Wie sind die Saturnringe entstanden? Astronomen glauben, die Antwort gefunden zu haben!
Die Ringe des Saturn könnten das Ergebnis einer Reihe von Kollisionen zwischen den Monden des Planeten sein, zumindest laut einer Simulation, die von Forschern des SETI-Instituts durchgeführt wurde.
Eine von Forschern des SETI-Instituts durchgeführte Simulation erklärt die Entstehung der berühmten Saturnringe. Diese Entstehung steht vermutlich im Zusammenhang mit einer Katastrophe, die sich vor etwa 100 Millionen Jahren ereignete.
Eine Kollision der Monde
Die Ringe des Saturn faszinieren Wissenschaftler seit ihrer Entdeckung im Jahr 1610. Tatsächlich ist ihre Entstehung nach wie vor ungeklärt, und auch ihre Zusammensetzung gibt weiterhin Anlass zu Spekulationen. Ein Forscherteam des SETI-Instituts hat jedoch ein plausibles Szenario vorgeschlagen, das Antworten auf viele dieser Fragen liefert.
Alles begann mit einer Kollision zwischen zwei Monden des Gasriesen vor etwa 100 Millionen Jahren. Man nimmt an, dass diese beiden Monde in der Nähe des Saturns verschmolzen sind, was die Entstehung des Titan erklärt, der heute der größte Mond dieses Planeten ist.
Voici Titan, la plus grosse lune de Saturne, orbitant dans le plan des anneaux. Cest le seul satellite du système solaire qui possède, comme la Terre, une atmosphère singe de ce nom. Grand merci à la sonde Cassini . pic.twitter.com/skgw09Bfhq
— Etienne KLEIN (@EtienneKlein) January 30, 2022
Die Forscher analysierten die anomalen Umlaufbahnen mehrerer Saturnmonde. Hyperion, ein kleiner Mond, folgt einer instabilen und stark geneigten Umlaufbahn, während Titan eine exzentrische Bewegung aufweist, die derzeit nur schwer mit seiner Masse in Einklang zu bringen ist. Um diese anomalen Bewegungen zu verstehen, simulierten Forscher des SETI-Instituts die Auswirkungen eines verlorenen Mondes auf die Umlaufbahnen der genannten Satelliten.
Diese Theorie würde Hyperions chaotische Rotationsachse und exzentrische Umlaufbahn, sein poröses Aussehen und seine offensichtliche Jugend erklären. Sie erklärt auch, warum Hyperions Umlaufbahn in einer 4:3-Resonanz zu der von Titan steht – das heißt, Titan umkreist Saturn dreimal, während Hyperion viermal um ihn herumfliegt, was auf eine gravitative Wechselwirkung zwischen den beiden Himmelskörpern hindeutet.
Eine Verbindung zu den Saturnringen?
Diese Theorie scheint zwar das Verhalten von Titan und Hyperion recht präzise zu erklären, aber sie erklärt derzeit nicht die Entstehung der Saturnringe. Tatsächlich wäre die Entstehung der Ringe des Gasriesen nicht das Ergebnis der anfänglichen Kollision zwischen den beiden Himmelskörpern, sondern vielmehr deren Folge.
Simulationen zufolge hätte Titan mit seinen nächsten Satelliten Gravitationsresonanzen ausgelöst – Resonanzen, die die Gravitationswechselwirkungen allmählich verstärken. Dieses Phänomen hätte die Bahnen mehrerer innerer Monde allmählich destabilisiert, d. h. der Monde, die sich zwischen Titan und Saturn befinden.
Diese Störungen hätten neue Kollisionen zwischen Satelliten ausgelöst, bei denen erhebliche Mengen an Trümmern in die niedrige Umlaufbahn des Planeten gelangt wären. Während sich ein Teil dieser Trümmer möglicherweise zu neuen Monden zusammengeschlossen hätte, wäre ein Großteil davon in der Umlaufbahn um den Planeten geblieben und hätte so die berühmten Ringe des Gasriesen gebildet.
Diese Kettenreaktion liefert daher viele Antworten auf die offenen Fragen zu den Saturnringen. Sie erklärt beispielsweise die reichhaltige eisige Zusammensetzung der Ringe, ihre Jugend, die Exzentrizität des Titan und andere Anomalien des Systems, wie die Form und die Umlaufbahneigenschaften von Hyperion und die ungewöhnliche Neigung von Iapetus.
Hyperion, moon of Saturn, observed by the Cassini probe on this day in 2005. pic.twitter.com/1vIf0vkhqN
— Humanoid History (@HumanoidHistory) September 26, 2020
Nun könnte die Dragonfly-Mission, die 2034 eine Sonde zum Titan schicken soll, um dessen Oberfläche und Atmosphäre zu analysieren, diese Theorie bestätigen oder widerlegen. Sie könnte Spuren des von Forschern des SETI-Instituts theoretisierten alten und katastrophalen Einschlags aufdecken.
Quellenhinweis:
Two Disappeared Moons May Be at the Origin of Saturn’s Ring Formation , Science&Vie (02/17/2026), Auriane Polge