Neue Informationen: So gefährlich ist der Mars für Menschen

Raumfahrtagenturen wie die NASA und private Unternehmen wie SpaceX arbeiten mit Hochdruck an dem Ziel, Menschen auf den Mars zu schicken. Doch hinter aller Euphorie verbirgt sich eine unbequeme Wahrheit.

Die Vision, Menschen auf den Mars zu schicken, birgt Gefahren (Foto: Adobe Stock)

Mehr als 200 Millionen Kilometer trennen die Erde im Durchschnitt vom Mars. Diese Distanz ist nicht nur eine Zahl, sondern ein Abgrund. Eine Reise dorthin dauert Monate, eine schnelle Rückkehr ist unmöglich. Wer sich auf den Weg macht, verlässt nicht nur seinen Planeten, sondern auch die unmittelbare Sicherheit medizinischer Versorgung und direkter Kommunikation. Funksignale brauchen Minuten statt Sekunden. Im Notfall bedeutet das: Entscheidungen müssen autark getroffen werden, ohne schnelle Rücksprache mit Experten auf der Erde. Was das im Umkehrschluss bedeutet? Diese Entfernung erzeugt eine Isolation, die weit über das hinausgeht, was selbst erfahrene Astronauten bisher erlebt haben. Monotonie, Enge, permanente Anspannung – all das wirkt auf die Psyche. Die ständige Gewissheit, dass Hilfe unerreichbar ist, erhöht den mentalen Druck zusätzlich. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Eine Marsmission würde dieses Grundbedürfnis radikal herausfordern.

Hohes Strahlenrisiko wird zur Belastung

Auf der Erde schützt uns ein starkes Magnetfeld vor einem Großteil der kosmischen Strahlung. Dieser Schutzschild fehlt auf dem Mars. Hochenergetische Teilchen aus dem All und von der Sonne treffen nahezu ungehindert auf die Oberfläche. Für Astronauten bedeutet das eine dauerhafte Belastung, deren langfristige gesundheitliche Folgen schwer kalkulierbar sind. Schon heute wissen Wissenschaftler, dass Strahlung Zellschäden verursachen und das Krebsrisiko erhöhen kann. Auf einer monatelangen Reise durch den interplanetaren Raum summiert sich diese Belastung weiter. Es ist ein Risiko, das man nicht sehen, nicht riechen, nicht fühlen kann. Und das gerade deshalb so tückisch ist.

Der Körper wird in den Ausnahmezustand versetzt

Bereits Aufenthalte auf der Internationalen Raumstation zeigen, wie empfindlich der menschliche Organismus auf veränderte Schwerkraft reagiert. In nahezu schwereloser Umgebung verlieren Astronauten Knochendichte, Muskeln bauen sich ab, Blut verlagert sich in den Oberkörper. Auch Herz und Immunsystem verändern sich messbar. Selbst Augenprobleme wurden dokumentiert. Denn der Mars verfügt nur über rund 38 Prozent der Erdschwerkraft. Nach monatelanger Schwerelosigkeit müssten sich Raumfahrer erneut an eine (wenn auch schwache) Gravitation gewöhnen. Dieser doppelte Anpassungsprozess stellt eine enorme physiologische Belastung dar. Evolutionär ist der Mensch auf die Bedingungen der Erde zugeschnitten. Jede Abweichung davon bringt das fragile Gleichgewicht des Körpers ins Wanken.

Das Zusammenspiel macht die Mission so gefährlich

Ein medizinischer Notfall auf dem Mars ist kein Szenario für schnelle Rettungsketten. Es gibt kein Krankenhaus um die Ecke, keine Spezialisten, die kurzfristig eingeflogen werden können. Die Crew müsste mit begrenzter Ausrüstung und unter erschwerten Bedingungen selbst handeln. Gleichzeitig verändert Isolation in geschlossenen Habitaten das mikrobielle Umfeld. Mikroorganismen können aggressiver werden, während das Immunsystem unter Stress steht. Die Kombination aus physischer Schwächung, Strahlenbelastung und psychischem Druck schafft ein komplexes Risikoprofil. Jeder einzelne Faktor ist beherrschbar. Doch ihr Zusammenspiel macht die Mission so gefährlich.