Der Duft des Frühlings: Darum riecht es immer etwas nach Regen

Gerade im Frühling liegt er oft in der Luft: frisch, erdig, fast schon beruhigend. Doch was steckt eigentlich hinter dem Duft nach Regen?

Der Duft nach Regen liegt im Frühling oft in der Luft (Foto: Adobe Stock)

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Sonne, Regen und Wind wechseln sich im Frühjahr ab. Doch vor allem dieser typische Geruch nach einem Schauer ist ein Phänomen, das sogar einen wissenschaftlichen Namen: Petrichor. Geprägt wurde der Begriff in den 1960er-Jahren von Forschern, die dem Phänomen auf den Grund gegangen sind. Wir verraten, woher der Duft kommt, wie er wirkt und warum man ihn sogar als Stimmungsaufheller bezeichnen kann.

Pflanzen, Öle und Mikroorganismen

Während längerer Trockenphasen geben Pflanzen bestimmte Öle an ihre Umgebung ab. Diese lagern sich im Boden und auf Oberflächen ab. Gleichzeitig leben im Boden unzählige Mikroorganismen, darunter Bakterien, die ebenfalls Duftstoffe produzieren. Einer dieser Stoffe ist besonders entscheidend: Geosmin. Er sorgt für den typisch erdigen Geruch, den viele Menschen so angenehm finden.

Wenn Regentropfen alles freisetzen

Der eigentliche “Magie-Moment” passiert allerdings erst dann, wenn es zu regnen beginnt. Die Tropfen treffen auf den Boden und schleudern winzige Partikel (darunter die angesammelten Öle und Duftstoffe) in die Luft. Diese werden dann von uns Menschen eingeatmet. Besonders spannend dabei: Je trockener der Boden war, desto intensiver nehmen wir den Geruch wahr. Deshalb riecht der erste Regen nach einer längeren Trockenphase oft besonders stark.

Warum es im Frühling intensiver riecht

Doch wieso nehmen wir Frühjahr alles so viel intensiver wahr? Vermutlich, weil die Natur im Aufbruch ist und wir nach den kalten Monaten deutlich aufmerksamer, unsere Antennen also feinfühliger sind. Pflanzen wachsen, Böden trocknen zwischen den Schauern immer wieder aus. Das sind also ideale Bedingungen für die Entstehung von Petrichor. Außerdem ist die Luft oft noch relativ sauber, sodass der Duft weniger "überdeckt" wird, wir ihn also ganz pur genießen können.

Frühlingsschauer spülen die schlechte Stimmung einfach weg

Denn was viele vielleicht überraschen mag: Die meisten Menschen nehmen den Geruch nach Regen positiv wahr. Für sie ist er angenehm oder sogar entspannend. Das liegt vermutlich daran, dass unser Gehirn den Schauer mit Frischem, Wasser und Leben verbindet – also mit durchweg positiven Dingen, die wir uns gerade im April und Mai besonders herbei sehnen. Da ist es dann wohl auch kein Wunder, dass ein Frühlingsschauer nicht nur die Luft reinigt, sondern auch unsere Stimmung heben kann.

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