Der Krieg im Iran hat bereits CO₂-Emissionen verursacht, die dem gesamten Jahresausstoß Islands entsprechen
Eine neue Analyse, an der Forscher der Queen Mary University beteiligt waren, schätzt, dass in nur zwei Wochen des Konflikts mehr als 5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent entstanden sind.

Eine neue Analyse, an der Forscher der Queen Mary University of London, der Lancaster University und des Climate and Community Institute beteiligt waren, schätzt, dass in den ersten 14 Tagen des Krieges im Iran mehr als 5 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalent entstanden sind.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Konflikt bereits Emissionen verursacht hat, die über dem gesamten jährlichen CO₂-Ausstoß Islands liegen, was die oft übersehenen ökologischen Folgen moderner Kriegsführung deutlich macht.

Die Analyse liefert zwar einen ersten Überblick über die Emissionen, doch weisen die Autoren darauf hin, dass die gesamten Auswirkungen auf das Klima im Laufe des Konflikts wahrscheinlich erheblich zunehmen werden.
Die Studie untersucht sowohl direkte als auch indirekte Emissionen, die zwischen dem 28. Februar und dem 14. März 2026 entstanden sind, darunter Emissionen aus militärischen Operationen, der Zerstörung von Infrastruktur sowie Schäden an Kraftstoff- und Ölanlagen.
Diese Schätzungen basieren auf bewährten Methoden, die bereits zur Bewertung der Emissionen aus den Konflikten im Gazastreifen und in der Ukraine herangezogen wurden, darunter auch frühere Arbeiten, die in „One Earth“ veröffentlicht wurden.
Die ökologischen Kosten von Konflikten
Dr. Benjamin Neimark, Professor für Internationale Politische Ökonomie an der Queen Mary University of London, erklärte, dass Emissionen aus bewaffneten Konflikten in der globalen Klimapolitik weitgehend unsichtbar bleiben, selten erfasst, gemeldet oder diskutiert werden und dass ohne eine angemessene Erfassung die wahren Ursachen des Klimawandels unterschätzt werden.
Dr. Fred Otu Larbi von der Lancaster University fügte hinzu, dass abgesehen von den menschlichen Opfern die Umweltauswirkungen eines Krieges unmittelbar und messbar sind und in ihrem Ausmaß mit den jährlichen Emissionen ganzer Länder vergleichbar sind.
Eine zunehmende globale Auswirkung
Forscher warnen davor, dass die Emissionen bei einem anhaltenden Konflikt wahrscheinlich erheblich ansteigen werden, was unter anderem auf die verstärkte Produktion von Waffen und militärischer Ausrüstung, Brände und Leckagen an beschädigter Ölinfrastruktur sowie eine stärkere militärische Beteiligung anderer Länder zurückzuführen ist.
Die Analyse identifiziert mehrere wesentliche Emissionsquellen während der ersten beiden Wochen des Konflikts:
- Die Zerstörung von Wohnhäusern und Infrastruktur verursachte 2,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent
- Der Treibstoffverbrauch bei militärischen Operationen verursachte 529.000 Tonnen CO2-Äquivalent
- Die Verbrennung und Zerstörung von Öl verursachte 1,88 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent
- Der Verlust von militärischer Ausrüstung verursachte 172.000 Tonnen CO2-Äquivalent
- Raketen und Drohnen verursachten 55.000 Tonnen CO2-Äquivalent
Über die Analyse
Diese Analyse wurde keiner Begutachtung unterzogen und enthält vorläufige Schätzungen, die auf bereits etablierten Berechnungsmethoden basieren.
Die Methodik baut auf früheren Forschungsarbeiten der Autoren auf, darunter eine in „One Earth“ veröffentlichte Studie, in der die CO₂-Emissionen des Israel-Gaza-Konflikts untersucht wurden und ein Rahmenkonzept zur Schätzung der Treibhausgasemissionen aus bewaffneten Konflikten unter Einbeziehung direkter, indirekter und in der Lieferkette entstehender Emissionen entwickelt wurde.
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