Dienstag noch 21 Grad, dann kommt der Halloween-Herbst: Wo Sonne lockt und wo der Grusel-Nebel eiskalt droht
Die letzten Oktobertage spendieren noch einmal einen Hauch von spätsommerlicher Wärme: Bis zu 21 Grad und örtlich zehn Sonnenstunden laden am Dienstag ins Freie ein. Doch auf dem Weg zu Halloween bekommt der goldene Herbst Konkurrenz. Wo behauptet sich die Sonne, wo verschluckt zäher Nebel die Landschaft – und wo könnten frostige Nächte für die ersten eisigen Schauer sorgen?
Noch einmal ohne dicke Jacke mit Leichtigkeit durch raschelndes Herbstlaub spazieren, die Mittagspause in die Sonne verlegen und auf der Terrasse einen letzten warmen Oktobermoment genießen: Der Dienstag hat dafür vor allem im Süden und Südwesten einiges zu bieten. Doch wer darin den Auftakt zu einer ganzen Woche Indian Summer sieht, den müssen wir hier enttäuschen.
Denn der Wärmeschub wird nur ein kleines 'Stelldichein'. Ziemelich schnell sinken die Temperaturen wieder, während sich zunehmend hoher Luftdruck durchsetzt.
Das klingt nach goldenen Herbsttagen, hat Ende Oktober aber einen Haken: Unter einer grauen Nebeldecke kann die Sonne stundenlang verborgen bleiben. Bis Halloween entscheidet deshalb zunehmend der Wohnort darüber, ob der Herbst leuchtet oder seine düstere Seite zeigt.
Dienstag: Der Oktober packt noch einmal das T-Shirt aus
Vom Atlantik strömt Luft nach Deutschland, die ihren Ursprung über subtropischen Meeresgebieten hat. Diese maritime Subtropikluft bringt für Ende Oktober noch einmal reichlich Wärme mit: Am Dienstag steigen die Temperaturen verbreitet auf 14 bis 19 Grad, im Süden und Südwesten sind örtlich sogar 21 Grad möglich. Wer einen windgeschützten Sonnenplatz erwischt, kann nachmittags durchaus noch einmal im T-Shirt draußen sitzen.
Besonders großzügig fällt die Sonnenportion zwischen Baden und Schwaben aus. Die Wetterkarten zeigen für Freiburg, Stuttgart und Ulm ungefähr neun bis zehn Sonnenstunden. Auch weiter östlich gibt es freundliche Aussichten: Rund um Leipzig sind etwa acht, bei Hannover und Magdeburg rund sieben Stunden eingezeichnet.
Im Nordwesten sieht der Dienstag deutlich verhaltener aus. Zwischen Ostfriesland und Schleswig-Holstein halten sich zunächst mehr Wolken, stellenweise fällt etwas Regen. Dazu bleibt es im Küstenumfeld windig. An der Deutschen Bucht sind stürmische Böen möglich – dort gehört die Jacke weiterhin zum Herbstspaziergang.
Mittwoch: Die Wärme zieht weiter, die Wolken bleiben zunächst
Schon in der Nacht zum Mittwoch schiebt sich eine Kaltfront über Deutschland. Sie bringt überwiegend leichten Regen und beendet den kurzen Vorstoß der besonders milden Luft. Am Mittwoch bleiben noch 12 bis 17 Grad: kein Kälteschock, aber spürbar weniger Wärme als am Vortag.
Die Sonne hat es dabei regional schwer. Besonders vom östlichen Bayern bis nach Sachsen zeigen die Bewölkungssimulatioenen kaum Sonnenstunden. Weiter westlich und nordwestlich bestehen bessere Chancen auf Auflockerungen. Im Rhein-Main-Gebiet und nahe der Nordsee sind örtlich etwa vier bis fünf Stunden möglich.
Nach dem Abzug des Regenbandes wird es vielerorts wieder trocken. Im Nordwesten können später allerdings erneut Wolken und etwas Regen aufziehen.
Donnerstag und Freitag: Das Hoch hat eine graue Überraschung im Gepäck
Zum Ende der Arbeitswoche gewinnt hoher Luftdruck an Einfluss. Der Wind lässt vielerorts nach, größere Regengebiete werden seltener. Eine Garantie für blauen Himmel ist das allerdings nicht.
In den langen Nächten kühlt die Luft am Boden kräftig aus. Nebel kann entstehen und sich tagsüber als hartnäckiger Hochnebel halten. Die tief stehende Oktobersonne schafft es dann nicht überall, die graue Decke aufzubrechen.
Wie groß die Unterschiede ausfallen können, zeigt der Donnerstag: Während bei Karlsruhe und Freiburg rund neun Sonnenstunden berechnet werden, bleibt die Sonnenausbeute in weiten Teilen Nord- und Mitteldeutschlands äußerst gering. Die Höchstwerte reichen von etwa 10 Grad an der Donau bis 16 Grad am Niederrhein.
Am Freitag deutet die Sonnenkarte für viele Regionen erneut einen trüben Tag an. Bessere Chancen bestehen unter anderem im äußersten Südwesten und an Teilen der Küsten. Gleichzeitig können die Nächte empfindlich kühl werden: In Süddeutschland sind bereits in der Nacht zum Freitag gebietsweise Werte um null Grad möglich.

Halloween: Goldener Westen oder neblige Gruselkulisse?
Zu Halloween könnte dann auch mal der Westen noch einmal die freundlichere Seite des Herbstes erwischen. Für Samstag zeigt die vorliegende Modellierung rund sieben bis acht Sonnenstunden an Rhein und Ruhr. Auch im Südwesten bestehen Chancen auf längere sonnige Abschnitte.
In vielen anderen Regionen fällt die Ausbeute mit ungefähr zwei bis vier Stunden kleiner aus. Ein deutschlandweit düsterer Nebeltag ist damit ebenso wenig vorgezeichnet wie ein strahlendes Herbstfinale.
Für die abendliche Süßigkeitenrunde sollte das Kostüm trotzdem Platz für eine warme Schicht lassen. Nach Sonnenuntergang wird es deutlich frischer. Wo der Himmel länger klar bleibt und kaum Wind weht, kann der Boden kräftig auskühlen. Ob es in der Halloween-Nacht örtlich für Boden- oder sogar leichten Luftfrost reicht, ist noch offen. Unter dichten Wolken oder Nebel bleibt die nächtliche Abkühlung dagegen schwächer.
Wie sich Sonne und Nebel am Wochenende genau verteilen, ist noch unsicher. Der Trend ist jedoch erkennbar: Der Dienstag liefert den kurzen Wärmehöhepunkt – bis Halloween wird es zwar ruhiger, aber auch wesentlich kühler und regional deutlich grauer.