Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Ozeane aus?

Die Ozeane erwärmen sich laut Wissenschaftlern der World Meteorological Organization (WMO) auf Rekordniveau. Die Meere könnten aber auch den Klimawandel verhindern, wenn sie richtig behandelt werden.

Catherine Early Catherine Early Leon Beurer 13 Dez 2019 - 03:49 UTC
Ozean
Die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Ozeane sind erheblich.

Der Ozean leidet unter starken Hitzewellen und zunehmender Versauerung, während das Meereis in der Arktis nach Angaben von Meteorologen der WMO weiter abnimmt.

Die WMO veröffentlichte in dieser Woche vorläufige Daten für ihren jährlichen "State of the Climate" -Bericht, der anlässlich der UN-Klimaverhandlungen in Madrid erstellt wurde.

Darin heißt es, dass 2019 ein Jahrzehnt außergewöhnlicher globaler Hitze endet, in dem Eis und Meeresspiegel zurückgeführt werden, die durch Treibhausgase infolge menschlicher Aktivitäten verursacht werden. Die Durchschnittstemperaturen für den Fünf- und Zehnjahreszeitraum bis 2019 waren "mit ziemlicher Sicherheit" die höchsten seit Messbeginn, während 2019 das zweit- oder drittwärmste Jahr seit Messbeginn sein wird, sagten die Wissenschaftler.

Die Erwärmung der Ozeane hat erhebliche Auswirkungen. Mehr als 90 Prozent der überschüssigen Energie, die sich durch erhöhte Konzentrationen von Treibhausgasen im Klimasystem ansammelt, gelangt in den Ozean

Rekordaufheizung

Im Jahr 2019 lag der Wärmegehalt der Ozeane in den oberen 700 m und oberen 2000 m weiterhin auf Rekord- oder nahezu Rekordniveau, wobei der Jahresdurchschnitt die zuvor im Jahr 2018 erreichten Rekordhöchststände überstieg.

Hitzewellen wirkten sich im Durchschnitt für etwa 1,5 Monate im Jahr 2019 auf den Ozean aus, wobei 38% davon als „stark“ eingestuft wurden, während 28% als „mäßig“ eingestuft wurden.

In den zehn Jahren bis 2018 hat der Ozean rund 22 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen absorbiert, was sich auf die Chemie des Ozeans ausgewirkt hat. Die Übersäuerung der Meere ist seit Beginn der industriellen Revolution um 26% gestiegen. Dies schädigt die Korallenriffe, die für viele Fisch- und Tierarten lebenswichtig sind.

Das Meereis in der Arktis ging langfristig weiter zurück und erreichte im September mit seinem Tiefststand den zweittiefsten Stand aller Zeiten. Das seit 2016 abnehmende Eis der Antarktis hat dies weiter getan. Das Abschmelzen des Meereises beschleunigt den Anstieg des Meeresspiegels, wobei der globale Mittelwert des Meeresspiegels seinen höchsten Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1993 erreichte, sagten die Wissenschaftler

Schutz der Ozeane notwendig

Ein separater Bericht der Kampagnengruppe Greenpeace International beschreibt jedoch, wie der Schutz des Ozeans dazu beitragen kann, dass sowohl Menschen als auch wild lebende Tiere widerstandsfähiger werden. So können beispielsweise Küstenökosysteme wie Mangrovenwälder, Salzwassersümpfe und Seegraswiesen verbessert werden, um mehr CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen.

Die Kampagnengruppe fordert rechtsverbindliche Ziele für mindestens 30% der Ozeane, um vollständig geschützte Meeresschutzgebiete zu werden, in denen jeglicher Abbau und jeglicher Fischfang verboten sind.

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