Deutschlands grüne Überraschung: Dieser Stadtwald ist größer als New Yorks Central Park
Mit rund 640 Hektar Fläche gehört er zu den größten zusammenhängenden urbanen Wäldern Europas. Er ist ein perfekter Ort zur Abkühlung und Erholung in der Natur und bildet ein Refugium für Wildtiere.

Wer Hannover besucht, erwartet Herrenhäuser Gärten, Fachwerk oder das Maschseeufer. Kaum jemand rechnet damit, nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt in einem Wald zu stehen, der Hunderte Hektar bedeckt.
Der Central Park in New York ist nur etwa halb so groß. Während in Manhattan Wolkenkratzer die Kulisse bilden, verliert man zwischen Hannovers alten Bäumen schnell jedes Gefühl dafür, sich in einer Großstadt zu befinden.
In wenigen Schritten von der Stadt in den Wald
Die Eilenriede beginnt praktisch vor den Toren der Innenstadt und verschluckt den Großstadtlärm innerhalb weniger Schritte. Sie beweist, dass spektakuläre Naturerlebnisse nicht immer fernab der Metropolen liegen müssen. Manchmal beginnt das Abenteuer Wildnis wenige Minuten von der City entfernt.

Statt Verkehrslärm begleiten Spaziergänger und Wanderer Vogelgesang und das Rauschen der Blätter im Wind. Unter Buchen, Eichen und Kiefern führen breite Alleen und schmale Waldpfade durch ein nahezu endloses Grün. Wer hier unterwegs ist - zu Fuß, per Fahrrad oder zu Pferd -, entdeckt immer wieder neue Wege, Lichtungen und ruhige Flecken Grün.
Wandern, Radeln, Träumen und Picknicken
Für die Menschen in Hannover ist die Eilenriede nicht nur ein Naherholungsgebiet. Sie ist Laufstrecke, Picknickplatz, Spielparadies und Refugium zugleich.
Über 80 Kilometer Wanderwege, rund 38 Kilometer Radwege und elf Kilometer Reitwege ziehen sich durch den Wald. Dazu kommen Laufstrecken, ein Trimm-dich-Pfad und Mountainbike-Routen.
Dabei blickt die Eilenriede auf eine lange Geschichte zurück. Bereits seit dem 14. Jahrhundert gehört das Waldgebiet der Stadt Hannover. Seinen Namen verdankt es feuchten Böden, auf denen einst Erlen wuchsen. Die sumpfige Struktur verhinderten Jahrhunderte lang die Bebauung - so blieb der Wald erhalten.
Mittelalterliche Türme und ein Rasenlabyrinth
Mehrere historische Bauten erinnern an die Vergangenheit. Zwischen den Bäumen erheben sich mehrere mittelalterliche Wehrtürme, darunter der Döhrener Turm aus dem Jahr 1382. Er gehörte einst zur Verteidigungsanlage Hannovers.

Eine weitere Überraschung verbirgt sich im nördlichen Teil der Eilenriede: das „Rad“, eines der letzten Rasenlabyrinthe Deutschlands. Es wurde im 17. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, geht aber auf ältere, vorchristliche Traditionen zurück. Über Generationen feierten die Menschen hier Feste und veranstalteten Brautläufe um die Linde in der Mitte.
Rehe, Füchse, Marder und Hirsche
So spannend wie die Geschichte ist die Natur. Rehe, Füchse, Marder, Hasen und Eichhörnchen sind in der Eilenriede heimisch, dazu kommen mehr als 100 Vogelarten.
Die Waldstation informiert mit einem Baumlehrpfad und einem Heilpflanzengarten über das Ökosystem Wald. Einen grandiosen Überblick bietet der 32 Meter hohe Aussichtsturm, von dessen Plattform sich das riesige grüne Blättermeer bis weit über Hannover hinaus erstreckt.
Highlights für Familien sind die zehn Spielplätze, weitläufige Liegewiesen, der Minigolfplatz, ein Hochseilgarten sowie Waldcafés und Restaurants.
Artikelreferenz
Michèle Förster. (2026). Viele kennen ihn nicht: Dieser Stadtwald ist doppelt so groß wie der central Park.