Der Tod der Sonne hat nun ein Datum: Wie sich die letzten Tage der Erde laut Wissenschaft entwickeln werden

Jahrhundertelang haben wir die Sonne als festen Bestandteil des Himmels betrachtet. Die moderne Astrophysik widerspricht dem und berechnet, wann sie sterben wird – und wie die Erde lange zuvor verschwinden wird.

Die Sonne wird sich eines Tages zu einem roten Riesen ausdehnen und die Erde in eine trockene, leblose Welt verwandeln.
Die Sonne wird sich eines Tages zu einem roten Riesen aufblähen und die Erde in eine trockene, leblose Welt verwandeln.

Jahrhundertelang betrachteten die Menschen die Sonne als eine fast ewige Präsenz. Die moderne Astrophysik hat es jedoch geschafft, ihre gesamte Lebensgeschichte zu rekonstruieren – einschließlich des letzten Kapitels. Dieses Ende ist keine dramatische Explosion voller Bedauern, sondern eine langsame Transformation, die das Gleichgewicht des Sonnensystems vollständig verändern wird.

Was ist ein Roter Riese?

Ein Roter Riese ist ein Stern in einem späten Stadium seines Lebens, der viel größer und rötlicher ist. Er entsteht, wenn Sterne mit geringer und mittlerer Masse (wie unsere Sonne) keinen Wasserstoff mehr in ihrem Kern haben und stattdessen beginnen, Helium zu fusionieren. Dabei dehnen sich ihre äußeren Schichten aus und kühlen ab, sie werden extrem leuchtstark und können sogar nahegelegene Planeten verschlingen.

Obwohl das endgültige Ende erst in etwa fünf Milliarden Jahren eintreten wird, wird die Erde schon lange vorher die Folgen zu spüren bekommen. Die allmähliche Zunahme der Energie der Sonne wird unsere Atmosphäre verändern, die Meere austrocknen und schließlich jegliches komplexe Leben auslöschen. Der Zeitplan steht fest und lässt wenig Raum für Zweifel.

Die Sonne als Roter Riese: Der Anfang vom Ende

In etwa fünf Milliarden Jahren wird die Sonne den Wasserstoff, der ihren Kern antreibt, aufgebraucht haben. Dieser Moment markiert den Beginn ihrer Phase als Roter Riese. Der Stern wird zu einer enormen Größe anschwellen, sein Durchmesser wird mehr als das Zweihundertfache seines heutigen Durchmessers erreichen.

Ein viraler Beitrag fasste dieses Schicksal auf dramatische Weise zusammen und behauptete, die NASA habe „ein Datum für das Ende der Welt festgelegt: das Jahr 1.000.002.021“, und beschrieb, wie die Sonne anschwellen, der Sauerstoff ausgehen und die Temperaturen steigen werden. Die Zahlen mögen ironisch gemeint sein, aber das zugrunde liegende Szenario entspricht aktuellen Modellen: Die inneren Planeten werden schwer getroffen werden.

Nachdem die Sonne den größten Teil ihrer Masse verloren hat, wird sie ihr Leben als dichter Weißer Zwerg beenden, der kein Leben in seiner Umgebung mehr ermöglichen kann.
Nachdem die Sonne den größten Teil ihrer Masse verloren hat, wird sie ihr Leben als dichter Weißer Zwerg beenden, der kein Leben in seiner Umgebung ermöglichen kann.

Dieses Wachstum wird nicht nur eine optische Veränderung sein. Die ausgestrahlte Strahlung wird viel intensiver werden und sich direkt auf die inneren Planeten auswirken. Merkur und Venus werden von der äußeren Atmosphäre der Sonne verschluckt werden, und die Erde wird sich direkt am Rande dieser tödlichen Umarmung befinden.

Selbst wenn unser Planet nur knapp einer physischen Zerstörung entgeht, werden die Bedingungen an der Oberfläche brutal sein. Die Temperaturen werden in die Höhe schnellen, das Klimagleichgewicht wird zusammenbrechen und das Leben, wie wir es kennen, wird einfach nicht überleben können.

Verdunstung der Ozeane und Verlust der Atmosphäre

Der erste große Schlag wird kommen, lange bevor die Sonne ihre maximale Größe erreicht. In etwa einer Milliarde Jahren wird die erhöhte Helligkeit der Sonne ausreichen, um die Ozeane der Erde stetig verdampfen zu lassen. Wasser, der wichtigste Bestandteil des Lebens, wird beginnen, ins Weltall zu entweichen.

Wenn sich Wasserdampf in der oberen Atmosphäre ansammelt, spaltet die Sonnenstrahlung seine Moleküle auf. Der Wasserstoff geht für immer verloren, und die Erde wird zunehmend trockener. Die Meere werden schrumpfen, bis sie nichts weiter als eine geologische Erinnerung sind.

Mit weniger Wasser und einer geschwächten Atmosphäre wird unser Planet seine Fähigkeit zur Temperaturregulierung verlieren. Der Schutzschild gegen Strahlung wird schwächer werden, und die Oberfläche wird einer viel feindlicheren Umgebung ausgesetzt sein. Lange bevor die Sonne selbst stirbt, wird die Erde bereits eine tote Welt sein.

Der letzte Akt der Sonne als Weißer Zwerg

Nach dem Stadium als Roter Riese wird die Sonne in eine Phase der Instabilität eintreten. Sie wird beginnen, Helium in ihrem Kern zu verbrennen, und thermische Impulse durchlaufen, die einen Großteil ihres äußeren Materials ins All wegblasen. Jede dieser Episoden wird ihre Größe und Energie verringern.

Was am Ende übrig bleibt, ist ein Weißer Zwerg: ein extrem dichter Kern, etwa so groß wie die Erde, aber mit einer Masse, die der aktuellen Masse der Sonne ähnelt. Es wird keine aktiven Kernreaktionen mehr geben, nur noch Restwärme, die über Milliarden von Jahren langsam entweicht.

Wenn die Erde bis dahin noch als eigenständiger Himmelskörper existiert, wird sie ein steriler Felsbrocken sein, der um einen verblassten Sternrest kreist – ohne Atmosphäre, ohne Wasser und ohne Aussicht auf Leben. Das Sonnensystem wird in eine ruhige, kalte Phase eingetreten sein, und unser einst strahlender Stern wird nur noch eine schwache, abkühlende Glut in der Dunkelheit sein.