Wie in Skandinavien: In diesem Moor in NRW wachsen sogar fleischfressende Pflanzen
Besonders im Herbst entfaltet die Landschaft des Torfmoors einen ganz eigenen Reiz: Nebel liegt über Wasserflächen, Birken und Heide setzen Farbtupfer - und oft ist man hier fast allein unterwegs.

Fast könnte man sich in Skandinavien wähnen - doch das Hiller Torfmoor liegt nördlich des Wiehengebirges im Kreis Minden-Lübbecke.
Es ist der größte und bedeutendste Hochmoor-Regenerationskomplex Nordrhein-Westfalens. Seit 1980 steht das rund 550 Hektar große Gebiet unter NaturschutzDie Flora ist vielfältig.
Mit dieser Ernährungsgewohnheit gleicht sie den Mangel an Nährstoffen im Boden aus.
Wanderrouten ohne Steigungen
Nur mal vorbeischauen? Für einen kurzen Ausflug eignet sich der blaue Rundweg. Die 2,33 Kilometer lange Strecke beginnt am Parkplatz P1 am Moordamm und führt in rund 35 Minuten durch den Randbereich des Moores. Ganze neun Höhenmeter sind zu bewältigen.
Etwas länger und dazu sehr facettenreich ist der gelbe Moor-Erlebnispfad: Die 3,59 Kilometer lange Runde startet und endet am Wanderparkplatz Großes Torfmoor und ist mit gerade mal drei Höhenmetern ebenfalls nahezu eben.
Für diese Strecke sollte man etwa 50 Minuten einplanen.

Mehr Zeit erfordert die rote Route. Sie führt auf 8,35 Kilometern und in etwa zwei Stunden tiefer in die Moorlandschaft. Teilweise verläuft der Weg über Holzbohlen durch das empfindliche Gelände. Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Freibad Lübbecke-Gehlenbeck an der Landstraße 771.
Die Moorlandschaft erholt sich
Das Große Torfmoor ist heute vor allem ein Beispiel dafür, wie sich eine über Jahrhunderte veränderte Landschaft wieder regenerieren kann. Entwässerungsgräben hatten das Moor zuvor über lange Zeit trockengelegt.
Inzwischen wird das Wasser gezielt zurückgehalten: Der NABU staut alte Gräben und vernässt die Flächen, damit sich die typischen Moorlebensräume zurückentwickeln können.
Die Wege sollten Wanderer deshalb nicht verlassen. Holzstege und Bohlen schützen den empfindlichen Moorboden, zugleich dienen sie dem Schutz der Pflanzen- und Tierwelt. Hunde müssen angeleint bleiben, und auch Drohnen sind im Schutzgebiet nicht erlaubt.
Refugium für Vögel
Das Moor gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 und ist insbesondere für zahlreiche Vogelarten ein wichtiger Rückzugsraum.
Daher ist das Moor ein Paradies für Birdwatcher: Mit einem Fernglas lassen sich die Tiere vom Weg aus gut beobachten.
Wer mehr über das Gebiet, seine vergangene Nutzung und seinen Schutz erfahren möchte, kann das NABU-Besucherzentrum Moorhus am westlichen Rand des Moores besuchen.
Eine Ausstellung informiert hier über Entstehung, Ökologie und Bewohner des Hochmoores. Direkt am Moorhus befindet sich auch ein Wanderparkplatz.
So kommen Sie hin
Mit dem Auto erreicht man das Moor über die B65. Aber auch ohne Pkw ist das Gebiet erreichbar: Busse der Linien 512 und 513 fahren ab Minden zur Haltestelle „Eilhausen Wassermühle". Von dort sind es rund 2,2 Kilometer bis zum Moorhus. Der Weg führt über Eichholzer Straße und Frotheimer Straße.
Artikelreferenz
Sven Schneider. (2026). Geheimtipp im Herbst: Ort in NRW sieht aus wie in Skandinavien.