Atmosphärenforscher warnt: "Diese Kälte-Prognose macht Angst – für die Gasspeicher wird es heftig" Kalt wie selten zuvor

Die Wettermodelle zeigen ab Ende Januar extreme Kälte. Doch wie robust ist die Gasversorgung, wenn Dauerfrost und zweistellige Minusgrade das Land fest im Griff haben?
Die deutschen Gasspeicher sind mitten im Winter deutlich geleert. Nach einem kontinuierlichen Verbrauch seit Herbst liegen die Füllstände aktuell nur noch bei rund der Hälfte der Gesamtkapazität. Das ist für sich genommen kein Notstand, aber deutlich weniger als in sehr entspannten Wintern.
Die Speicher dienen als Puffer, um hohe Heizlasten abzufedern – je länger und kälter der Winter, desto stärker werden sie beansprucht. Entscheidend ist dabei nicht nur die absolute Menge, sondern auch, wie schnell Gas entnommen werden muss.
Dauerfrost – wenn der Verbrauch explodiert
Sollte sich ab Ende Januar eine 10 bis 14 Tage andauernde Frostphase einstellen, mit Dauerfrost am Tag und Nachtwerten von -10 bis -20 Grad, würde der Gasverbrauch massiv ansteigen. Heizungen laufen dann nahezu durchgehend, Warmwasser, Industrie und Kraftwerke erhöhen ihren Bedarf gleichzeitig. Solche Phasen führen zu Verbrauchsspitzen, die weit über dem saisonalen Durchschnitt liegen. In kurzer Zeit können dadurch große Mengen Gas aus den Speichern abfließen.

Wie lange halten die Speicher durch?
Rechnerisch könnten die Speicher auch eine längere Kältephase überstehen, doch der Puffer schmilzt rapide, wenn extreme Kälte mehrere Wochen anhält. Eine zweiwöchige Frostperiode kann einen erheblichen Teil der verbleibenden Reserven kosten. Kritisch wird es vor allem dann, wenn nach der Kälte keine milde Phase folgt, die den Verbrauch senkt. Je leerer die Speicher werden, desto stärker steigt die Abhängigkeit von laufenden Importen.
Versorgung gesichert – aber unter Spannung
Deutschland ist heute nicht allein auf seine Speicher angewiesen. Pipeline-Lieferungen und LNG-Importe stabilisieren die Versorgung auch im Winter. Dennoch gilt: Je extremer die Kälte, desto empfindlicher wird das System. Technisch ist die Infrastruktur auf Frost vorbereitet, doch hohe Lasten bedeuten Stress für Netze, Verdichterstationen und Kraftwerke. Ein Totalausfall ist unwahrscheinlich, Preisreaktionen und Engpässe hingegen durchaus möglich.
Zwischentitel: Folgen für Verbraucher und Wirtschaft
Für Haushalte bedeutet eine solche Kälte zunächst höheren Verbrauch, nicht sofort leere Leitungen. Die spürbaren Effekte kommen oft später: steigende Gaspreise, höhere Abschläge oder teurere Nachkäufe für Versorger. Industrie und Gewerbe reagieren sensibler, da sie große Mengen benötigen und stärker von Preisschwankungen betroffen sind. Gleichzeitig wächst der Druck, Energie zu sparen, um das System zu entlasten.
Zwischentitel: Fazit – kein Kollaps, aber ein Härtetest
Ein strenger Dauerfrost Ende Januar wäre kein Gaskollaps, aber ein ernsthafter Stresstest. Die Speicher halten das aus – allerdings nicht folgenlos. Je länger die Kälte anhält, desto kleiner wird der Spielraum für den Rest des Winters. Entscheidend sind Dauer, Intensität und das Wetter danach. Bleibt es eisig, wird jede weitere Frostnacht zum Faktor. Die Prognose macht Angst, weil sie zeigt, wie schnell Reserven im Extremfall schrumpfen können.