Coldplay macht vor, wie Konzerte grüner werden: Warum ausgerechnet die Fans den größten Klima-Unterschied bewirken kann!

Millionen Fans, lange Anreisen, energiehungrige Bühnen und gewaltige Materialtransporte machen Konzerttourneen zur Klimabelastung. Coldplay zeigt, wie es anders gehen kann – und eine Cambridge-Studie liefert überraschende Ergebnisse dazu für die Zukunft.

Was hat die Anreise dieser Konzertfans mit dem Klima zu tun? Eine Cambridge-Studie über Coldplays Tour liefert eine überraschende Antwort.
Was hat die Anreise dieser Konzertfans mit dem Klima zu tun? Eine Cambridge-Studie über Coldplays Tour liefert eine überraschende Antwort.

Große Konzerte schaffen unvergessliche Momente, verursachen aber erhebliche Treibhausgasemissionen. Bühnen, Beleuchtung, Lautsprecher, Hotels und der Transport tonnenschwerer Ausrüstung benötigen Energie.

Die mit Abstand größte Belastung entsteht jedoch häufig abseits des Stadions: Hunderttausende Menschen reisen mit Autos oder Flugzeugen an und später wieder nach Hause.

Wie klimafreundlicheres Touren aussehen könnte, zeigt Coldplay auf der Internetseite zur „Music of the Spheres World Tour“. Die britische Band hat ihre Strategie unter drei Begriffe gestellt: Reduce, Reinvent und Restore – also reduzieren, neu erfinden und wiederherstellen.

Eine Bühne, die mit der Sonne reist

Coldplay setzt nach eigenen Angaben Solarmodule ein, die bereits während des Konzertaufbaus Energie sammeln. Mobile Akkus, die aus recycelbaren Batterien von BMW-Elektroautos entwickelt wurden, speichern den Strom. Die Bühne könne damit vollständig aus erneuerbaren und besonders emissionsarmen Quellen versorgt werden.

Sogar das Publikum wird Teil des Kraftwerks:

  • Kinetische Tanzflächen wandeln Bewegungen in elektrische Energie um.
  • Zusätzlich können Fans auf speziellen Fahrrädern Strom erzeugen.
  • Wiederverwendbare Bühnenteile, energiesparende Beleuchtung, biologisch abbaubares Konfetti und eingesammelte LED-Armbänder sollen den Ressourcenverbrauch weiter verringern.

Die größte Klimawirkung beginnt auf dem Reiseweg

Doch wie viel bringen solche Maßnahmen wirklich? Forschende der Universität Cambridge untersuchten Coldplays Europatournee 2024 mit 32 Konzerten in zehn Städten und rund 1,9 Millionen verkauften Eintrittskarten.

Das überraschende Ergebnis:

Nicht Solarmodule oder Tanzböden erzielten den größten Effekt. Rund 98 Prozent der errechneten Emissionsminderung entstanden nach Angaben der Forschenden durch Fans, die ihre Anreise veränderten. Die reisebedingten Emissionen lagen dadurch 48 Prozent niedriger.

Insgesamt verursachte die Tour 46 Prozent weniger Treibhausgase als eine vergleichbare Tour ohne zusätzliche Klimamaßnahmen.

Coldplay unterstützte diese Entscheidungen mit einer App, die emissionsärmere Reisemöglichkeiten anzeigte.

Wer sich zu einer klimafreundlichen Anreise verpflichtete, erhielt einen Rabattcode für Fanartikel.

Klimaschutz darf nicht an der Stadiontür enden

Vollständig klimaneutral war die Tour dennoch nicht. Die Cambridge-Studie beziffert ihren Ausstoß auf etwa 58.500 Tonnen CO₂-Äquivalente. Coldplay räumt auf seiner Internetseite selbst ein, dass trotz aller Bemühungen ein erheblicher Fußabdruck bleibt.

Unvermeidbare Emissionen will die Band durch Wiederaufforstung, Renaturierung, Bodenschutz, erneuerbare Energien sowie CO₂-Abscheidung ausgleichen beziehungsweise überkompensieren.

Für jedes verkaufte Ticket soll mindestens ein Baum gepflanzt und dauerhaft geschützt werden. Das sind zunächst Versprechen und Eigenangaben der Band, deren langfristige Wirkung überprüft werden muss.

Dennoch liefert Coldplay ein starkes Beispiel:

Umweltbewusste Konzerte entstehen nicht allein durch technische Erfindungen. – nämlich ein riesiges Experiment für eine nachhaltigere Zukunft.

Artikelreferenz

Coldplay Music of the Spheres World Tour Internetseite. We are making our Music Of The Spheres Tour as sustainable and low-carbon as possible, guided by three key principles:.
University of Cambridge. FIFA and pop superstars should discount tickets to cut the climate costs of 'mega-events'.