daswetter.com

Verkehrte Welt: Schnee in Spanien und Dürre in Deutschland!

Während bei uns die Trockenheit ein immer größer werdendes Problem darstellt, wird Spanien unter Schneemassen begraben. Am Sonntag sorgt ein Tiefdruckgebiet zumindest in der Südhälfte Deutschlands aber für dringend benötigten Niederschlag.

Sonnenschein
Hoch SPIRO machte es möglich: In Deutschland war es in den vergangenen Tagen wärmer und sonniger als am Mittelmeer.

Nachdem der April mit ungemütlichem Wetter und viel Regen gestartet ist, hat sich die Wetterlage stark gewandelt. Ein Hochdruckgebiet im Norden Europas sorgt seit über einer Woche dafür, dass sich die Tiefdruckgebiete nicht bis nach Deutschland bewegen. Somit hat es auch in vielen Teilen Deutschlands keinen oder kaum nennenswerten Regen gegeben. Dies sieht im Süden Europas dagegen ganz anders aus. Hier hatten die Tiefausläufer im Mittelmeerraum freie Bahn und brachten teils ergiebigen Regen mit sich. Besonders auf der Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich und in Italien wurden in kurzer Zeit Niederschlagsmengen von 100 mm registriert.

Rekord-Schneefälle in Spanien

Zusätzlich führten sie noch kühle Luftmassen aus Nordeuropa mit sich, sodass es in den Hochlagen zu Rekord-Schneefällen gekommen ist. Im Ort Navacerrada, 50 km nordwestlich von Madrid, wurde am Mittwoch eine Neuschneemenge von unglaublichen 36 cm gemessen. Aber auch in anderen Regionen Spaniens, in denen es im April schon sommerliche Temperaturen geben kann, wurden Höchstwerte von nicht mehr als 15°C registriert. Zur gleichen Zeit war es im Westen Deutschlands mit Temperaturen von bis zu 20°C und strahlendem Sonnenschein deutlich wärmer.

Große Trockenheit

Allerdings wird die Trockenheit hierzulande wieder zu einem großen Problem! Zwar führten viele Flüsse im Westen und Süden zu Beginn des Aprils durch hohe Niederschlagssummen teilweise Hochwasser oder waren zumindest für die Jahreszeit ausreichend gefüllt, aber die lange Trockenphase, mit der wir es momentan zu tun haben, hat wieder dafür gesorgt, dass die meisten Flüsse einen niedrigen Wasserstand erreicht haben. Auch die Seen in Deutschland, die normalerweise im Frühjahr gut gefüllt sein sollten, weisen einen niedrigen Wasserstand auf.


Insgesamt ist es in weiten Teilen Deutschlands viel zu trocken, im Osten und Süden ist es aber am schlimmsten. Hier herrscht eine extreme bis außergewöhnliche Dürre (höchste Stufe). Durch die Trockenheit steigt natürlich auch wieder die Waldbrandgefahr. Besonders im Norddeutschen Tiefland und im Norden Bayerns und Baden-Württembergs ist Stufe 3 von 5 erreicht.

Verschlimmert sich die Dürre oder kommt endlich Regen?

Beim Blick auf die Wetterkarten vom europäischen Wettermodell ECMWF lässt sich erfreulicherweise sagen, dass die Trockenheit im Süden Deutschlands ab Sonntag etwas gelindert und die Waldbrandgefahr auch stark abnehmen wird. Denn das kräftige Hochdruckgebiet über Skandinavien verlagert sich langsam nach Westen und verliert somit seine blockierende Wirkung zumindest für den Süden Deutschlands. Der Norden verbleibt eher unter antizyklonalem Einfluss, sodass sich die Dürre-Lage vorerst nicht entspannen wird.

Großwetterlage Europa
Das Tiefdruckgebiet aus Spanien erreicht uns am Sonntag und bringt seit langem mal wieder Regen. Der Norden wird davon allerdings kaum etwas spüren.

Am heutigen Samstag ist es wechselnd bis stark bewölkt bei Temperaturen von 15 bis 20°C. Ab dem Abend erreicht den Südwesten Deutschlands ein Tiefdruckgebiet. Schauer und erste kräftige Gewitter treten an den Alpen und im Schwarzwald auf, die für Starkregen sorgen können.

Im Schwarzwald und an den Alpen ist mit kräftigen Gewittern zu rechnen! Starkregen und kleiner Hagel können mit dabei sein!

Heute Nacht und am Sonntag verlagert sich das Tiefdruckgebiet weiter in Richtung Nordosten. In einem Streifen vom Saarland über Thüringen bis nach Südbrandenburg kann es schauerartigen Regen geben, weiter südlich ist mit kräftigen Gewittern zu rechnen. Auch Unwetter sind nicht auszuschließen! Der Norden würde nach derzeitigem Stand sogar komplett trocken bleiben. Ob dies auch so kommt, bleibt aber abzuwarten.