Rauchschwaden aus Australien erreichen Argentinien

Die aktuellen Brände in Australien sind die schlimmsten in der Geschichte. Die erzeugte Rauchmenge ist so groß, dass sie es sogar bis nach Argentinien geschafft hat. Das ist rund 12.000 km entfernt.

Enzo Campetella Enzo Campetella Leon Beurer 20 Nov 2019 - 16:19 UTC
Waldnbrände in Australien
Die durch Brände in Australien verursachte Rauchmenge ist vom Weltraum aus deutlich zu beobachten. Das Bild gehört zum KKW-Satelliten Suomi vom 8. November.

New South Wales im Südosten Australiens verzeichnet seit Anfang November die schlimmsten Brände seiner Geschichte. Eine Kombination verschiedener Wetterextreme hat zu einer echten Katastrophe geführt: hohe Temperaturen mit sehr geringem Feuchtigkeitsgehalt, gepaart mit starkem Wind. Der perfekte Mischung für große Waldbrände. Obwohl eine Region betroffen ist, die regelmäßig mit Waldbränden zu kämpfen hat, sind die Brände diesmal extrem.

Wie CNN auf spanisch mitteilte, stieg die Zahl der Todesopfer an diesem Donnerstag, dem 14. November, auf vier. Mehr als 140 Feuerquellen blieben an der Südostküste Australiens aktiv. Wie El País mitteilte, war mehr als ein Hektar Land betroffen, mindestens 150 Häuser wurden zerstört und Tausende von Menschen mussten evakuiert werden.

Die örtliche Polizei geht davon aus, dass einige Brände babsichtlich gelegt und dann durch die vorherrschenden Wetterbedingungen verstärkt wurden. Nördlich von Queensland wurden Evakuierungen veranlasst. Diese Anordnung umfasste Städte wie Woodgate, Kinkuna und das Touristenziel Noosa, etwa 130 Kilometer nördlich von Brisbane.

Der Rauch kam nach Argentinien

An diesem Donnerstag, dem 14. November, berichtete der Argentinische Wetterdienst, dass sie nach mehreren Tagen Rauchentwicklung aus der Feuerzone vom Wind über den Pazifik nach Südamerika transportiert wurde. Nach 12.000 Kilometern erreichte der Rauchkegel das Gebiet Argentiniens.

Die Südwestströmung in der Höhe hat die Rauchschwaden nach Nordosten ziehen lassen. Einen Tag später hat sich der Rauch wieder verflüchtigt. Die Wetterbehörde in Argentinien warnte jedoch, dass, solange die Ausbrüche in Australien andauern, neue Rauchwolken praktisch um die Welt ziehen können, um das Land wieder zu erreichen.

Das Löschen dieser Art von Feuer kann Monate dauern. Vor 10 Jahren erlebte die Gegend eine große Tragödie mit mehr als 370 Toten am so genannten schwarzen Samstag wegen der Summe von Bränden und hohen Temperaturen. Die Hitzewelle 2014 wurde als „extrem“ eingestuft, obwohl in diesem Jahr möglicherweise eine neue Definition erfunden werden muss: „sehr extrem“.

Das Schlimmste könnte noch kommen

In der Regel dauert die Brandsaison in Australien zwischen Oktober und März. Die Ostküste des Landes wird in der Regel im Sommer von trockenen Winden und sehr heißen Luftmassen erreicht, die sich in der Zentralwüste entwickeln. In dieser Situation ist bemerkenswert, dass ungefähr 600 Schulen in Sydney und anderen Städten aufgrund der Brandgefahr geschlossen wurden, wie das Earth Observatory angibt.

Das Australian Meteorological Bureau berichtete, dass es seit Anfang 2017 in weiten Teilen von New South Wales, Queensland und Südaustralien nicht mehr regnet. Während diese Situation weiter andauert, muss die australische Regierung ihre Anstrengungen maximieren, um die Waldbrände einzudämmen, denn auch die weiteren Wetteraussichten sind nicht die besten.

Der stellvertretende Premierminister Michael McCormack, ein Leugner des Klimawandels, sagte am vergangenen Montag, dass „diejenigen, die sich für den Klimawandel interessieren, verrückte Wahnvorstellungen hätten. Wir hatten in Australien schon immer Waldbrände. Was die Menschen jetzt brauchen, ist ein bisschen Mitgefühl, Verständnis und echte Hilfe: Sie brauchen Hilfe, sie brauchen Schutz“ Nicht jeder denkt wie der stellvertrende Premierminister.

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