Astronomen beobachten eine seltene Zwillingsgeburt von Planeten im Weltall

In der Nähe des jungen Sterns WISPIT 2 bilden sich zwei Protoplaneten, von denen der eine fünfmal so groß wie Jupiter und der andere zehnmal so groß ist.

Der Protoplanet WISPIT 2b befindet sich unten rechts in der Lücke der Scheibe.
Der Protoplanet WISPIT 2b befindet sich unten rechts in der Lücke der Scheibe.
Ameya Paleja
Ameya Paleja Meteored Vereinigtes Königreich 3 min

Astronomen am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) haben ein seltenes astronomisches Ereignis beobachtet, nachdem sie die Entstehung zweier Protoplaneten um den jungen Stern WISPIT 2 verfolgt hatten. Die Beobachtung erfolgte im Rahmen des GRAVITY+-Projekts, einer vom MPE geleiteten internationalen Zusammenarbeit, die die vier Teleskope der Europäischen Südsternwarte (ESO) zu einem riesigen virtuellen Teleskop für Beobachtungen zusammenführt.

Was ist WISPIT 2?

WISPIT 2 ist ein Vor-Hauptreihenstern im Sternbild Adler. Er ist mit nur fünf Millionen Jahren ein relativ junger Stern und von einer Gas- und Staubscheibe umgeben. Astronomen untersuchen diesen Stern mit großem Interesse, da sich um ihn herum neue Planeten bilden und er uns einen Einblick in die Entstehung unseres eigenen Sonnensystems gewährt.

Im August 2025 entdeckte eine Gruppe von Forschern der Universitäten Galway und Arizona sowie des Observatoriums Leiden einen massereichen Gasriesen-Protoplaneten im System von WISPIT 2. Der WISPIT 2b genannte Protoplanet ist etwa fünfmal so groß wie Jupiter und befindet sich in einer Entfernung, die etwa dem Zehnfachen der Entfernung zwischen unserer Sonne und dem größten Planeten entspricht.

Eine Reihe von Folgebeobachtungen hat nun zur Entdeckung eines weiteren Protoplaneten, WISPIT 2c, geführt, der doppelt so groß wie WISPIT 2b ist, sich aber viermal näher an seiner Sonne befindet als WISPIT 2b.

Seltene Zwillingsgeburt

Da WISPIT 2c viel näher an seiner Sonne liegt, stellt die Erfassung seines Signals eine besondere Herausforderung dar. Forscher am MPE nutzten das GRAVITY+-Projekt, bei dem das verbesserte Very Large Telescope Interferometer (VLTI) eingesetzt wurde, um das schwache Licht des Planeten zu erkennen, obwohl der nahegelegene Stern tausendmal heller war.

„Durch die Kombination von interferometrischer Präzision mit neuer adaptiver Optik konnten wir ein Signal messen, das zuvor vollständig im Sternenlicht verborgen war“, erklärte Guillaume Bourdarot, Wissenschaftler am MPE, in einer Pressemitteilung. „Dies ist ein klares Beispiel dafür, wie die Entwicklung modernster astronomischer Instrumente zu grundlegenden Entdeckungen führt.“

Die Entdeckung dieses Exoplaneten ist etwas Besonderes, da eine direkte Beobachtung eines Planeten in seiner Frühphase äußerst selten ist. Unter den Tausenden von Exoplaneten, die der Menschheit bekannt sind, wurde bisher nur ein Stern entdeckt, um den mehrere Protoplaneten kreisen.

In WISPIT 2’s case, two protoplanets have been confirmed at the same time. “Finding two planets at such an early stage at the same time is almost like witnessing a rare twin birth,” added Frank Eisenhauer, Director of the Infrared Group at MPE. “This shows that planetary systems do not develop one after the other, but in parallel – much like our own Solar System once did.”