Nur noch 22 Zentimeter bis zum Allzeit-Tief: Was gerade am Bodensee passiert

Die andauernde Trockenheit und die Hitze aus den Sommermonaten sind in der Region am Bodensee zu spüren. Das Wasser des Sees sinkt immer weiter. Der Untersee ist zu einem neuen Freizeitpark geworden.

Der Wasserstand am Bodensee sinkt weiter auf ein neues Rekordtief.
Der Wasserstand am Bodensee sinkt weiter auf ein neues Rekordtief.

Seit ein paar Tagen lockt der helle weiße Sand vom Untersee immer mehr Besucherinnen und Besucher an den Bodensee.

Ist es noch der Bodensee oder doch eine Insel im Meer?

Mit einem Augenzwinkern wird davon gesprochen, dass es vielleicht doch die Insel Sylt ist auf der man sich gerade befindet und nicht der Bodensee. Freizeitsportler gehen joggen, spazieren, fahren Rad oder versuchen mit ihrem Kanu ein wenig das Wasser zu erkunden.

Eine kleine Insel aus hellem Sand ist zum neuen Erholungsraum geworden. Luftaufnahmen zeigen spektakuläre und erschreckende Bilder vom Niedrigwasser im Bodensee.

Der Pegel ist so niedrig wie seit 135 Jahren nicht

So werden beispielsweise in der Schweizer Gemeinde Berlingen am Thurgauer Obersee seit 1886 die Pegelstände gemessen. So einen niedrigen Wasserstand gab es seit 135 Jahre nicht mehr.

Wer sich noch im Wasser vergnügt, hat einen absurden Blick auf die Ufer des Bodensees. Alles wirkt weiter und irgendwie verlassen. Die Bootsanleger liegen schon eine ganze Zeit auf dem Trockenen und Schwimminseln mit Wasserrutschen haben ihren Zweck schon länger nicht mehr erfüllt. Umgeben von Sandbänken wirken sie verloren.

Landregen wäre ein Geschenk für die Natur und die Wirtschaft

Für den Bodensee ist andauernder und gleichbleibender Landregen mehr als notwendig.

Regulär ist der Bodensee auch in den Sommermonaten mit Wasser gefüllt. Die Dürre und Hitze zeichnete dieses Jahr ein neues Bild.
Regulär ist der Bodensee auch in den Sommermonaten mit Wasser gefüllt. Die Dürre und Hitze zeichnete dieses Jahr ein neues Bild.

Fachleute wünschen sich vor allem Regen im Herbst und Winter, sodass der See im Frühjahr 2027 wieder einen normalen Pegelstand erreichen kann. Aktuell ist für die Region kein Dauerregen hervorgesagt.

Weiteres Absinken wird erwartet

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg rechnet darüber hinaus mit weiteren Niedrigständen.

Sie erwarten ein erneutes Absinken des Untersees in den nächsten Tagen und Wochen. Somit könnte der Untersee ein neues Allzeit-Rekordtief erreichen.

Die Klimaanpassung sollte ausgeweitet werden

Blicken wir auf den Klimawandel und seine Auswirkungen, die nun immer deutlicher in Deutschland spürbar und sichtbar werden, ist die Hoffnung auf Landregen mehr als berechtigt.

Noch dringender sind jedoch Anpassungsmaßnahmen an die Klimaveränderungen, sei es in der Bodensee-Region oder entlang der deutschen Flüsse, die stark unter der Trockenperiode leiden.

Artikelreferenzen

nzz.ch. (2026). Der Pegelstand des Bodensees ist auf historischem Tiefstand.
suedkurier.de. (2026). Wo bitte ist der See hin? Historisches Niedrigwasser am Untersee eröffnet neue Blickwinkel.