Gelbe Blüten im Winter: Warum der Winterjasmin den Garten belebt, wenn andere Pflanzen noch schlafen

Wenn im Garten noch Winter herrscht, setzt der Winterjasmin leuchtend gelbe Akzente. Der robuste Strauch blüht früh, ist pflegeleicht – und bringt Farbe in die kälteste Jahreszeit.

Leuchtender Farbtupfer im Schnee: Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) bringt auch in frostigen Monaten Farbe und Leben in den Garten.
Leuchtender Farbtupfer im Schnee: Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) bringt auch in frostigen Monaten Farbe und Leben in den Garten.

Während viele Gärten im Winter stillstehen und sich auf Grautöne reduzieren, setzt der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) einen überraschenden Kontrapunkt.

Seine leuchtend gelben Blüten erscheinen zu einer Zeit, in der kaum jemand mit Farbe im Garten rechnet – oft schon im Januar, manchmal sogar früher, wenn die Temperaturen mild bleiben. Die Blüten sitzen direkt an den kahlen, grünen Trieben und wirken dadurch besonders intensiv.

Dieses ungewöhnliche Erscheinungsbild hat dem Winterjasmin nicht nur seinen botanischen Namen eingebracht, sondern auch seinen besonderen Stellenwert unter den Ziergehölzen.

Ursprünglich stammt der Winterjasmin aus China, wo er seit Jahrhunderten als Symbol für Neubeginn gilt. Dort trägt er den Namen „Yingchun“, was so viel bedeutet wie „die Blume, die den Frühling willkommen heißt“.

Ein Jasmin, der aus der Reihe tanzt

Trotz seines Namens unterscheidet sich der Winterjasmin deutlich von vielen bekannten Jasminarten. Während Sommerjasmin oder Sternjasmin für ihren intensiven Duft geschätzt werden, bleibt der Winterjasmin geruchlos.

Seine Stärke liegt nicht im Duft, sondern im Zeitpunkt seiner Blüte und in seiner Widerstandsfähigkeit. Er gilt als die winterhärteste Jasminart und übersteht selbst strengen Frost ohne Schutz.

Botanisch handelt es sich um einen Kletterstrauch, der jedoch keine eigenen Haftorgane besitzt. Seine langen, biegsamen Triebe wachsen zunächst aufrecht und biegen sich später bogig nach unten.

Sonne als Schlüssel zur Blütenfülle

Ein sonniger Platz fördert eine reiche Blüte und kräftige Triebe. Halbschatten wird zwar toleriert, führt jedoch häufig zu weniger Blüten. Ideal ist ein nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden, der weder zu trocken noch dauerhaft nass ist.

Besonders beliebt ist die Pflanzung an Hauswänden oder Zäunen, wo die Triebe an Drähten oder Rankhilfen befestigt werden können.

Ebenso wirkungsvoll ist der Einsatz über niedrigen Mauern oder an Böschungen, wo die Triebe frei herabhängen dürfen und im Winter einen leuchtenden Blütenschleier bilden.

Auch in größeren Kübeln lässt sich der Winterjasmin kultivieren, sofern ausreichend Platz für sein Wachstum vorhanden ist.

Pflanzung mit Blick auf die Zukunft

Gepflanzt wird der Winterjasmin bevorzugt im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Beim Setzen an einer Wand empfiehlt es sich, etwas Abstand einzuhalten, damit die Wurzeln ausreichend Regenwasser erreichen. Nach dem Pflanzen sorgt eine Mulchschicht aus Kompost für gleichmäßige Bodenfeuchte und liefert zusätzliche Nährstoffe.

In den ersten Jahren wächst der Winterjasmin vergleichsweise langsam. Mit zunehmendem Alter entwickeln sich jedoch längere Triebe, die gezielt geführt oder angebunden werden sollten. Ohne diese Pflege neigt der Strauch dazu, unregelmäßig zu wachsen.

Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) blüht auch bei Schnee: Die leuchtend gelben Blüten sind geruchslos.
Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) blüht auch bei Schnee: Die leuchtend gelben Blüten sind geruchslos.

Schnitt als zentrales Pflegemaß

Der wichtigste Pflegeschritt beim Winterjasmin ist der regelmäßige Schnitt. Da die Blüten an den vorjährigen Trieben erscheinen, wird direkt nach der Blüte geschnitten. Dabei werden abgeblühte Zweige eingekürzt, um Platz für neue, blühfähige Triebe zu schaffen.

Ein konsequenter Schnitt sorgt nicht nur für eine kompakte Wuchsform, sondern verhindert auch, dass der Strauch im unteren Bereich verkahlt.

Vermehrung ohne großen Aufwand

Die Vermehrung gelingt besonders einfach durch Absenker. Ein bodennaher Trieb wird leicht angeritzt, auf den Boden gedrückt und fixiert. Mit etwas Geduld bilden sich an der Kontaktstelle Wurzeln, sodass der neue Trieb später von der Mutterpflanze getrennt werden kann. Diese Methode ist zuverlässig und erfordert weder spezielles Werkzeug noch gärtnerische Vorkenntnisse.