Winterchaos in Deutschland: Was ist Schneebruch und wie kommt es dazu?

Der frühe Wintereinbruch stellt die Natur vor Herausforderungen. Bei den Schneefällen der vergangenen Tage kam es in vielen Regionen Deutschlands zu Schneebruch. Bäume, teilweise noch leicht belaubt, hielten den Schneemassen nicht stand, sodass einzelne Äste oder gar der ganze Baum nachgab. Wir gehen der Frage nach wie es zu Schneebruch kommt und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Schneebruch
Abgeknickte Äste, umgestürzte Bäume: Nasser, schwerer Schnee kann durch sein Gewicht erhebliche Schäden an Bäumen verursachen.

Bereits im November hat der Winter vielerorts schon Einzug gehalten und für die erste Schneedecke oder zumindest einzelne Schneeflocken gesorgt. Schneefall bis in die Niederungen ist um diese Jahreszeit zwar kein absolutes Ausnahmeereignis, aber in den vergangenen Jahren doch sehr selten geworden. Für die Umwelt kann ein rascher Wintereinbruch eine besondere Herausforderung darstellen, für Baume besteht daher zum Beispiel die Gefahr von Schneebruch.

Gewichtskraft des Schnees lässt Bäume einknicken

Zu Schneebruch kommt es, wenn Bäume oder Sträucher unter der Last von Schneemassen nachgeben. Dabei können vereinzelte Äste abknicken oder im Extremfall auch ein ganzer Baum umstürzen. Die treibende Kraft ist hierbei die Gewichtskraft der Schneemassen. Es liegt daher auf der Hand, dass Schneebruch besonders dann vorkommt, wenn möglichst viel und möglichst nasser / schwerer Schnee fällt.

Doch auch die Jahreszeit spielt eine kleine Rolle. Neben der Dichte des Schnees ist es genauso entscheidend wie gut der Schnee sich an den Baum haften kann. Bäume die im Laufe des Herbst noch nicht alle ihre Blätter losgeworden sind, bieten hierbei besonders viel Angriffsfläche, weshalb es bei frühen Wintereinbrüchen häufig zu Schneebruch kommt. Auch der Wind spielt eine Rolle - bei starkem Wind wird der Schnee vom Baum "abgeschüttelt", bei Windstille kann sich dagegen umso mehr Schnee ansammeln.

Schneebruch in Mittelgebirgen und tiefen Lagen

Besonders anfällig für Schneebruch sind nicht unbedingt die Regionen, in denen der meiste Schnee fällt. In sehr hohen Lagen führen die kalten Temperaturen dazu, dass der Schnee nur einen geringen Wassergehalt aufweist - daher ist auch seine Dichte nur gering. Nasser, schwerer Schnee bildet sich am besten bei Temperaturen knapp unterhalb des Gefrierpunkts, weshalb das Phänomen vor allen in den Mittelgebirgen oder gar in tiefen Lagen verbreitet ist.

Neben Schneebruch gibt es auch das benachbarte Phänomen des Eisbruchs. Auch hier werden die Baumschäden durch die Gewichtskraft der gefallenen Niederschläge verursacht. Es handelt sich dabei aber nicht um Schnee, sondern um Eisregen - also flüssiger Regen, der bei Kontakt mit der Oberfläche des Baums instantan zu Eis gefriert. Ein analoges, aber weitaus selteneres Phänomen ist der Duftbruch. Hier akkumulieren sich die Eismassen nicht durch Schnee oder Regen, sondern durch Reifbildung an der Baumoberfläche. Besonders anfällig hierfür sind Nadelbäume, die mit ihrer auch im Winter vorhandenen Benadelung eine ideale Oberfläche für die Reifbildung bieten.

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