Gute Nachrichten! Das Meereis in der Antarktis ist dieses Jahr etwas weniger geschmolzen
Die jährliche Mindestausdehnung des antarktischen Meereises wurde Ende Februar erreicht. Dieser Wert liegt über dem der Vorjahre und nähert sich sogar dem Durchschnitt.
Das Meereis der Antarktis hat kürzlich seine jährliche Mindestausdehnung erreicht: Ein Wert, der sich als deutlich näher am Durchschnitt erweist als in den Vorjahren!
Relativ gute Nachrichten
In den letzten Jahren war es eher ungewöhnlich, dass die Nachrichten über das globale Meereis eher ermutigend als besorgniserregend waren. Tatsächlich waren die letzten Jahre in der Antarktis besonders schwierig, da die Ausdehnung extrem gering blieb und die jährlichen Mindestwerte mitunter neue Rekordtiefs erreichten; dies war beispielsweise im März 2023 der Fall, als das jährliche Minimum nur 1,79 Millionen km² betrug.
Jedes Jahr schmilzt das antarktische Meereis während des Südsommers und bildet sich im Winter wieder neu. Daher erreicht es seine geringste Ausdehnung irgendwann zwischen Ende Februar und Anfang März. Zu diesem Zeitpunkt führen Wissenschaftler ihre jährlichen Messungen durch, um die Ergebnisse mit denen der Vorjahre zu vergleichen.
Nach Angaben von Forschern des National Snow and Ice Data Center (NSIDC) hat das antarktische Meereis am 26. Februar wahrscheinlich seine jährliche Mindestausdehnung erreicht und eine Fläche von 2,58 Millionen Quadratkilometern bedeckt. Damit ist diese Ausdehnung um 730.000 km² größer als das im März 2023 verzeichnete Rekordtief.
Antarctic sea ice has likely reached its minimum extent for the year, at 2.58 million square kilometers (996,000 square miles) on February 26, 2026, ranking sixteenth lowest in the 48-year satellite record. https://t.co/6lQWjhAWG6 pic.twitter.com/mIXCAJcXKP
— National Snow and Ice Data Center (@NSIDC) March 9, 2026
Infolgedessen liegt diese Mindestausdehnung deutlich näher am Durchschnitt der Jahre 1981–2010 als in den vorangegangenen vier Jahren; dennoch ist sie die 16. geringste Ausdehnung, die seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979 verzeichnet wurde.
Zwar ist im Vergleich zu den Vorjahren zweifellos eine Erholung zu beobachten, doch liegt die Fläche weiterhin um 230.000 km² unter dem Durchschnitt der Jahre 1981–2010. Daher ist diese „gute Nachricht“ rein relativ.
Wie lässt sich diese Erholung des Meereises erklären?
Zunächst schien es jedoch so, als würde dieses jährliche Minimum dem Trend der Vorjahre folgen. Nach Angaben von Wissenschaftlern lag die Ausdehnung des antarktischen Meereises gegen Ende des letzten Jahres deutlich unter den Tagesdurchschnittswerten, was darauf hindeutete, dass die Sommersaison erneut mit Werten nahe dem Rekordtief enden würde.
Dennoch drängten im Januar und Februar starke Südwinde das Meereis nach außen und trieben es tiefer in die Weddellsee hinein. Dies trug dazu bei, den allgemeinen Rückgang der Ausdehnung zu verlangsamen, sodass das jährliche Minimum – trotz eines besorgniserregenden Saisonstarts – deutlich näher an den historischen Durchschnittswerten lag als der Wert des Vorjahres.
Es bleibt abzuwarten, ob dieses Ereignis lediglich ein glücklicher Zufall war oder ob diese Erholung der Meereisausdehnung stattdessen den Beginn einer nachhaltigeren Umkehrung des aktuellen Trends signalisieren könnte.
Für Wissenschaftler kommt diese Erholung nicht wirklich überraschend; sie verweisen auf die erhebliche Schwankung des antarktischen Meereises von Jahr zu Jahr, die in Satellitendaten durchweg beobachtet wurde.
Die Forscher des NSIDC wiesen zudem darauf hin, dass sich der Wert für die minimale Ausdehnung in den kommenden Wochen noch ändern könnte. Tatsächlich handelt es sich bei dem oben genannten Wert um eine vorläufige Angabe: „Anhaltendes Abschmelzen oder starke Küstenwinde könnten die Eisausdehnung weiter verringern.“ In jedem Fall wird es unerlässlich sein, die Entwicklung des antarktischen Meereises in den kommenden Wochen und Monaten genau zu beobachten.
Quellenhinweis:
Climate Change: Antarctic Sea Ice Improves (Slightly) After Four Catastrophic Years , 20 Minutes and AFP, 03/10/2026