Klimaschutz: Eine neue Studie zeigt auf, dass junge tropische Wälder doppelt so schnell wachsen können

Eine Studie des Cary Institute of Ecosystem Studies und der University of Leeds macht deutlich, dass tropische Wälder durch den Einsatz von Stickstoff viel schneller heranwachsen können.

Regenwälder schützen unser Klima
Regenwälder schützen unser Klima

Junge Wälder und die Wiederaufforstung spielen vor allem für den Klimaschutz eine große Rolle.

Wiederaufforstung ist ein wichtiger Teil

Generell nehmen fast alle Baumarten Kohlendioxid aus der Luft auf und setzen es mithilfe der Photosynthese in ihre Wurzeln, Stämme und Äste ein, wo der Kohlenstoff über Jahrzehnte oder Jahrhunderte gespeichert werden kann.

Das Forschungsteam hat jetzt entdeckt, dass tropische Bäume viel schneller wachsen könnten.

Die Zugabe von Stickstoff gibt Wachstumsschübe

Das Element Stickstoff ist in Böden oft nicht ausreichend verfügbar, sodass die Bäume langsam heranwachsen. Die Autorin der Studie Sarah Battermann vermutet, dass ein künstliches Zusetzen von Stickstoff das Wachsen des Waldes beschleunigen könnte.

„Stickstoff begrenzt, wie schnell junge Wälder nachwachsen können. Als wir dem Boden Stickstoff zusetzten, wuchsen die Wälder in den ersten 10 Jahren fast doppelt so schnell nach. Schnellere Wachstumsraten bedeuten eine schnellere Absorption von Kohlendioxid, was uns ein paar Jahre mehr Zeit geben kann, um unsere Kohlenstoffemissionen zu reduzieren“, so Sarah Batterman, leitende Autorin der Studie.

Über die Jahre konnte das Team feststellen, dass durch die Zugabe von Stickstoff der Wald auf kürzlich aufgegebenen landwirtschaftlichen Flächen um 95 % schneller und in Wäldern, die sich seit 10 Jahren erholten, um 48 % schneller heranwuchs als zuvor.

Ältere Bäume kommen über andere Wege an den Stickstoff

Auf Bäume, die schon deutlich älter waren, hatte die Zugabe von Stickstoff keinen Effekt.

Ältere Bäume profitieren nicht von dem künstlichen Zusatz
Ältere Bäume profitieren nicht von dem künstlichen Zusatz

Ältere Bäume arbeiten in der Regel mit Bakterien zusammen, um Stickstoffgas aus der Atmosphäre zu ziehen und es in eine Form von Stickstoff umzuwandeln, die sie verwerten können.

Nicht zuletzt werden wir weitere Maßnahmen brauchen, um den Kohlenstoff zu binden.

„Langfristig werden die Wälder keinen zusätzlichen Kohlenstoff binden, aber in den ersten zehn Jahren können sie diese Aufgabe schneller erfüllen, und zehn Jahre sind genau das, was wir jetzt brauchen. Wir müssen große Veränderungen vornehmen, um unsere Emissionen aus fossilen Brennstoffen zu reduzieren, beispielsweise durch die Umstellung auf saubere Energie. Die Wiederaufforstung ist ein Instrument, mit dem wir mehr Zeit für die Dekarbonisierung gewinnen und die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels verzögern können.“ , betont Battermann.

Allerdings wird in europäischen Ländern das Zusetzen von Stickstoff eher kritisch betrachtet. Besonders in der Landwirtschaft können Überschüsse an Stickstoff wiederum das Wasser und die Ökosysteme stark beeinträchtigen.

Quellenhinweise

Umweltbundesamt. (2026). Stickstoff. Umweltbelastungen der Landwirtschaft. Landwirtschaft.

Tang, W., Hall, J.S., Phillips, O.L. et al. (2026). Tropical forest carbon sequestration accelerated by nitrogen. Nat Commun 17, 55.