Atmosphärenforscher warnt: „Diese Schneefront hat Sprengkraft“ – Unwetter: In diesen Regionen droht Chaos - 20 cm Schnee

Ein Tief drückt eiskalte gegen milde Luft – genau über Deutschland. Was Experten jetzt berechnen, klingt explosiv: Massive Schneefälle, Verkehrschaos und gefährlicher Nassschnee.

Ein kräftiges Tief schiebt seine Front exakt in die brisante Zone zwischen frostiger Polarluft im Nordosten und deutlich milder Atlantikluft im Südwesten. Genau dort entsteht eine scharfe Luftmassengrenze, an der sich die Niederschläge stauen und immer wieder neu bilden.

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Ein Atmosphärenforscher spricht von einer „stationären Schneefront mit außergewöhnlicher Intensität“. Während im Nordosten weiterhin kalte Luft am Boden liegt, gleitet die mildere, feuchtere Luft darüber – ein klassischer Fall von Aufgleitprozessen, die stundenlangen Schneefall auslösen können.

Diese Regionen trifft es besonders

Im Fokus stehen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Vor allem vom westlichen NRW über das nördliche Rheinland-Pfalz bis in weite Teile Hessens sind 5 bis 10 Zentimeter Neuschnee in tiefen Lagen möglich. Besonders brisant: Die Schneefälle ziehen weiter ostwärts bis nach Thüringen und Nordbayern.

Auch der Norden Baden-Württembergs kann zeitweise erfasst werden. In höheren Lagen wie im Taunus oder im Vogelsberg sind bis zu 20 Zentimeter realistisch – lokal sogar mehr, wenn sich die Front nur langsa verlagert.

Nass, schwer, gefährlich

Das Problem ist nicht nur die Menge. Der Schnee fällt vielerorts als nasser, schwerer Pappschnee. Durch Temperaturen um den Gefrierpunkt wird er besonders kompakt. Das erhöht die Gefahr von Schneebruch, umstürzenden Ästen und beschädigten Leitungen. Gleichzeitig entsteht auf Straßen eine heimtückische Mischung aus Schneematsch und gefrierender Nässe. Wird es nachts kälter, droht zusätzlich Glatteisbildung unter der Schneedecke – eine tückische Kombination für Autofahrer.

Berufsverkehr im Ausnahmezustand

Der kritischste Zeitraum liegt in den frühen Morgenstunden. Der Schneefall kann bis in den Berufsverkehr hinein anhalten. Besonders im Rhein-Main-Gebiet drohen massive Behinderungen. Pendler müssen sich auf lange Staus und blockierte Nebenstraßen einstellen. Auch am Flughafen Frankfurt sind Verspätungen und vereinzelte Ausfälle nicht ausgeschlossen, wenn Start- und Landebahnen dauerhaft geräumt werden müssen. Experten warnen: „Wenn die Front mehrere Stunden nahezu ortsfest bleibt, kann sich die Lage schnell zuspitzen.“

Warum gerade jetzt?

Meteorologisch ist die Situation hochinteressant. Die kalte Luft im Nordosten ist zäh und schwer, sie weicht nur langsam zurück. Gleichzeitig drückt das Tief von Westen her mit milder, feuchter Luft dagegen. Diese Konstellation führt zu einer anhaltenden Niederschlagszone, die sich nur schleppend verlagert. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Bodentemperatur, Höhenströmung und Feuchtenachschub. Bleibt alles wie berechnet, kann sich die Schneefront wie ein Band quer über die Landesmitte legen.

Letztes Aufbäumen des Winters?

Brisant ist auch der Blick danach. Hinter der Front strömt deutlich mildere Luft ein. Innerhalb weniger Tage steigen die Temperaturen spürbar an. Das bedeutet: Der Schnee könnte rasch wieder tauen. Doch zuvor steht vielen Regionen eine Nacht bevor, die es in sich hat. Sollte sich die Prognose bestätigen, erleben Teile der Mitte Deutschlands ein kurzfristiges, aber intensives Schneechaos – möglicherweise das letzte große Winterzeichen, bevor der Frühling übernimmt.