Der Knall kommt heute! Superzellen brodeln über Deutschland – und ein Wort macht Meteorologen nervös

Gestern noch 31 Grad, heute der Knall: Eine Kaltfront jagt schwere Gewitter über Deutschland. Superzellen brodeln – und ein Wort sorgt bei Fachleuten für Anspannung. Wo es jetzt gefährlich wird.
Der Spätsommer hat gestern noch einmal alles gegeben: Bis zu 31 Grad im Südwesten, dazu Nächte, in denen es kaum unter 20 Grad abkühlte. Es fühlte sich an wie mitten im Hochsommer. Doch damit ist jetzt schlagartig Schluss.
Denn von Nordwesten schiebt sich eine Kaltfront heran und knallt frontal in die schwüle Luft. Genau dieser Zusammenprall macht den heutigen Mittwoch so brisant. Und es gibt ein Wort, das Meteorologen bei dieser Lage ganz besonders aufhorchen lässt. Dazu gleich mehr.
Explosive Mischung: Warum jetzt die Superzellen drohen
Über Deutschland liegt ein hochexplosives Gemisch: feuchte, energiereiche Luft am Boden und ein extrem kräftiger Wind in der Höhe darüber. Fachleute sprechen von einer außergewöhnlich starken Windscherung. Und die ist heute der entscheidende Zünder für alles Weitere.

Denn wo der Wind oben viel schneller und aus anderer Richtung weht als unten, kann ein Gewitter regelrecht in Rotation geraten. Aus einer harmlosen Wolke wird dann eine langlebige, drehende Superzelle – die heftigste Gewitterart, die es gibt. Und genau hier kommt jenes Wort ins Spiel.
Das Wort, das alle nervös macht: Tornado
Ja, es geht um einen Tornado. In einer Scherungslage wie heute lässt sich ein kurzlebiger Wirbel nie ganz ausschließen. Das ist der Grund, warum erfahrene Wetterprofis heute besonders genau auf die Radarbilder starren und jede Zelle im Blick behalten.

Aber keine Panik: Wahrscheinlich ist so ein Tornado nicht, nur eben nicht unmöglich. Ein Faktor bremst die ganz großen Extreme sogar aus. Weil sich die bodennahe Luft am Nachmittag schon abkühlt, verlieren viele Zellen den Kontakt zum Boden. Das dämpft vor allem die Gefahr durch schwere Sturmböen.
Hier wird es am gefährlichsten
Am heftigsten dürfte es am Nachmittag und Abend im Südosten zur Sache gehen. Dort steckt noch die energiereichste Luft des Tages, und der Boden ist von den Regenfällen der Vortage längst randvoll gesogen. Ein wirklich gefährlicher Cocktail.
Fällt jetzt neuer Starkregen von 30 oder 40 Litern in kurzer Zeit, läuft das Wasser kaum noch ab. Überflutete Straßen, volllaufende Keller und Bäche, die zu reißenden Rinnsalen anschwellen, sind dann schnell möglich. Dazu drohen Hagel und Böen, die Äste abknicken lassen.
Kommt jetzt sogar der erste Schnee?
Hinter der Front atmet Deutschland kurz durch, kühlere Meeresluft strömt heran. Doch gleich vorweg: Schnee ist im Flachland überhaupt kein Thema, dafür ist es viel zu mild. Höchstens die obersten Alpengipfel könnten sich ganz zart zuckern.
Und richtig kalt wird es sowieso nicht. Schon zum Wochenende dreht der Wind, im Südwesten kehrt spätsommerliche Wärme zurück. Nächste Woche sind gebietsweise wieder über 25 Grad drin. Der Sommer will einfach nicht loslassen und meldet sich prompt zurück.
Das eigentliche Problem bleibt: die Dürre
So spektakulär die Gewitter heute aussehen – das große Wasserproblem lösen sie nicht. Die Schauer treffen nur punktuell, weite Landstriche gehen erneut komplett leer aus. Vor allem im Südwesten entlang des Rheins bleibt die Lage angespannt.
Dort ist es seit Monaten viel zu trocken, die Böden sind ausgezehrt, die Flusspegel niedrig. Ein paar Gewitterkleckse ändern an diesem Defizit herzlich wenig. Die Dürre zieht sich ungebremst weiter in den Herbst hinein – und genau das dürfte uns noch lange beschäftigen.