Blaualgen-Alarm an deutschem Ostseestrand
Urlauber an der Ostsee müssen derzeit besonders aufmerksam sein: Vor Warnemünde ist ein Algenteppich entdeckt worden, bei dem es sich möglicherweise um giftige Blaualgen handelt.

Für viele Urlauber gehört ein Sprung in die Ostsee zu einem perfekten Sommertag im August mit dazu. An einem Strandabschnitt westlich von Warnemünde sollten Badegäste darauf allerdings momentan verzichten. Wie die Hansestadt Rostock mitteilt, wurde dort ein Algenteppich entdeckt. Nach Einschätzung der Behörden besteht der Verdacht, dass es sich um Blaualgen handeln könnte.
Eine Erkenntnis, über die übereinstimmend auch die "Bild"-Zeitung berichtet. Vor allem in Bezug auf die damit verbundene Bade-Warnung. Die Behörden beobachten die Entwicklung aufmerksam, denn Wind und Strömungen könnten den Algenteppich in Richtung Ufer treiben.
Betroffen sind nach Angaben der Stadt die Strandabschnitte 30 bis 36. Das entspricht einem Bereich von ungefähr zwei Kilometern westlich von Warnemünde. In der Mitteilung heißt es: "In der Ostsee westlich von Warnemünde wurde ein Algenteppich beobachtet. Darüber informiert das Amt für Brandschutz/Rettungsdienst und Katastrophenschutz."
Ausdrückliches Badeverbot verhängt
Die Warnung betrifft konkret den Bereich "etwa vom Neuen Friedhof Warnemünde aus in westlicher Richtung". Wer dort seinen Urlaub verbringt, sollte deshalb derzeit nicht ins Wasser gehen. Das Amt empfiehlt ausdrücklich, "in diesem Bereich derzeit nicht zu baden und Hautkontakt mit den Algen zu vermeiden“.
Der Grund für die Vorsicht: Einige Blaualgen können Giftstoffe bilden. Bei Kontakt mit der Haut sind unter anderem allergische Reaktionen oder Schwellungen möglich. Wird belastetes Wasser verschluckt, können außerdem Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Bei einer besonders hohen Konzentration können auch stärkere Beschwerden wie Erbrechen oder Atemnot auftreten.
Kinder und Hunde müssen besonders geschützt werden
Besonders wichtig ist die Warnung für Familien mit Kindern. Kleine Kinder reagieren möglicherweise empfindlicher und neigen zudem dazu, beim Baden oder Spielen Wasser zu verschlucken. Auch Hunde sollten von dem betroffenen Wasser ferngehalten werden. Sie dürfen das Wasser keinesfalls trinken und sollten nicht mit dem Algenteppich in Kontakt kommen.

Blaualgen, die biologisch zu den Cyanobakterien zählen, können sich vor allem bei warmen Bedingungen stark vermehren. Hohe Temperaturen und nährstoffreiches Wasser begünstigen solche Entwicklungen. Erkennbar sind entsprechende Ansammlungen häufig an einer grünlichen oder blaugrünen Verfärbung des Wassers. Teilweise bilden sich deutlich sichtbare Schlieren oder Teppiche auf der Wasseroberfläche.
Auch in Graal-Müritz wurden Algen entdeckt
Nicht nur in Warnemünde haben Strandbesucher zuletzt auffällige Algenansammlungen beobachtet. Auch aus Graal-Müritz, das rund 15 Kilometer östlich von Warnemünde in der Rostocker Heide liegt, wurden am Wochenende grüne Algenteppiche gemeldet.
Für diesen Bereich besteht nach den vorliegenden Informationen allerdings derzeit keine entsprechende Bade-Warnung. Urlauber sollten die örtlichen Hinweise dennoch beachten und bei auffälligen Verfärbungen oder Algenteppichen vorsichtig sein.
Die Situation an der Ostsee kann sich zudem durch Wind und Strömung verändern. Ein Algenteppich, der zunächst weiter draußen beobachtet wird, kann dadurch näher an den Strand gelangen. Wer aktuell an der Ostsee baden möchte, sollte deshalb insbesondere die Hinweise der örtlichen Behörden beachten.
Artikelreferenz
Bild.de. Algen-Invasion an beliebtem Ostseestrand.