Weinlese, Burg, Sesselbahn: Dieses Winzerdorf ist im Herbst ein perfektes Ausflugsziel

50 Kilometer nördlich von Karlsruhe liegt der kleine Ort am Rand des Pfälzer Waldes. Eine romantische Burgruine, historische Fachwerkhäuser und eine lange Weintradition machen ihn zu einem Juwel an der Deutschen Weinstraße.

Das Winzerdorf ist ein Schmuckstück der Deutschen Weinstraße. Foto: Adobe Stock
Das Winzerdorf ist ein Schmuckstück der Deutschen Weinstraße. Foto: Adobe Stock

Das idyllische Winzerdorf liegt an der ältesten und bekanntesten Weintouristikroute Deutschlands: Über 85 Kilometer erstreckt sich die Deutsche Weinstraße vom Norden des Weinbaugebiets Pfalz bei Bockenheim bis zur elsässischen Grenze in Schweigen und bündelt dabei mildes Klima, entzückende Dörfer und jede Menge Genuss.

Mit der Sesselbahn zur Burg

Zu ihren bekanntesten Orten zählen Bad Dürkheim und Neustadt an der Weinstraße, aber auch viele Geheimtipps für Genießer. Einer davon ist Rhodt unter Rietburg: Seit über 800 Jahren wacht die Burg, die dem Städtchen den Namen gab, über dem Dorf.

1204 wurde sie erstmals erwähnt, rund 50 Jahre später war sie Teil eines spektakulären Entführungsfalls.

Die deutsche Königin Elisabeth von Braunschweig und der Reichshofrichter Adolf von Waldeck wurde bei einer Auseinandersetzung zwischen Rittern und dem Rheinischen Städtebund verschleppt und hier festgesetzt.

Traumlage: Die Rietburg öffnet weite Blicke übers Land. Foto: Adobe Stock
Traumlage: Die Rietburg öffnet weite Blicke übers Land. Foto: Adobe Stock

Im 17. Jahrhundert begann sie zu verfallen. Heute ist ihre Struktur rekonstruiert - und ihre Aussichtsterrasse auf 535 Metern öffnet fantastische Ausblicke über die Deutsche Weinstraße.

Mit der Sesselbahn lassen sich die Höhenmeter kräfteschonend in acht Minuten überwinden. Zu Fuß schafft man den Weg zur Rietburg in etwa 45 Minuten.

Weinberg aus dem 17. Jahrhundert

Auch der Weinbau blickt hier auf eine lange Geschichte zurück. Bester Beweis dafür ist - neben zahlreichen Weingütern - der älteste Weinberg am östlichen Rand des Orts: Schon vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es ihn, noch heute bringen alte Traminer-Rebstöcke Ertrag.

Das Deutsche Weininstitut zeichnete den Ort als einen der vier Höhepunkte der Weinkultur in der Pfalz aus.

Mit historischen Fachwerkhäusern, kopfsteingepflasterten Gassen und hochentwickelter Weinkultur verbindet Rhodt unter Rietburg diese Errungenschaften in schönster Weise.

Die denkmalgeschützte Theresienstraße ist mit ihren malerischen Fassaden Aushängeschild und Herzstück des Orts mit gerade mal 1130 Einwohnern.

Herbstlicher Farbrausch

Zur Zeit der Weinlese im Herbst präsentiert sich das Dorf in besonders attraktivem Licht.

Herbstliche Rebstöcke am Rand von Rhodt unter Rietburg. Foto: Adobe Stock
Herbstliche Rebstöcke am Rand von Rhodt unter Rietburg. Foto: Adobe Stock

Jetzt verfärbt sich das Weinlaub und leuchtet in flammendem Rot, die Früchte der über 40 Rosskastanien im oberen Bereich der Theresienstraße fallen zu Boden, und die tiefer stehende Sonne taucht die historischen Fassaden in goldenes Licht.

Eine Königin gab der Flaniermeile den Namen: Therese war die Gattin Ludwigs I., des bayerischen Königs. Das Paar reiste ab Mitte des 19. Jahrhunderts jedes zweite Jahr zum Sommerurlaub in die Pfalz - denn die gehörte seit 1816 zum Königreich Bayern.

Ein Königspaar, zwei Kirchen

Aus konfessionellen Gründen ging das Ehepaar sonntags stets getrennte Wege - auch im Urlaub.

Während der bayerische König zur Messe ging, besuchte seine protestantische Frau, eine geborene Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen, die evangelische St. Georgs-Kirche - und fuhr mit ihrer Kutsche über die Straße, die heute ihren Namen trägt. Thereses Sessel ist noch heute in der Kirche zu sehen.

Artikelreferenz

Rhodt unter Rietburg. (2026). So schön wie einst Königin Theresie entlang der historischen Fassaden und Kastanienbäume flanieren.