Mega-Energieparks für PV und Windstrom

Indien und China stellen mit jeweils etwa 1,4 Milliarden Menschen knapp 35% der Weltbevölkerung. Gleichzeitig sind die beiden Länder für 43% der weltweiten CO2 Emissionen verantwortlich, wobei der Anteil Chinas bei 35 % und der Anteil Indiens bei 8% liegt.

Solar- und PV-Strom wird in China und Indien in Mega-Energieparks erzeugt
Solar- und PV-Strom wird in China und Indien in Mega-Energieparks erzeugt

Schon aus diesen beiden Zahlenvergleichen wird deutlich, dass der Fortschritt in Indien und China beim Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und damit einer entsprechenden Reduzierung der CO2 Treibhausgasemissionen für den weiteren Verlauf der Erderwärmung von besonderer Bedeutung ist.

Enorme Investitionen

Beide Länder haben sich entschieden, ihre Energiewirtschaft kurz und mittelfristig komplett umzustellen. Dies bedeutet über einen Zeitraum von 10-15 Jahren einen Ausstieg von Kohle, Erdöl und Gas und einen Fokus auf Energieproduktion aus Sonne und Wind.

Der Ausbau der Erzeugung von erneuerbarem Strom ist dabei ebenso von Bedeutung wie der Aufbau einer entsprechenden Speicherstruktur auf Basis von Batteriegroßspeichern.

Gestützt werden sollen Dunkelflauten neben den Batteriespeichern durch Atomstrom, dessen Auf- und Ausbau allerdings langwierig und teuer ist.

Das bisherige Resultat der Politik dieser beiden Länder kann sich sehen lassen: China und Indien führen sowohl bei den bereits umgesetzten Energieparks als auch bei den projektierten und in Bau befindlichen Projekten die weltweite Rangliste mit weitem Abstand an.

Beispiele

China dominiert wenig überraschend den Markt. Die ersten 11 Plätze der Liste der 15 größten Solarparks weltweit wird von China angeführt.

Spitzenreiter ist der Solarpark Gonghe Talatan mit 15,6 GW-Kapazität. Seine Fläche entspricht mit 609 km2 in etwa dem gesamtem Landgebiet Singapurs. Die Anlage umfasst über 7,2 Millionen Solarmodule und beinhaltet verschiedene Solarmoduldesigns für Test- und Optimierungszwecke.

Die weiteren Mega-Solarprojekte liegen in einem Kapazitätsbereich von 3-5 GW-. Allerdings sind mehrere chinesische Projete auf Erweiterungen über 20-30 GW ausgelegt. Dies stellt eine grundlegende Verschiebung der Infrastrukturskala für erneuerbare Energien dar.

Wirtschaftliche Transformation

Die Kosten für Solaranlagen sind seit 2015 um 70% gesunken. Dadurch wurden die Mega-Solarprojekte ohne Subventionen gegenüber der konventionellen, fossilen Energieerzeugung extrem wettbewerbsfähig. Gleichzeitig entstanden Tausende von Arbeitsplätzen, die pro Gigawatt Kapazität geschaffen wurden und noch werden.

Geografische Diversifizierung

Während China die aktuellen Rankings dominiert, signalisieren Indiens innovative Land-Leasing-Modelle einen wachsenden globalen Wettbewerb bei der Mega-Solarentwicklung in verschiedenen Klimazonen und Regionen. Der Bhadla Solar Park in der Provinz Rajasthan liegt an der Position 12 der Rangliste. Seine Kapazität liegt bei 2,2 GW und umfasst eine Fläche von 56 km2.

Indiens größter operativer Solarpark repräsentiert die ehrgeizigen Ziele des Landes für erneuerbare Energien. Es befindet sich in der Thar-Wüste und profitiert von über 300 Sonnentagen pro Jahr und einer durchschnittlichen Sonnenbestrahlung von 5,72 kWh/m2. Die Anlage kann über 4,5 Millionen indische Haushalte versorgen und wird voraussichtlich auf 3,5 GW erweitert.

Der Pavagada Solar Park in der Provinz Karnataka ist mit einer Kapazität von 2,1 GW und einer Fläche von 53 km2 die derzeitige Nummer 13 in der Welt. Auch bekannt als der Shakti Sthala Solar Park, zeichnet sich dieses Projekt durch sein innovatives Land-Leasing-Modell aus. Die Regierung pachtet Land von über 2.300 lokalen Landwirten und versorgt sie mit stabilem Einkommen und fördert gleichzeitig die Unterstützung der Gemeinschaft. Dieser Ansatz ist zu einem Modell für eine nachhaltige Solarentwicklung geworden.

