Hätten Sie es gewusst? Diese Stadt in Deutschland ist die kleinste mit eigener ICE-Anbindung

Mitten in Mecklenburg-Vorpommern liegt ein 1255-Seelen-Dorf, das regelmäßig von einem ICE bedient wird. Das ist keine Laune des Fahrplans, sondern hat einen triftigen Grund. Urlauber profitieren davon.

Der ICE rauscht nicht nur durch Züssow - er hält sogar dort. Foto: Adobe Stock
Der ICE rauscht nicht nur durch Züssow - er hält sogar dort. Foto: Adobe Stock

Mit ICE-Geschwindigkeit quer durch Deutschland reisen - das kann wunderbar bequem und erholsam sein, vor allem, wenn alles glatt geht.

Ob von Hamburg nach München, in die Hauptstadt, in die Alpen oder an die Strände von Nord- oder Ostsee: Der Entdeckungslust sind durchs Streckennetz keine Grenzen gesetzt.

Erst, wenn es richtig aufs Land geht, verlagert sich die Reise zumeist in eine gemächlichere Regionalbahn. Die Ausnahme ist ein Dorf im Norden Deutschlands, in dem regelmäßig ein ICE vorfährt.

ICE-Bahnhof für ein Dorf

Kurz vor der Ostseeküste liegt im Landkreis Vorpommern-Greifswald die kleine Kommune Züssow. Einwohnerzahl: 1255 Menschen. Damit ist Züssow der kleinste Ort im Streckennetz der Bahn mit einem ICE-Halt.

Züssow im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist klein, aber gut angebunden. Foto: Adobe Stock
Züssow im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist klein, aber gut angebunden. Foto: Adobe Stock

Warum machen ausgerechnet ICE-Züge in einem Dorf mit nur wenig mehr als tausend Einwohnern Halt? Die Antwort liegt in der Funktion, die Züssow für den Reiseverkehr in Nordostdeutschland erfüllt.

Umsteigehalt auf dem Weg ins Ostseebad

Der Ort dient als wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Urlauber auf dem Weg zur Insel Usedom. Am Bahnhof besteht Anschluss an die RB23 der Usedomer Bäderbahn, die Fahrgäste direkt in bekannte Ostseebäder wie Heringsdorf, Bansin oder Ahlbeck bringt.

Dadurch kommt Züssow eine besondere Bedeutung als Umsteigestation zwischen Fern- und Regionalverkehr zu.

Für einen solchen Ausblick steigt man gerne um: Heringsdorf an der Ostsee. Foto: Adobe Stock
Für einen solchen Ausblick steigt man gerne um: Heringsdorf an der Ostsee. Foto: Adobe Stock

Trotz seiner geringen Größe wird der Bahnhof von mehreren ICE- und IC-Verbindungen bedient. Ergänzt wird das Angebot durch Regionalzüge, die unter anderem aus Berlin und Stralsund verkehren.

Ein weiteres Dorf ist ans ICE-Netz angebunden

Züssow ist jedoch nicht die einzige kleine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern mit Fernverkehrsanschluss. Auch Velgast im Landkreis Vorpommern-Rügen zählt zu den offiziellen ICE-Halten des Bundeslandes.

Obwohl dort lediglich rund 1.500 Menschen leben, stoppen regelmäßig Fernzüge auf ihrem Weg nach Stralsund oder zum Ostseebad Binz auf der Insel Rügen. Damit gehören beide Orte zu den kleinsten Gemeinden Deutschlands, die an das ICE-Netz angebunden sind.

Von Velgast aus besteht mit der Regionalbahn RB25 eine direkte Verbindung nach Barth. Die Stadt wird häufig als Eingangstor zur beliebten Urlaubsregion Fischland-Darß-Zingst bezeichnet. Zu dieser Küstenlandschaft gehört auch das Ostseeheilbad Zingst.

Mediterranes Strand-Flair

Einige der dortigen Strände begeistern mit hellem Sand und klarem Wasser, das Besucher mitunter an mediterrane Reiseziele erinnert.

Bemerkenswert ist dabei, dass selbst sehr kleine Gemeinden wie Velgast oder Züssow an das Fernverkehrsnetz angeschlossen sind. Denn es gibt deutlich größere Städte, die bislang vergeblich auf einen regelmäßigen ICE-Halt warten.

Dazu zählen etwa Chemnitz in Sachsen und Heilbronn in Baden-Württemberg. Auch in Riesa sowie im hessischen Friedberg halten derzeit keine ICE-Züge.

Quellenhinweis

Kreiszeitung.de (2026). https://www.kreiszeitung.de/lokales/mecklenburg-vorpommern/norden-der-kleinste-ort-deutschlands-mit-einer-ice-anbindung-liegt-im-94309928.html

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