Ein großes Methanleck in Kasachstan alarmiert die Wissenschaftler: bis zu 127.000 Tonnen in wenigen Monaten!

Durch ein katastrophales Methanleck an einem Bohrloch in Kasachstan wurden rund 127 000 Tonnen dieses starken Treibhausgases freigesetzt, was schwerwiegende Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit hatte.

Austritt von Methan Kazajistán
In einem abgelegenen Bohrloch in Kasachstan kam es im vergangenen Jahr zu einem der schlimmsten jemals aufgezeichneten Methanaustritte.

Im vergangenen Jahr kam es in einem abgelegenen Bohrloch in Kasachstan zu einem der schlimmsten jemals aufgezeichneten Methanaustritte. Nach einer Analyse, die BBC Verify vorliegt, traten etwa 127.000 Tonnen Methan aus, als eine Explosion einen Brand auslöste, der mehr als sechs Monate andauerte.

Dieser Verlust ist nicht nur wegen seines Ausmaßes, sondern auch wegen seiner schwerwiegenden Folgen für die Umwelt sehr bedeutsam, da Methan ein viel stärkeres Treibhausgas ist als Kohlendioxid (CO2).

Was ist Methan?

Methan (CH4) ist ein Treibhausgas (THG), das hauptsächlich aus Erdgas und anthropogenen Emissionen wie Deponien und Landwirtschaft stammt. Es macht 16 % der weltweiten Emissionen aus und ist 28-mal wirksamer als CO2. In den letzten zwei Jahrhunderten haben sich die Konzentrationen dieses Gases verdoppelt, was die globale Erwärmung verschärft.


In Anbetracht seiner Auswirkungen und seiner kurzen Dauer könnte eine signifikante Verringerung eine rasche und bedeutende Auswirkung auf die atmosphärische Erwärmung haben.

Katastrophe offenbart Nachlässigkeit der Unternehmen

Methan ist für das menschliche Auge unsichtbar, aber durch die Analyse von Satellitendaten konnte das Ausmaß des Lecks bestätigt werden. Der Vorfall ereignete sich am 9. Juni 2023 während der Bohrung einer Erkundungsbohrung im Südwesten des Landes. Das Ereignis konnte erst am 25. Dezember 2023 nach monatelanger harter Arbeit beherrscht werden. Die örtlichen Behörden arbeiten daran, das Bohrloch vorbeugend mit Zement abzudichten.

Nach Angaben von Wissenschaftlern wurden zwischen Juni und Dezember bei 115 verschiedenen Gelegenheiten Konzentrationen dieser chemischen Verbindung festgestellt. Dies führte zu der Schlussfolgerung, dass 127.000 Tonnen Methan aus diesem einzigen Bohrloch ausgetreten sind, was es zu einem der größten von Menschen verursachten Lecks macht.

Obwohl das Unternehmen, dem das Bohrloch gehört, Buzachi Neft, das Ausmaß des Lecks bestreitet, deuten die von Wissenschaftlern gesammelten Beweise auf das Gegenteil hin. Außerdem haben die örtlichen Behörden mehrfach bestätigt, dass die Luftgaswerte die gesetzlichen Grenzwerte überschritten.

Kasachstan wird die Verantwortung für die Reduzierung seiner Emissionen übernehmen

Der Vorfall hat nicht nur Umweltbedenken aufgeworfen, sondern auch zu Untersuchungen über die Verantwortung der beteiligten Unternehmen geführt. In einem offiziellen Bericht wurde festgestellt, dass Buzachi Neft die Bohrung nicht ordnungsgemäß beaufsichtigt hat, während einem Subunternehmer, Zaman Energo, zahllose Fehler im Bohrprozess vorgeworfen wurden.

Treibhausgase haben einen großen Einfluss auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit. Sie speichern die Wärme in der Atmosphäre und sind damit für den Klimawandel verantwortlich. Außerdem werden sie mit Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht, die durch Luftverschmutzung verursacht werden.

Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, das Problem der Methanemissionen anzugehen. Auf der COP28 schloss sich Kasachstan einer Vereinbarung an, die eine Reduzierung der Methanemissionen um 30 % bis 2030 vorsieht.

Sie verdeutlicht aber auch die Risiken, die mit der Förderung und dem Transport von Erdgas in der Region verbunden sind, sowie die Notwendigkeit einer strengen Überwachung und von Präventivmaßnahmen, um künftige Lecks ähnlichen Ausmaßes zu verhindern.

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Quellenhinweise:

Silva, M., Palumbo, D. Rivault, E. Kazakhstan: Methane mega-leak went on for months. BBC Verify (2024)

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