Der meteorologische Sommer 2026 beginnt auf der Nordhalbkugel

In der Meteorologie werden Juni, Juli und August als die wärmsten Monate des Jahres zusammengefasst. Dies ermöglicht es Meteorologen und Klimatologen, statistische Aufzeichnungen zu führen, die wesentlich genauer und von Jahr zu Jahr leichter vergleichbar sind.

Der Sommer ist geprägt von hohen Temperaturen, langen Tagen und besonderen Wetterphänomenen wie Gewittern.
Der Sommer ist geprägt von hohen Temperaturen, langen Tagen und besonderen Wetterphänomenen wie Gewittern.

Der meteorologische Sommer ist eine von Wissenschaftlern festgelegte Einteilung des Jahres, die sich vom herkömmlichen astronomischen Sommer unterscheidet. Im Gegensatz zum astronomischen Sommer, der mit der Sonnenwende beginnt und dessen Datum sich jedes Jahr ändert, basiert die meteorologische Einteilung ausschließlich auf dem jährlichen Verlauf der Lufttemperatur. Diese Konvention sorgt dafür, dass Beginn und Ende der Jahreszeit mit den heißesten Monaten zusammenfallen.

Diese Jahreszeit erstreckt sich auf einen Zeitraum von genau drei Monaten auf der Nordhalbkugel: Juni, Juli und August. Sie dauert stets 92 aufeinanderfolgende Tage und ist fest auf den Zeitraum vom 1. Juni bis zum 31. August festgelegt.

Durch diese Gruppierung der Tage erreichen die Wissenschaftler eine perfekte Übereinstimmung mit dem Quartal, in dem historisch gesehen die höchsten Temperaturen des Planeten gemessen werden.

Das Ziel der Atmosphärenwissenschaften

Die Festlegung fester Daten für die Jahreszeiten erleichtert die Beobachtungsarbeit von Meteorologen und Klimatologen weltweit erheblich. Durch die Beseitigung der datumsbedingten Schwankungen der Sonnenwenden erhalten Wissenschaftler einheitliche Zeiträume, die den Vergleich von Daten aus verschiedenen Jahren erleichtern.

Dies vereinfacht die Berechnung von Monats- und Jahresdurchschnitten für Größen wie Niederschlag und Wärme. Dank dieses Systems wird die Erhebung von Klimastatistiken wesentlich genauer und langfristig besser vergleichbar.

Vorhersagemodelle und Studien zur globalen Erwärmung nutzen diese strukturierten Beobachtungen, um Anomalien schneller zu erkennen. Auf diese Weise wird die meteorologische Sommerzeit zu einem grundlegenden Instrument, um zu verstehen, wie sich unser Klima und unser Wetter verändern.

Klimatologie des meteorologischen Sommers

Die Klimatologie der letzten Sommer zeigt ein alarmierendes Muster, das durch einen starken Anstieg der Häufigkeit und Intensität globaler Temperaturanomalien gekennzeichnet ist.

Die Sommertemperaturen haben wiederholt historische Rekorde gebrochen und einst vereinzelte Extremereignisse zu einer neuen klimatischen Normalität gemacht. Diese beschleunigte Erwärmung führt zu einer schnelleren Verdunstung und verändert die Windverhältnisse, wodurch Dürren und Waldbrände weltweit an Intensität zunehmen.

Die bekannte Grafik „Warming Stripes“ verdeutlicht, wie im letzten Jahrzehnt die Alarmglocken hinsichtlich der globalen Erwärmung geläutet haben. Bildnachweis: Ed Hawkins, National Centre for Atmospheric Science, University of Rochester.
Die bekannte Grafik „Warming Stripes“ verdeutlicht, wie im letzten Jahrzehnt die Alarmglocken hinsichtlich der globalen Erwärmung geläutet haben. Bildnachweis: Ed Hawkins, National Centre for Atmospheric Science, University of Rochester.

Das verheerendste Merkmal der letzten Jahreszeiten war die Ausbreitung anhaltender Hitzewellen, die aufgrund saisonaler atmosphärischer Blockadestrukturen wochenlang andauern können.

Nach Angaben des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimawandel (IPCC) hat die Wahrscheinlichkeit solcher extremen Sommerereignisse in den letzten Jahrzehnten aufgrund menschlicher Einflüsse deutlich zugenommen.

Diese warmen, stagnierenden Luftmassen führen nicht nur zu Rekord-Tageshöchsttemperaturen, sondern lassen auch die Nachttemperaturen gefährlich ansteigen. Dieser sommerliche Temperaturanstieg hat schwerwiegende Folgen, die weit über bloße Unannehmlichkeiten hinausgehen und sich unmittelbar auf die öffentliche Gesundheit, die Landwirtschaft und die Stromnetze der Länder auswirken.

Der Sommer ist nicht mehr nur ein Wechsel der Jahreszeiten, sondern eine kritische Phase, in der Ökosysteme unter Wassermangel leiden und die städtische Bevölkerung besonders gefährdet ist. Die Tatsache, dass diese Hitzewellen immer häufiger auftreten, bestätigt, dass der meteorologische Sommer die Zeit des Jahres ist, in der sich die Klimakrise am schnellsten bemerkbar macht.

Die häufigsten Erkrankungen im Sommer

Die drei häufigsten hitzebedingten Erkrankungen sind Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag. Im Folgenden erläutern wir diese sommerlichen Wetterphänomene im Einzelnen:

Hitzekrämpfe sind schmerzhafte Muskelkrämpfe in den Beinen oder im Bauchraum, die mit starkem Schwitzen einhergehen. Obwohl es sich um ein mildes Symptom handelt, sind sie das erste deutliche Warnsignal des Körpers, dass die Gefahr einer schweren Dehydrierung oder eines Hitzschlags besteht, wenn Sie sich nicht sofort abkühlen und Flüssigkeit zu sich nehmen.

Ein Hitzeschlag entsteht durch einen übermäßigen Salz- und Wasserverlust des Körpers und stellt eine gefährliche Form der Dehydrierung dar, insbesondere für ältere Menschen und Säuglinge. Zu den Symptomen zählen Schwäche, Erschöpfung, starkes Schwitzen, kalte, blasse und feuchte Haut, starke Kopfschmerzen und sogar Ohnmacht.

Ein Hitzschlag ist die schwerwiegendste Form einer hitzebedingten Erkrankung. Unbehandelt kann er tödlich verlaufen. Er tritt auf, wenn der Körper seine Temperatur nicht mehr regulieren kann und zu überhitzen beginnt. Ein Hitzschlag erfordert sofortige ärztliche Hilfe.

Zu den Symptomen zählen pochende Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit, Schwindel, heiße, gerötete, trockene oder feuchte Haut, ein schneller und kräftiger Puls, Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit. Ein Hitzschlag geht oft mit einer Körpertemperatur von 40 Grad Celsius oder mehr einher.

Quellenhinweis:

IPCC, April 2020. Sixth Assessment Report (AR6), United Nations body.

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