Der Klimawandel führt unseren Planeten in eine Sackgasse!

Der Fortschritt des Klimawandels erreicht irreversible Punkte und leider wissen die Menschen immer noch nicht, wie er sich auf die Menschheit auswirken wird. Es gibt Hoffnung, aber eine globale Reflexion und ein einheitliches Bewusstsein auf dem Planeten wären erforderlich.

Davi Moura Davi Moura Leon Beurer 04 Dez 2019 - 16:06 UTC
Laut dem Zwischenstaatlichen Gremium für Klimawandel haben die Eiskappen Grönlands und der Antarktis in den zehn Jahren vor 2015 mehr als 400 Milliarden Tonnen Masse pro Jahr verloren.

Der Nachweis, dass irreversible Veränderungen in den Klimasystemen der Erde im Gange sind, bedeutet, dass wir uns in einem planetarischen Notstand befinden. Ein allmählicher Wandel der Klimasysteme kann einen globalen Wendepunkt erreichen. Dieser Zusammenbruch der Erdsysteme kann zu "Gewächshausbedingungen" mit einem globalen Temperaturanstieg von 5°C, einem Anstieg des Meeresspiegels von 6 auf 9 Meter, dem vollständigen Verlust der weltweiten Korallenriffe und des Amazonas-Regenwaldes und große Teile des Planeten unbewohnbar machen.

Es ist ein unangenehmer Schock, wenn wir glauben, dass der Klimawandel bereits im Gang ist. Jüngsten Daten zufolge, so Klimatologen von der Exeter University, kommt es zum langsamen Abschmelzen der Eisdecke der Westantarktis. Das gleiche kann mit dem Eisschild auf der Ostseite geschehen. Wenn beide schmelzen, könnten sie den Meeresspiegel in den nächsten hundert Jahren um 7 Meter erhöhen.

Die Eisschilde der West- und Ostantarktis sind nur zwei der neun kritischen Punkte - oder Giganten des Klimasystems -, die deutliche Anzeichen dafür aufweisen, dass sie einen Punkt ohne Umkehr erreichen.

Einst Theorie, jetzt real

Die Idee von Wendepunkten oder Punkten ohne Umkehr wurde vor 20 Jahren vom Zwischenstaatlichen Gremium für Klimawandel (IPCC) eingeführt. Der Verlust der westantarktischen Eisdecke und des Amazonas-Regenwaldes oder das weitgehende Auftauen von Permafrost und anderen wichtigen Bestandteilen des Klimasystems gelten als "Kipppunkte", da sie kritische Grenzen überschreiten und irreversibel werden können.

Anfänglich wurde angenommen, dass Wendepunkte nur bei einer globalen Erwärmung über 5°C auftreten würden. Die IPCC-Berichte des letzten Jahres warnen jedoch davor, dass diese Punkte zwischen 1°C und 2°C auftreten können das Risiko, einen der Top 30 Wendepunkte auszulösen. Bei einer Erwärmung von nur 1°C wird angenommen, dass bereits mindestens 9 Wendepunkte ausgelöst wurden.

Selbst wenn die Länder ihre in Paris eingegangenen Klimaschutzverpflichtungen einhalten, um die Emissionen zu reduzieren, wird die Erwärmung immer noch um mehr als 3 Grad Celsius ansteigen Laut einem am 26. November veröffentlichten UN-Bericht soll es bis 2030 fast 1,5°C warm bleiben.

Erklärung eines planetarischen Klimanotfalls

Es ist wichtig zu beachten, dass die globalen Temperaturen nicht nur von den menschlichen Treibhausgasemissionen abhängen. Auch die natürlichen Systeme der Erde wie Wälder, Polarregionen, Vulkane und Ozeane spielen im globalen Klima eine wichtige Rolle. Daher ist es nicht nur notwendig, die Auswirkungen und die Kontrolle menschlicher Handlungen zu verstehen, sondern auch mit natürlichen Effekten umzugehen, um das Klima des Planeten zu stabilisieren. Dies ist jedoch etwas für die ferne Zukunft, und im Moment können wir unser Handeln kontrollieren.

Es ist zu spät, um das Eintreten einiger Wendepunkte zu verhindern, da es Hinweise darauf gibt, dass mindestens neun bereits verletzt wurden. Das Risiko, einen irreversiblen globalen Wendepunkt zu erreichen, der enorme Auswirkungen auf die menschliche Zivilisation hat, rechtfertigt die Erklärung eines planetarischen Klimanotfalls. Um das Risiko zu minimieren, muss die globale Erwärmung in den nächsten 30 Jahren so nahe wie möglich an 1,5°C gehalten werden und sich dann in einem optimistischen Szenario umkehren.

Werbung