Sport im Sommer: Warum ein T-Shirt bei Hitze besser kühlt und Training trotz hoher Temperaturen sinnvoll ist

Hohe Temperaturen müssen kein Grund sein, das Training ausfallen zu lassen. Wer einige Regeln beachtet, kann auch im Sommer sicher Sport treiben und seine Leistungsfähigkeit verbessern. Einige dürften sogar von den besonderen Bedingungen profitieren.

Bei Temperaturen von 30 bis 35 Grad Celsius sollte die Trainingsintensität reduziert werden – spätestens ab 40 Grad sollte man aufhören. Bild: Jorge Alberto Vega Barrera/Unsplash
Bei Temperaturen von 30 bis 35 Grad Celsius sollte die Trainingsintensität reduziert werden – spätestens ab 40 Grad sollte man aufhören. Bild: Jorge Alberto Vega Barrera/Unsplash

Die nächste Hitzewelle steht bevor, und viele Menschen meiden körperliche Anstrengung. Klimatisierte Räume erscheinen momentan attraktiver als Joggingstrecken oder Sportplätze. Doch Bewegung muss auch bei sommerlichen Temperaturen nicht ausfallen.

Im Gegenteil, richtig angepasst kann sich Training bei Wärme sogar positiv auswirken. Entscheidend ist jedoch, den Körper nicht zu überfordern und einige grundlegende Empfehlungen zu beachten, sagt Prof. Dr. Angela Teichert von der SRH Fernhochschule – The Mobile University.

Funktionskleidung statt nackter Haut

Sobald der Schweiß fließt, verzichten besonders Männer auf das Oberteil, weil sie sich davon eine schnellere Abkühlung versprechen. Genau das sei jedoch ein Irrtum, sagt die Sportwissenschaftlerin.

„Schweiß kühlt den Körper nicht dadurch, dass er auf der Haut liegt, sondern indem er verdunstet“, so Teichert. „Ein leichtes, lockeres und atmungsaktives Funktionsshirt nimmt den Schweiß auf, verteilt ihn über eine größere Fläche und unterstützt so die Verdunstungskühlung.“ Tropft der Schweiß dagegen direkt von der nackten Haut ab, gehe ein Teil des natürlichen Kühleffekts verloren.

Sportliche Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden zu verlagern, ist schon einmal eine gute Idee. Bild: Jannes Glas/Unsplash
Sportliche Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden zu verlagern, ist schon einmal eine gute Idee. Bild: Jannes Glas/Unsplash

Im Leistungssport wird Training bei hohen Temperaturen seit Jahren gezielt und leistungsfördernd eingesetzt. Die zusätzliche Belastung hilft dem Körper, sich besser an Wettkampfbedingungen anzupassen und seine Hitzetoleranz zu steigern.

Davon können grundsätzlich auch Freizeitsportler profitieren. Voraussetzung sei allerdings eine gute Trainingsbasis sowie eine schrittweise Gewöhnung. „Unser Körper kann lernen, mit Hitze besser umzugehen. Dafür braucht er allerdings Zeit, um sich anzupassen“, sagt Teichert. Regelmäßiges Training und ausreichendes Trinken seien dafür unverzichtbar.

„Ab 40 Grad ist Schluss!“

Sportwissenschaftler empfehlen, intensive Einheiten möglichst in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu verlegen. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach dem Training gehört ebenso dazu wie kurze Pausen im Schatten.

Prof. Dr. Angela Teichert ist Sportmentaltrainerin, ausgebildete Fitnesstrainerin mit einer Professur für Soziale Arbeit an der SRH Fernhochschule. Bild: SRH Fernhochschule
Prof. Dr. Angela Teichert ist Sportmentaltrainerin, ausgebildete Fitnesstrainerin mit einer Professur für Soziale Arbeit an der SRH Fernhochschule. Bild: SRH Fernhochschule

Helle, atmungsaktive Kleidung, eine Kopfbedeckung, Sonnenschutz und bei Bedarf das Kühlen der Handgelenke entlasten zusätzlich den Kreislauf. Steigen die Temperaturen auf etwa 30 bis 35 Grad, sollte die Trainingsintensität reduziert werden.

Treten Schwindel, Kopfschmerzen oder andere Warnzeichen einer Überhitzung auf, muss das Training sofort beendet werden. Anschließend empfiehlt Teichert, auf die eiskalte Dusche zu verzichten: „Lauwarmes Wasser unterstützt den Körper dabei, seine Temperatur gleichmäßig zu regulieren. Große Temperaturunterschiede können dagegen den Kreislauf zusätzlich belasten.“

Neben den körperlichen Vorteilen hebt die Professorin auch die soziale Wirkung gemeinsamer Bewegung hervor: „Wer sich gemeinsam bewegt, motiviert sich gegenseitig, achtet aufeinander und bleibt häufig langfristig aktiver als Menschen, die allein trainieren.“ Gerade im Sommer böten Sportarten im Freien ideale Möglichkeiten, Fitness und Gemeinschaft gleichermaßen zu stärken.

Ob beim Beachvolleyball, Schwimmen, Tennis, Stand-up-Paddling oder einer Laufrunde am frühen Morgen – gemeinsamer Sport motiviert, stärkt das Wir-Gefühl und fördert soziale Kontakte.

Darum sollte man bei den die hohen Temperaturen zwar verantwortungsvoll mit dem eigenen Körper umgehen. Doch der Sommer sei auch immer eine gute Gelegenheit, sportlich aktiv zu werden, so Teicherts Fazit.