewitter
Am Mittwoch beruhigt sich die Wetterlage vorübergehend etwas. Im Süden und Südwesten setzt sich häufig die Sonne durch. Im Südwesten steigen die Temperaturen bereits auf 31 bis 33 Grad.
Ganz stabil ist die Atmosphäre jedoch noch nicht. Vor allem an den Alpenraum können sich am Nachmittag einzelne kräftige Gewitter bilden. Dort sind lokal Hagel, Starkregen und stürmische Böen möglich. Im Norden ziehen dagegen zeitweise Wolkenfelder mit etwas Regen oder Nieselregen durch. Die Temperaturen erreichen 18 bis 24 Grad im Norden sowie 24 bis 30 Grad in den übrigen Landesteilen.
Donnerstag fällt örtlich als Wüstentag aus und die Nacht bleibt tropisch warm
Am Donnerstag startet die große Juni-Hitzewelle. Aus Südwesten strömt zunehmend heiße Luft nach Deutschland. In der Mitte und im Süden werden verbreitet mehr als 30 Grad erreicht, örtlich sogar über 35 Grad.
Während im Südwesten häufig die Sonne scheint, halten sich im Norden und Nordosten zeitweise dichtere Wolken. Die Gewittergefahr bleibt zunächst gering.
Die Wärmebelastung steigt deutlich an. Besonders in Städten kühlt es nachts immer schlechter ab.
Was passiert in der mittleren Troposphäre (500 hPa)
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) June 16, 2026
️ Nordwestströmung zwischen Hoch über Westeuropa & Tief über Nordosteuropa.
️ Feuchtwarme Subtropikluft erreicht die Mitte und S
️ Höhentrog auf 500 hPa fördert heute Schauer + Gewitter.
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Ab Freitag wird die Lage brisant mit tropischer Feuchte
Zum Wochenende kommt eine neue Zutat hinzu: Neben der Hitze nimmt auch die Luftfeuchtigkeit deutlich zu. Die Temperaturen erreichen verbreitet 30 bis 38 Grad, gleichzeitig steigen die Taupunkte auf schwülwarme Werte zwischen 16 und 21 Grad.
In dieser Luftmasse steckt enorme Energie. Die Wettermodelle berechnen regional mehr als 2000 Joule pro Kilogramm verfügbarer Konvektionsenergie.
Besonders im Westen und Nordwesten treffen diese Energiereserven auf eine erneut zunehmende Windscherung.
Damit können organisierte Gewittersysteme entstehen, darunter Multizellencluster oder vereinzelt sogar Superzellen.
Sie unterscheiden sich deutlich von gewöhnlichen Wärmegewittern und können größeren Hagel, schwere Sturmböen sowie heftigen Starkregen hervorbringen.
Am Samstag verlagert sich der Schwerpunkt möglicher Unwetter eher in die Osthälfte Deutschlands. Am Sonntag bleiben vor allem die Mitte und der Süden von starker bis sehr starker Wärmebelastung betroffen. Einzelne Hitzegewitter können lokal unwetterartig ausfallen.