China fordert die Welt zur Energiewende auf
Liu Zhenmin ist Chinas oberster Klimaschützer und seit zwei Jahren der offizielle Klimagesandte für Maßnahmen gegen die Klimaveränderungen und ihrer Folgen. Am 9. April hat sich Liu in Wien sehr deutlich an die Welt gewandt und fordert die Regierungen zum Handeln auf.

Liu Zhenmin war einer der Delegierten auf dem Internationalen Wiener Energie- und Klimaforum in Wien, das vom 9. bis. 10. April im Wiener Hofburgpalast stattfand.
Auf dieser Konferenz appellierte er an die Staaten Welt, dass die globale Energiekrise und der fortschreitende Klimawandel
Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua zitierte diesen Appell aus einem Bericht des globalen Finanzdienstleiter Nomura. Xinhua unterstreicht, dass
die Widerstandsfähigkeit seines Exportsektors stärkt.
Aus einem separaten Xinhua-Artikel ging die Aussage hervor, dass der Krieg im Nahen Osten
in China und anderen Regionen Asiens gestärkt habe.
Die Wirtschaftsnachrichtenagentur Jiemian berichtet, dass viele chinesische Unternehmen im Energiespeichersektor im ersten Quartal ein deutliches Wachstum ihres Nettogewinns verzeichneten, und zwar inmitten der "geopolitischen Volatilität".
Hohe Beteiligung
Liu Zhen mit war nur einer der vielen Teilnehmer des Klimaforums, die angesichts der weltweiten Unsicherheit und einer anhaltenden Energiekrise eine beschleunigte Energiewende, eine grüne Industrialisierung und eine hohe Klimaresilienz forderten.
Gerd Mueller, Generaldirektor der Organisation für industrielle Entwicklung der Vereinten Nationen (UNIDO), sagte bei der Eröffnungsfeier, dass steigende Preise für Energie, Düngemittel und Lebensmittel die ganze Welt betreffen. Am Ende seien es vor allem die Entwicklungsländer, die den höchsten Preis der gegenwärtigen Situation bezahlen müssten. Dies entspreche dem, was ihnen die Folgen Klimawandels abverlangen.
sagte Mueller.
Zwei Tage intensives Programm
Die zweitägige Veranstaltung brachte Führungskräfte aus Regierungen, internationalen Organisationen, dem Privatsektor und Finanzinstituten zusammen. Als Vertreterin der Regierung des Gastgeberlande Österreich betonte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, die Volatilität, die die Welt erneut in Bezug auf Angebot und Preise erlebt.
Die derzeitige Situation sei eine deutliche Erinnerung daran, dass die Energieabhängigkeit ihren hohen Preis hat, nicht zuletzt in Bezug auf Stabilität und Sicherheit.
betonte Meinl-Reisinger
Unter dem Motto „Powering Prosperity, Security and Stability“ wurde das Forum von UNIDO gemeinsam mit dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten Österreichs, der Österreichischen Entwicklungsagentur und dem Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse organisiert.
Geteilte Welt Teil I - das IPCC
Während die in Wien anwesenden Delegierten sehr deutliche Forderungen formulierten und Appelle für eine rasche Energiewende formulierten, dreht sich die Welt auch in eine komplett umgekehrte Richtung.
Angeführt von der US-amerikanischen Regierung, die unter ihrem Präsidenten Donald Trump den menschengemachten Klimawandel als die "große Lüge" komplett ablehnt, werden in den Vereinigten Staaten die Investitionen in regenerative Energien zurückgefahren bzw. ganz eingestellt.
Der Weltklimarat, auch unter seinem offiziellen Namen Intergovernmental Panel for Climate Change (IPCC) kämpft aus finanziellen Gründen um sein Überleben. Das IPCC zeichnete für bisher sechs Zustandsberichte zum Weltklima verantwortlich.
Keine Organisation auf der Welt hat im Laufe der Jahre mehr getan, um den globalen Konsens darüber zu festigen, dass wir Menschen den Klimawandel verursachen, als die ehrenamtlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IPCC.
