Karneval 2026: Der Countdown für die närrische Zeit läuft
Zu Karneval bereiten sich viele Deutsche darauf vor, kollektiv dem Alltag zu entfliehen. Denn das närrische Treiben bringt Konfetti, Kölsch und dieses besondere Kribbeln mit.

Alaaf, Helau, Narri Narro! Am 12. Februar startet in Deutschland das närrische Treiben. Doch schon jetzt sind die Karnevals-Jecken im Ausnahmezustand. In vielen Städten Deutschland gibt es bereits Partys, Sitzungen, Termine mit der Prinzengarde. Und auch die Kostüme für die wildeste Zeit des Jahres werden bereits fleißig geplant. Während der Norden mit Karneval – oder Fasching, wie es dort heißt – nur wenig anfangen kann, machen sich vor allem im Rheinland die Jecken bereit, um die fünfte Jahreszeit ausgiebig zu zelebrieren. Mit der traditionellen Weiberfastnacht, die auch Altweiber oder Schmotziger Donnerstag ( in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht) genannt wird, fällt am zweiten Donnerstag im Februar der Startschuss.
Köln ist Karneval pur
Die Stadt am Rhein ist kein Ort, an dem Karneval stattfindet: Köln ist Karneval.
Schon an Weiberfastnacht wird die Metropole zur vibrierenden Bühne. Die Zülpicher Straße verwandelt sich in einen einzigen pulsierenden Strom aus Glitzer, Perücken und Kölsch-Bechern. Fremde werden Freunde, Nachbarn werden Tanzpartner, und der Rosenmontag setzt dem Ausnahmezustand die goldene Krone auf. Der Zug ist gewaltig, politisch, verspielt, berührend – und für viele Jecken das emotionale Jahres-Highlight.
Düsseldorf – scharfzüngig und stilvoll
Ein paar Kilometer weiter wird der Humor bissiger, die Kostüme glamouröser, die Wagen politischer. Düsseldorfs Rosenmontagszug ist legendär für seine Satire. Hier wird gelacht, aber auch klar Stellung bezogen. Abends glänzen die Bälle, Bars und Clubs bis in die frühen Morgenstunden.
Mainz setzt auf wunderbare Nostalgie
Mainz feiert die Fastnacht mit einer Mischung aus Witz, Wärme und Wohnzimmergefühl. Die berühmten Fernsehsitzungen sind Kult, die Umzüge liebevoll, die Stimmung angenehm entschleunigt. Hier feiert man nicht nur, man fühlt sich ein bisschen wie zuhause.
Aachen & das Ruhrgebiet sind jung und elektrisierend
Aachen gehört zu den lautesten Party-Hotspots des Landes. Studierende, DJs, Straßenpartys und lange Clubnächte machen die Stadt zu einem närrischen Open-Air-Festival. Auch im Ruhrgebiet wird Karneval ehrlich, laut und mit rauem Charme gefeiert. Essen, Bochum, Dortmund liefern Nächte, die man eher fühlt als plant.
Münster: Das stilvolle Überraschungsherz des Nordens
Und dann ist da Münster. Elegant, jung, charmant – und überraschend karnevalsverliebt. Rund um Prinzipalmarkt, Roggenmarkt und die Altstadt mischen sich Studierende, Traditionsvereine und Nachtschwärmer zu einer ganz eigenen närrischen Melange. Hier wird nicht nur geschunkelt, hier wird getanzt, gelacht, gefeiert. Mit westfälischer Gelassenheit und echter Lebensfreude. Der Rosenmontagszug zieht durch historische Kulissen, die dem bunten Treiben einen fast märchenhaften Rahmen geben.
Fastnacht in Baden-Württemberg: Uralt und geheimnisvoll
Im Südwesten Deutschlands zeigt sich die fünfte Jahreszeit von ihrer ursprünglichsten Seite. In der schwäbisch-alemannischen Fastnacht übernehmen kunstvoll geschnitzte Holzmasken, jahrhundertealte Narrenzünfte und archaische Rituale das Regiment. Orte wie Rottweil, Villingen oder Elzach wirken in diesen Tagen wie aus der Zeit gefallen: Weißnarren, Hexen, Teufel und Federahannes ziehen durch enge Gassen, begleitet von Schellenklang und Rauch. Hier geht es weniger um Party und viel mehr um Gänsehaut, Geschichte und eine ganz eigene, dunkle Magie der Fastnacht.