Pilzsuche im Wald: Warum viele Arten besonders nah am Weg wachsen
Im Herbst gehen immer mehr Leute in den Wald zum Pilze sammeln. Durch die Sozialen Medien wie Instagram werden neue Interessierte angelockt. Das Sammeln wurde zuvor von Generation zu Generation übertragen.

Mittlerweile gibt es neben digitalen Angeboten auch sogenannte Pilzsachverständiger, die bei der Pilzbestimmung helfen können. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. bietet fundierte Leitfäden sowie Fortbildungen und Auflistungen von Pilzsachverständigern nach Region und Land.
Pilze sammeln wird wieder zum Trend
Immer häufiger fällt, auf, dass Pilze nah am Wegesrand wachsen und das Streifen durch den Wald gar nicht mehr so notwendig ist.
Manche Fachleute erklären diesen Zusammenhang beispielsweise mit der Feuchtigkeit, die sich an dem Rand der Wege sammeln kann. Eine plausiblere Erklärung liefert jedoch Konstantin Braun, Doktorand der Pharmazie an der Universität Freiburg.
Pilze sind nur Fruchtkörper der verborgenen Pflanze
Pilze sind am Schluss nur die Fruchtkörper, die wir sehen können. Im Boden versteckt und verborgen befindet sich das Netzwerk der Pilze, das sogenannte Myzel. Dieses verwobene Geflecht kann sehr groß werden und nimmt sich die Nährstoffe und das Wasser aus dem Boden.

Die Pilze an der Oberfläche dienen dazu, dass neue Sporen durch den Wind verteilt werden.
Ein neues Myzel kann sich schnell bilden
So kann sich an anderen Orten ein neues Myzel bilden. Auch wir Menschen tragen dazu bei, indem wir beispielsweise Pilzsporen mit unseren Schuhen durch den Wald tragen.
Durch die lange Trockenperiode im Sommer sind die Pilze etwas später unterwegs als in den vergangenen Jahren. Die Fruchtkörper können dieses Jahr auch deutlich weniger sein als in den letzten Jahren. Stellenweise ist der Wegerand einfach zu trocken gewesen, sodass sich der Weg in den tiefen und feuchten Wald doch eher lohnt.
Lieber einmal zu vorsichtig sein
Alle Interessierte und Neulinge bei der Pilzsuche sollten immer einen Kontakt griffbereit haben, der sich intensiv mit dem Sammeln auseinandergesetzt hat.
Apps und andere Angebote können gut unterstützen, doch bei Unsicherheiten oder Unwissenheit helfen immer noch erfahrene Fachleute oder erfahrene Freunde. Nicht zuletzt ist es ratsam, die Telefonnummer des Giftnotrufs (0228 19240) zu wissen.
Artikelreferenz
mdr.de. (2026). Warum wachsen Pilze so oft am Wegesrand?.