Herbstferien 2026: Klimavergleich Kanaren, Mallorca und Alpen
Zwischen dem 5. Oktober und dem 6. November 2026 liegen die Herbstferien der 16 Bundesländer, mit bis zu fünf Wochen Abstand. Wer dann an die Kanaren, nach Mallorca oder in die Alpen reist, trifft dort im langjährigen Mittel auf drei sehr unterschiedliche Herbstklimate.

In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland beginnen die Herbstferien 2026 bereits am 5. Oktober. Am 12. Oktober folgen Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Die übrigen acht Bundesländer starten gestaffelt zwischen dem 15. Oktober und dem 2. November, wenn zuletzt Bayern in die Ferien geht.
Wer noch nach einem Ziel für den Herbsturlaub sucht, findet hier Anhaltspunkte zum potenziellen Wetter im Oktober. Ob Kanaren, Mallorca oder Alpenregion: Alle drei Ziele zählen zu den klassischen Herbstferien-Fluchten der Deutschen und weisen im langjährigen Mittel drei sehr unterschiedliche Herbstklimate auf.
Kanarische Inseln: mildes Klima dank Passat und Kanarenstrom
Die Kanaren bestehen aus acht Inseln, Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, La Gomera, El Hierro und La Graciosa, die sich klimatisch deutlich unterscheiden.
Grund ist ein Ost-West-Gefälle: Die flachen östlichen Inseln Lanzarote und Fuerteventura liegen nahe der Sahara und bekommen kaum Regen, die höheren westlichen Inseln wie La Palma oder Teneriffa fangen mit ihren Bergen mehr Feuchtigkeit aus dem Passat ab.

Das zeigt sich an den Oktober-Stationswerten von AEMET (Agencia Estatal de Meteorología) für 1981 bis 2010 :
Auf Lanzarote fallen durchschnittlich nur 10 l/m² Regen, auf Gran Canaria 16 l/m², auf La Palma 41 l/m². Bei der Temperatur liegen die Inseln näher beieinander: Gran Canaria misst ein Oktobermittel von 23,1 °C. Der mittlere Tageshöchstwert liegt bei 26,2 °C, der Tagestiefstwert bei 20,1 °C. Teneriffa weist mit 23,4 °C das höchste und La Palma mit 22,8 °C das niedrigste Oktobermittel auf.
Verantwortlich für das milde, trockene Grundklima sind der kühlende Kanarenstrom und die beständigen Nordost-Passatwinde, die eine Inversionsschicht über den Inseln erzeugen.
Unterhalb dieser Grenze bleibt es mild und oft leicht bewölkt, oberhalb herrscht trockene, klare Luft. Fürs Ende des Jahrhunderts (2070–2099) projiziert eine Studie der Universität La Laguna häufigere, längere Dürreperioden als im Zeitraum 1980–2009, in höheren Lagen wären dann bis zu 96 Prozent der Fläche betroffen.
Mallorca und die Balearen: Mittelmeerherbst mit Regenrisiko
Auf Mallorca liegt der Oktober-Mittelwert an der Station Palma de Mallorca bei 18,5 °C, der mittlerer Tageshöchstwert bei 23,9 °C und der Tagestiefstwert bei 13,1 °C.

Beim Niederschlag zeigt sich der Unterschied zu den Kanaren deutlich: Mit 62 l/m² ist der Oktober einer der nassesten Monate des Jahres auf der Insel. Grund ist die im Herbst noch sommerlich warme Mittelmeeroberfläche, die feuchte, instabile Luftmassen begünstigt. Diese Wetterlage bezeichnen spanische Meteorologen als DANA oder umgangssprachlich als Gota Fría, wie AEMET selbst erklärt.
Dass sich solche Starkregenlagen durch die Erwärmung verschärfen, zeigt eine Attributionsstudie von World Weather Attribution zur DANA-Flutkatastrophe im Oktober 2024 in Ostspanien: Vergleichbare Tagesniederschläge sind heute rund 12 Prozent intensiver und doppelt so wahrscheinlich wie ohne menschengemachte Erwärmung.
Alpenregion: Innsbruck zwischen Föhn und Bergwind
Ganz anders das Bild in den Alpen. An der Station Innsbruck-Universität (578 m) weist der österreichische Wetterdienst GeoSphere Austria ein Oktobermittel von 9,9 °C aus. Der mittlere Tageshöchstwert liegt bei 16,0 °C, der Tagestiefstwert bei 6,1 °C.

Der Regen fällt mit 59 l/m² ähnlich viel wie auf Mallorca, bedeutet für Innsbruck selbst aber etwas anderes: Die mit Abstand nassesten Monate sind hier Juli und August mit sommerlichen Gewittern, der Oktober zählt dagegen zu den eher niederschlagsärmeren Monaten des Jahres.
Für Innsbruck liegt die Windgeschwindigkeit im Oktober laut GeoSphere Austria bei rund 6,8 km/h, mit ausgeprägtem Tagesrhythmus: Nachts strömt bei ruhiger Großwetterlage kühle Luft talauswärts, gegen elf Uhr dreht der Wind um fast 180 Grad, ein Effekt namens alpines Pumpen. Hinzu kommt der Föhn, ein warmer Fallwind der Übergangsjahreszeiten.
Klimaveränderungen in den Alpen: In Österreich beträgt die Erwärmung seit vorindustrieller Zeit laut GeoSphere Austria 3,1 Grad. Unterhalb von rund 1.500 Metern könnte die Schneedeckendauer bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 45 Prozent zurückgehen, mit späterem Wintereinbruch im Herbst.
Wer maximale Wärmesicherheit sucht, ist auf den Kanaren richtig, auf Mallorca lohnt ein Blick auf den Regenschirm. In den Alpen zählen nicht die Gradzahlen, sondern klare Fernsicht und Bergluft. Alle drei Werte beschreiben das Klima vieler Jahre, kein Wetter für 2026.
Artikelreferenz
Carrillo, J., Hernández-Barrera, S., Expósito, F. J., Díaz, J. P., González, A. & Pérez, J. C.. (2023). The uneven impact of climate change on drought with elevation in the Canary Islands. npj Climate and Atmospheric Science, 6, Art. 31.
World Weather Attribution. (2024). Extreme downpours increasing in southern Spain as fossil fuel emissions heat the climate.