Gold im Höhenrausch: Rekorde, Renditen und ein Markt unter Strom
Gold glänzt heller denn je: Kurz vor Jahresende jagt der Preis von Rekord zu Rekord – und Silber überholt mit einem historischen Höhenflug sogar alle anderen Edelmetalle.

Es ist einer dieser Momente, in denen selbst abgeklärte Anleger kurz innehalten. Gold, der ewige Krisenklassiker, schreibt kurz vor Jahresende Geschichte. Und Silber? Setzt noch einen drauf. Die Edelmetalle erleben einen Höhenflug, wie ihn viele so schnell nicht für möglich gehalten hätten.
Gold knackt die nächste Schallmauer
Im frühen Handel in London sprang der Goldpreis am Montag (22. Dezember) auf ein neues Rekordhoch, wie die Bild-Zeitung berichtet. Eine Feinunze verteuerte sich um bis zu anderthalb Prozent und kostete zeitweise mehr als 4403 US-Dollar, umgerechnet rund 3758 Euro. Damit wurde der bisherige Höchststand aus dem Oktober – damals lag er bei etwas über 4380 Dollar – klar übertroffen Bemerkenswert: Nach diesem Oktober-Rekord war der Goldpreis zwischenzeitlich sogar wieder unter die Marke von 4000 Dollar gefallen. Jetzt also die Kehrtwende. Und was für eine. Auf das Gesamtjahr gerechnet liegt Gold inzwischen rund 68 Prozent im Plus. Damit zählt das Edelmetall zu den großen Gewinnern an den Finanzmärkten – und steuert auf den höchsten Jahresgewinn seit 1979 zu.
Silber überholt alle anderen Edelmetalle
Während Gold glänzt, funkelt Silber noch heller. Das "kleine Schwester-Metall" ist der eigentliche Star dieses Jahres. Der Preis für eine Feinunze kletterte am Montag auf knapp 69,50 US-Dollar – ebenfalls ein neues Rekordhoch. Allein zum Wochenauftakt legte Silber noch einmal drei Prozentpunkte zu. Unterm Strich steht damit ein Jahresgewinn von rund 140 Prozent. Kein anderes Edelmetall konnte 2025 eine vergleichbare Performance vorweisen. Silber hat sich vom Nischeninvestment zum Überflieger entwickelt – und zieht zunehmend die Aufmerksamkeit der Märkte auf sich.
Flucht in sichere Häfen
Die Gründe für diese Rally sind vielschichtig, aber klar erkennbar. In Zeiten politischer Unsicherheiten suchen Investoren traditionell Schutz in sogenannten sicheren Häfen. Gold und Silber gelten seit jeher als solche. Hinzu kommt: Zahlreiche Notenbanken haben im Laufe des Jahres ihre Goldreserven aufgestockt und damit zusätzliche Nachfrage geschaffen.
Blick nach vorn: Bleibt das Edelmetall-Gold glänzend?
Auch für die kommenden Jahre bleibt der Ausblick aus Branchensicht positiv. York Tetzlaff, Chef der Fachvereinigung Edelmetalle, rechnet laut dpa mit einem weiterhin robusten Markt. Für 2026 spreche vieles für stabile oder sogar steigende Preise. Als Fundament nennt er sinkende Zinserwartungen, anhaltende geopolitische Unsicherheiten und die starke Nachfrage der Zentralbanken. Zwar seien zwischenzeitliche Schwankungen nicht auszuschließen – doch die Richtung scheine klar. Vor allem geo- oder handelspolitische Spannungen, etwa rund um Zölle, könnten den Goldpreis zusätzlich antreiben. Eskalieren sie, so Tetzlaff, könne Gold sogar überproportional reagieren.
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