Nun hat bei der letzten Sitzung des IPCC in Bangkok Anfang April sein Vorsitzender Jim Skea, davor gewarnt, dass die Arbeit des IPCC durch einen Finanzierungsengpass bedroht sei. Ohne weitere staatliche und private Zuwendungen oder massive Kostensenkungen würde der Organisation bis 2028 das Geld ausgehen.
Um diese Situation zu vermeiden, hat das Genfer Sekretariat des IPCC die Regierungen um finanzielle Unterstützung gebeten und parallel dazu verschiedene Haushaltskürzungen vorgeschlagen. Diese betreffen ausschließlich der Öffentlichkeitsarbeit, also die Kommunikation zwischen der Klimawissenschaft und der Gesellschaft. So würde das IPCC zukünftig von der Übersetzung von Berichten in verschiedenen Sprachen absehen.
Die notwendigen Zuwendungen sind nach staatlichen Maßstäben gering. Der IPCC erhält nur 5-10 Millionen Dollar pro Jahr an Zuwendungen. Das entspricht nicht mal den Betrag, den das US-Kriegsministerium in nur einem Monat für Hummerschwänze bei Militärempfängen ausgibt. Wäre die Klimawissenschaft nicht eine bessere Verwendung von Steuergeldern?
Geteilte Welt Teil II - Deutschland
Im Wahlprogramm der CDU aus dem Jahr 2025 heißt es „Wir beenden die ideologiegetriebene Politik der Ampel und stellen alle Kostentreiber auf den Prüfstand.
Und weiter:
“Wir setzen auf den Emissionshandel. Für das Ziel der Klimaneutralität 2045 ist es wichtig, die Emissionsmenge weitreichend zu begrenzen. Hierfür ist der Emissionshandel mit der CO2 Bepreisung das richtige Leitinstrument. Der Markt entscheidet, wo und wie Emissionen wirksam vermieden werden.”
Brüssel und Berlin folgen dieser Aussage. Konservative und Rechte sowie Rechtsextreme sägen derzeit auch angesichts der vielzähligen Ereignisse durch Trump & Co. - ein Klimagesetz nach dem anderen ab oder stutzen es zurecht, wie vor einigen Monaten die Rücknahme der Entscheidung zum Verbrenner-Aus 2035.
Es geht sber noch schlimmer. Mittlerweile wird das Klimaziel 2045 Deutschlands vom deutschen Bundeskanzler, Friedrich Merz komplett hinterfragt, während seine Wirtschaftsministerin Katharina Reiche direkt das gesamte Klimaziel der Europäischen Union infrage stellt.
Konträre Signale
Die Systematik dahinter ist komplett konträr zum Forum in Wien! Der Kurs der erneuerbaren Energien, sei es nun in Deutschland oder in Europa, wird in den USA, aver auch in Deutschland (und Europa??) ausgebremst.
Vorgehensweisen und Gesetze in Deutschland werden so verändert, dass die Folgen zu einer Verlängerung des fossilen Abonnements an Primärenergieträgern führen werden. Der geplante Netzausbau, das Gebäudemodernisierungsgesetz und die Kraftwerksstrategie tragen alle die Handschrift fossiler Einflüsse.
Entscheidende Ressorts der aktuellen Bundesregierung inklusive des Bundeskanzlers selbst wollen keine Klimapolitik, deren Fokus eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen ist.
Ihr Ziel ist ein Status Quo, also „alles bleibt so fossil wie es ist“. Dies erfolgt mit der Argumentation, dass Deutschland seit 1990 bereits genügend geleistet habe, um seine Treibhausgasemissionen zu reduzieren und eine weitere Reduzierung aufgrund der Wirtschaftslage des Landes nicht mehr angemessen erscheint.
Die Lage auf dem globalen Energiemarkt ist sehr dynamisch. Insofern bleibt die Hoffnung, dass die Unterbrechung der fossilen Lieferketten und deren logische Preisentwicklung zusammen mit der regenerativen Energieausrichtung Chinas als Hauptemittenten von Treibhausgasen auch in Europa zu Veränderungen führen wird.
Links zum Wiener Forum
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