Studie zeigt: Wie sich kühlere Temperaturen auf Ausgeh-Abende auswirken
Die große Sommerhitze lässt langsam nach, die Temperaturen werden angenehmer. Das könnte auch der Gastronomie zugutekommen, wie eine Auswertung von "TheFork" zeigt.

Der Hochsommer verabschiedet sich langsam und vielerorts wird es endlich wieder etwas kühler. Die Abende werden kürzer und der Spätsommer macht sich bemerkbar. Für viele beginnt damit eine angenehme Übergangszeit: Es ist noch warm genug, um draußen unterwegs zu sein, gleichzeitig wird die Hitze weniger belastend.
Davon könnte auch die Gastronomie profitieren. Denn wie gerne Menschen einen Restaurantbesuch planen, hängt offenbar stärker mit dem Wetter zusammen, als man vielleicht vermuten würde. Eine aktuelle Auswertung von "TheFork" zeigt, dass Restaurantbuchungen besonders stabil sind, wenn die durchschnittlichen Tagestemperaturen zwischen 16 und 22 Grad liegen. Steigen die Temperaturen deutlich darüber, geht die Nachfrage zurück.
Bei großer Hitze sinkt die Zahl der Reservierungen
Besonders deutlich wird der Effekt bei Temperaturen von mehr als 25 Grad. An solchen heißen Tagen lagen die durchschnittlichen täglichen Restaurantbuchungen insgesamt 5,9 Prozent niedriger. Noch stärker zeigt sich der Einfluss am Wochenende: Hitzewellen mit mehr als 25 Grad führten im Durchschnitt zu 18 Prozent weniger Buchungen als vergleichbare Wochenenden mit moderateren Temperaturen.
Der Grund liegt nahe: Bei großer Hitze verbringen viele Menschen ihre Zeit lieber am Wasser, im Garten oder an anderen Orten im Freien. Ein längeres Abendessen im Restaurant wird dann möglicherweise kurzfristiger entschieden oder ganz auf einen kühleren Tag verschoben.
Interessant ist außerdem, dass die Buchungen nicht erst bei extremen Temperaturen reagieren. Laut TheFork beginnt die Nachfrage bereits zurückzugehen, sobald die Temperaturen die Marke von etwa 22 bis 24 Grad überschreiten. Das optimale Wetter für einen Restaurantbesuch liegt demnach also eher im angenehmen als im hochsommerlichen Bereich.
Hamburg und München besonders hitzeempfindlich
Wie stark die Temperaturen die Restaurantnachfrage beeinflussen, unterscheidet sich allerdings von Stadt zu Stadt. Besonders deutlich fällt der Effekt in Hamburg aus. Dort gingen die Wochenendbuchungen an Tagen mit mehr als 25 Grad um 21 Prozent zurück.
Auch München reagiert empfindlich auf Hitze: Hier lag der Rückgang bei 19,4 Prozent. In Wien betrug das Minus 13,5 Prozent. Die österreichische Hauptstadt zeigt zudem insgesamt einen statistisch signifikanten negativen Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und Restaurantbuchungen.
Berlin bildet dagegen eine Ausnahme. Die Hauptstadt gilt laut Auswertung als besonders hitzeresistent. Dort zeigt sich kein klarer negativer Trend bei steigenden Temperaturen. Bei den Wochenendbuchungen lag der Rückgang oberhalb von 25 Grad lediglich bei 3,6 Prozent.
Gäste planen ihren Restaurant-Besuch früher
Nicht nur das Wetter, sondern auch die Art der Buchung hat sich verändert. In Deutschland reservieren Gäste inzwischen durchschnittlich rund drei Stunden früher als im vergangenen Sommer. Gleichzeitig werden weniger Reservierungen noch am selben Tag vorgenommen. Der Zeitpunkt, an dem besonders häufig eine Entscheidung für das Abendessen getroffen wird, hat sich ebenfalls verschoben: Ein neuer Buchungs-Peak zeigt sich gegen 16 Uhr, während die Hauptzeit für das Abendessen auf etwa 18 Uhr vorgerückt ist.

In Österreich ist die Vorlaufzeit sogar um rund fünf Stunden gestiegen. Dort nahm außerdem der Anteil der Buchungen zu, die mehr als eine Woche im Voraus erfolgen. Spontane Reservierungen gingen dagegen zurück. Auch hier hat sich der Schwerpunkt für das Abendessen nach vorne verschoben und liegt nun bei etwa 18 Uhr.
Kühleres Wetter = Vorteil für die Gastronomie
Der Blick auf den bevorstehenden Spätsommer dürfte Gastronomen deshalb durchaus optimistisch stimmen. Sinkende Temperaturen müssen nicht automatisch weniger Restaurantbesuche bedeuten – im Gegenteil. Wenn die extreme Hitze nachlässt und sich die Temperaturen wieder im angenehmen Bereich zwischen etwa 16 und 22 Grad bewegen, sind die Bedingungen laut TheFork besonders günstig für stabile Buchungszahlen.
Die Entwicklung in diesem Jahr zeigt zugleich, wie stark sich Wetterbedingungen auf das Ausgehverhalten auswirken können. In allen untersuchten Städten lagen die Durchschnittstemperaturen zwischen Mai und Juli 2026 um 1 bis 2,5 Grad über dem Niveau des Vorjahres.
Für die kommenden Wochen könnte sich das Blatt nun wieder wenden: Der Hochsommer geht langsam in den Spätsommer über, die Temperaturen werden moderater – und damit könnte auch der Restaurantbesuch wieder attraktiver werden. Wer einen Abend im Restaurant plant, sollte allerdings weiterhin frühzeitig reservieren. Denn die Auswertung zeigt: Spontane Entscheidungen am selben Tag werden seltener, während die Gäste ihre Tische zunehmend mit etwas mehr Vorlauf buchen.
Artikelreferenz
TheFork. (2026). Heatwave impact DACH.