Große Oper am Seeufer: Dieses Dorf in der Toskana ist ein Pilgerort für Musik-Fans

Schöne Frauen, schnelle Autos und 60 Zigaretten am Tag machten das Dasein für Giacomo Puccini lebenswert. Fürs innere Gleichgewicht aber brauchte der Komponist Ruhe und Anonymität. Beides fand er in einem Dorf in der Toskana.

Puccini vor seinem Geburtshaus in Lucca. In Torre del Lago aber fand er Ruhe zum Komponieren. Foto: Adobe Stock
Puccini vor seinem Geburtshaus in Lucca. In Torre del Lago aber fand er Ruhe zum Komponieren. Foto: Adobe Stock

Musikalisches Genie war Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria Puccini, so sein voller Name, bereits in die Wiege gelegt. Denn er wurde am 22. Dezember 1858 in Lucca in eine Familie passionierter Musikern geboren.

Während ihm seine Leidenschaft für schnittige Fahrzeuge und für Tabak einen Autounfall und später schwere Krankheit bescheren sollten, bewogen ihn seine Bedürfnisse als Kreativer dazu, eine Villa in Torre del Lago zu kaufen. Im 19. Jahrhundert träumte das Dorf am See Massaciuccoli still vor sich hin; heute ist es ein Pilgerziel für Opern-Fans. Das Puccini-Festivals hüllt Torre del Lago im Sommer in brausende Klänge. Oder, in Puccinis Worten:

„Torre del Lago, größte Freude, himmlisches Eden, Elfenbeinturm, königlicher Palast! 120 Einwohner, zwölf Häuser."

Puccini-Festival am See mit Star-Aufgebot

Mit Pinien, Lorbeer, Steineichen und Olivenbäumen begrünt, ist Torre del Lago noch heute ein Ort des Friedens - und der Musik. Hier schrieb Puccini „Tosca", „Madame Butterfly" und „La Bohème".

Musik-Fans besuchen die Villa des Komponisten, unternehmen von seiner Musik beschallte Bootstouren und lauschen beim Puccini-Festival von Juli bis September Puccini-Opern im Open Air-Theater am See.

Denn was könnte schöner sein, als seine großen Opern am Ort ihrer Entstehung zu hören? In diesem Jahr gehören bei der 72. Auflage des Festivals am See Jonas Kaufmann und Plácido Domingo zum Star-Aufgebot.

Musikliebhaber können dazu in einem übersichtlichen Radius von 30 Kilometern seinen Spuren folgen und dabei wunderschöne Städte erleben.

Sein späterer Wohnort Viareggio; das glamouröse Forte dei Marmi, einst eine Festung, in der Marmorblöcke aus Carrara der Verschiffung harrten und das zum ersten Badeort der Küste wurde; Pietrasanta mit seiner tausendjährigen Bildhauertradition; schließlich Lucca mit seinen Plätzen, Kirchen und der Stadtmauer - sie alle bündeln die Schönheit der Toskana.

Erinnerungsstücke im Geburtshaus in Lucca

1921 verließ Puccini Torre del Lago, weil ihn die neue Torfförderung störte, und zog ins nahe Viareggio. Schon seit dem Jahr 1900 war er Ehrenbürger des Badeorts und hatte hier 1915 Land erworben.

Doch seine Geschichte beginnt in Lucca. Der Stammbaum seiner Familie schmückt die Wand über seinem Steinway-Flügel im Geburtshaus an der von seinem Denkmal geschmückten Piazza Cittadella.

Als Puccini sechs Jahre alt war, starb sein Vater, die Mutter blieb mit neun Kindern zurück und musste die Wohnung aufgeben. Giacomo wurde Organist im Dom von Lucca, besuchte erst hier, und in Mailand das Konservatorium und konnte schließlich mit dem Erlös seiner ersten Oper die Wohnung zurückkaufen. Seit 1979 ist das „Casa Natale" ein Museum.

Puccinis Noten und die Einladung zu seiner Hochzeit

Notenblätter, Briefe, die Hochzeitseinladung Puccinis und seiner Elvira, die das Paar 1904 nach Jahren wilder Ehe versandte, persönliche Gegenstände und Kostüme der ersten Inszenierungen seiner Werke breiten das Leben des Maestros vor den Besuchern aus.

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