Der weltweit größte Energiepark entsteht derzeit in der Provinz Gujarat, mitten in einer Salzwüste. Hier entsteht das derzeit weltweit größte Projekt für erneuerbare Energien. Der Khavda Renewable Energy Park wird sich über 726 Quadratkilometer erstrecken und ist damit etwa siebenmal größer als Paris. Seine geplante Kapazität soll bei voraussichtlich 30 Gigawatt liegen, wobei Sonne- und Windstrom kombiniert erzeugt wird.

Die Kombination von Wind- und Solarstrom bietet enorme Vorteile
Die Kombination von Wind- und Solarstrom bietet enorme Vorteile

Ist der Standort voll funktionsfähig ist, wird er genug Strom produzieren, um ein Land von der Größe Chiles oder der Niederlande zu versorgen.

China mag das globale Rennen in Bezug darauf anführen, wie schnell es erneuerbare Energiekapazitäten hinzufügt. Khavda wird jedoch mit seiner Größe einzigartig sein.

Die Windkraftanlagen werden jeweils etwa 200 Meter hoch sein. Jedes Rotorblatt hat eine Länge von 78 Metern.

Khavda soll nach Vollendung fast 60 Millionen PV-Module umfassen, von denen viele mit Sonnenlicht-Trackern ausgestattet und montiert sind. Dadurch verändern sie tagsüber ihre Position, um die Energieausbeute des Sonnenlichts zu maximieren.

In der Salzwüste nehmen nachts die Windgeschwindigkeiten deutlich zu, so dass die Windkraftanlagen mit sinkender bzw. ausbleibender Erzeugung von Solarstrom die Kontrolle der Netzstabilität übernehmen werden.

Solarprojekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten - einem Kernland der fossilen Energieträger

Auch die rekordverdächtigen Investitionen der Vereinigten Arabischen Emirate, einem Land, dessen Reichtum aus dem Verkaufserlös der fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas entstand, verdienen an dieser Stelle Erwähnung.

In der Rangliste der 15 weltweit größten Solarparks liegen an 14. und 15. Stelle mit dem Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park in Dubai mit einer Kapazität von 3,6 GW und dem Al Dhafra Solar Project in Abu Dhabi und einer Kapazität von 2 GW bereits zwei große Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie.

Engpässe im Stromnetz

Die meisten dieser Großprojekte berichten regelmäßig von Abschaltungen aufgrund von Engpässen im Stromnetzwerk. Sowohl China als auch Indien investieren derzeit Milliardensummen in den Ausbau der Stromnetze.

Aufgrund der langen Auf- und Ausbauzeiten von Netztrassen werden in beiden Ländern ähnlich hohe Beträge für Batteriegroßspeicher investiert. Hier ist der einzige Engpass die Verfügbarkeit, wobei aufgrund von Kapazitätserweiterung im Hauptexportland China dieser Engpass nicht mehr lange Bestand haben wird.

So hat der Investor des Khavda - Projekts, Adani Green Energy Ltd. (AGEL), im März 2026 eine weitere Ausbauphase der BESS-Batteriespeicher in Betrieb genommen. Mit der nun verfügbaren Batteriespeicherkapazität von 3,37 GWh können fast eine Million Haushalte für einen Tag mit Strom versorgt werden.

Das Projekt wurde innerhalb von 10 Monaten nach Beginn des Baus vor Ort abgeschlossen und gehört damit zu den am schnellsten ausgeführten Batteriespeichern im Versorgungsbereich weltweit, sagte ein Sprecher von AGEL.

AGEL plant, während des Geschäftsjahres 2027 weitere 10 GWh Batteriespeicherkapazität hinzuzufügen und die Gesamtkapazität des Batteriespeichers in den nächsten fünf Jahren auf 50 GWh zu skalieren.

Das Unternehmen betonte, dass Batteriespeicher im Versorgungsmaßstab für erneuerbare Netze immer wichtiger werden und dazu beitragen, überschüssige Energie zu speichern und Strom in Zeiten des Spitzenbedarfs zu liefern.

In einem Folgeartikel werde ich die Situation großer Energieparks in Europa analysieren.

Quellennachweise:

Die 15 größten Solarparks der Welt

Der Khavda-Enegiepark in Indien

Beschreibung der BESS-Batteriespeicher-Technologie

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