Seltene Mutation: Biologen erklären das Phänomen der pinken Grashüpfer
Ein pinkfarbener Grashüpfer kommt nicht alle Tage vor. Im Villacher Stadtteil St. Georgen im österreichischem Bundesland Kärnten wurde ein Grashüpfer mit besonderer Farbe und interessantem Muster entdeckt.

Dieser Anblick ist selbst für Fachleute etwas Einzigartiges. Normalerweise finden wir in so trockenen Sommern diverse Heuschreckenarten, die alle eine grün bis braune Färbung aufweisen.
Die neue Farbe kommt durch eine Genveränderung
Eine pinke Heuschrecke ist nur durch eine genetische Veränderung möglich. Beide Elternteile müssen die entsprechende Genvariante in sich tragen. Der sogenannte Erythrismus sorgt dafür, dass das rote Pigment weiter gestärkt wird und die dunklen Pigmente so eher ins das Hintertreffen gelangen und wenig vertreten sind.
In der Regel kommen solche Mutationen unglaublich selten vor. In freier Wildbahn ist die Vermehrung nicht kontrolliert, sodass diese Pinkfärbung verständlicherweise auch großes Interesse in Fachkreisen auslöst.
Eine Pinkfärbung in freier Wildbahn ist extrem selten
Nicht zuletzt hat der Grashüpfer mit dieser auffälligen Farbe auch einige Nachteile. Er wird von Fressfeinden viel zu schnell entdeckt. Kurz um: Viele von ihnen werden nicht wirklich alt und fallen ihren Feinden schnell zum Opfer. Grashüpfer leben vorwiegend auf sonnenverwöhnten Wiesen, Feldern und Weiden. Das klassische Grün ist dort die ideale Tarnfarbe.

Durch die Trockenheit sind sie auch am Wegesrand in Hecken und hohem trockenen Gras zu finden. Stellenweise erinnert das typische Zirpen an den letzten Urlaub in Südeuropa.
Arten aus dem Süden ziehen nach Mitteleuropa
Mittlerweile kommen mehr Arten nach Deutschland und lassen sich in den heißen Monaten nieder.
In Deutschland gibt es mehr als 86 verschiedene Heuschreckenarten. In Österreich sind es schon rund 130 unterschiedliche Arten. Besonders bekannt ist dabei der klassische Grashüpfer. Obwohl der Grashüpfer auch in über 30 Arten existiert und häufig nur von Fachleuten oder Interessierte genau zugeordnet werden kann.
Pigmentänderungen gibt es ebenso in der Tier- und Insektenwelt
In der Tierwelt gibt es solche Farbmutationen tatsächlich häufiger. Zuletzt entdeckte ein Taucher 2015 einen rosafarbenen Rochen in der See. Neben Erythrismus gibt es Albinismus, Melanismus oder Xanthismus bei Tieren und Insekten. Ähnlich wie bei uns Menschen fehlen Tieren dann entscheidende Pigmente.
Albinos sind eher weiß und sehr lichtempfindlich. Viele dunkle Pigmente weisen Tiere hingegen mit Melanismus auf. Sie können teilweise sogar schwarz wirken. Gelbe Farbpigmente sind besonders dominant, wenn es sich um Xanthismus handelt.
Artikelreferenz
geo.de. (2026). Selten gesehener Gartenbesucher: Dieser Grashüpfer ist pink.
NABU e.V.. (2026). Artenliste der Heuschrecken Deutschlands.