Aus Hitzewelle wurde Hitzeperiode -und diese etabliert sich nun zu einer nie da gewesenen Hitze-und Dürresaison

Rekordniedrigpegel an Flüssen, Wasserknappheit, sinkende Grundwasserstände, Waldbrände und Ernteausfälle prägen inzwischen große Teile Westeuropas. Bis zum 26. Juli wurden in Deutschland bereits rund 11.900 Hitzetote registriert. Mit der nächsten Hitzewelle zur. kommenden Woche droht sich die außergewöhnliche Hitze- und Dürresaison weiter zu verschärfen.

Fast nichts in der Regenbilanz: Diese ECMWF-Prognose zeigt, warum Hitze und Dürre jetzt zum dramatischen Dauerproblem werden.
Fast nichts in der Regenbilanz: Diese ECMWF-Prognose zeigt, warum Hitze und Dürre jetzt zum dramatischen Dauerproblem werden.

Nutzen Sie den heutigen Freitag zum Lüften und zum Abkühlen der Wohnräume. Die eingeflossene subpolare Meeresluft sorgt vielerorts für angenehmere Temperaturen zwischen 19 und 30 Grad, in den Nächten sinken die Werte sogar auf 14 bis 7 Grad, in einigen Mittelgebirgstälern noch darunter.

Doch diese Atempause ist nur von kurzer Dauer. Bereits am Samstag übernimmt Hoch QUIRIAKUS zunehmend die Regie, während sich das Bodentief Justine weiter nach Nordosten zieht. Zeitgleich setzt auf der Vorderseite des Hochs wieder kräftige Warmluftadvektion ein und der Motor der Heißluftdüse dreht wieder voll auf.

Sommer 2026 geht heiß weiter

Schon wieder am Samstag steigen die Temperaturen in etwa 1.500 Metern Höhe im äußersten Südwesten auf 19 Grad. Die 15-Grad-Isotherme erreicht im Tagesverlauf bereits die Landesmitte und zeigt eindrucksvoll, wie rasch die heiße Subtropikluft erneut Deutschland überrollen wird. Am Boden werden im Norden 23 bis 27 Grad, in den übrigen Landesteilen 27 bis 32 Grad, am Oberrhein örtlich sogar 34 Grad erreicht. Lediglich an den Alpen können sich am Nachmittag einzelne Schauer oder Gewitter entwickeln, ansonsten dominiert bereits wieder der Hochdruckeinfluss mit einem meist wolkenlosen Himmel.

Am Sonntag folgt der nächste Hitzeschub

Mit einer südwestlichen Strömung gelangt die heiße Luftmasse noch weiter nach Norden. Verbreitet steigen die Höchstwerte auf 30 bis 36 Grad, nur im äußersten Norden und an den Küsten bleibt es mit 25 bis 29 Grad etwas kühler. Zwar entwickeln sich im Bergland vereinzelt Schauer und Gewitter, doch die Modelle zeigen bereits, dass diese nur lokal auftreten und die anhaltende Trockenheit kaum lindern können.

Die zweite Augustwoche bringt keine nachhaltige Wetterumstellung

Zwar erreicht am Montag eine Kaltfront den Norden Deutschlands und lässt die Temperaturen dort auf 21 bis 29 Grad zurückgehen. Im Süden und Osten bleibt es dagegen mit 30 bis 35 Grad weiterhin hochsommerlich heiß. Die Front verliert auf ihrem Weg nach Süden zunehmend an Dynamik und kann die heiße Luft nicht vollständig verdrängen.

Bereits zur Wochenmitte baut sich die nächste Hitzewelle auf. Während sich über Westeuropa erneut ein Höhenrücken aufwölbt und der Schwerpunkt des Bodenhochs Richtung Ostsee und Baltikum verlagert, pumpt dessen Rotation an dessen Westflanke wieder sehr heiße Luft aus Südwesteuropa nach Deutschland.

Die Wettermodelle zeigen den nächsten markanten Wärmehöhepunkt zum Donnerstag.

Auffällig und zunehmend Besorgniserregend ist dabei vor allem eines: Flächige Niederschläge bleiben bis in die kommende Woche praktisch aus. Damit setzt sich nicht nur die Hitze, sondern auch die Dürre unvermindert fort.